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Karlsruhe Abhilfe durch Lastenräder: Neue Leihstation öffnet in Karlsruher Oststadt

Für all diejenigen, die unhandliche Gegenstände durch die Fächerstadt transportieren wollen und kein Auto zur Unterstützung haben, gibt es nun "Abhilfe auf Rädern": Am Samstagmorgen wurde in der Oststadt eine neue Leihstation der Lastenrad-Initiative "Lastenkarle" für die Region Karlsruhe eröffnet.

Gegründet wurde der Verein "Lastenrad-Initiative für die Region Karlsruhe" und damit die Initiative "Lastenkarle", die kostenlos unterstützende Fahrräder verleiht, unter Mitwirkung der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) im Januar dieses Jahres. Die Idee der insgesamt 13 Gründungsmitglieder sei allerdings schon älter.

Wie Manuel Quinting, Vorstandsmitglied der Lastenrad-Initiative und der VCD, gegenüber ka-news erklärt, wurde schon vor rund einem Jahr überlegt, in einer der wichtigsten Fahrradstädte Deutschlands - der Fächerstadt - eine Lastenrad-Leihstation zu eröffnen. Orientiert haben sich die Mitwirkenden dabei an rund 40 anderen deutschen Städten, in denen Lastenräder schon seit mehreren Jahren kostenlos zur Verfügung stehen.

Was genau ist ein Lastenrad?

Das Prinzip der Lastenräder ist ganz einfach: Benötigt eine Person eine Alternative zum Auto, um schwere Einkäufe zu transportieren, kleinere Umzüge oder ähnliche Aktivitäten zu bewältigen, kann ein Lastenrad  "Abhilfe auf Rädern" bieten. Und so geht's: Traditionell werden Anhänger an das Rad angebracht - beim Lastenrad funktioniert das andersherum: Die Behältnisse zum Befüllen sind vor dem Lenker.

Also nicht nur Privatpersonen, die auf ein Auto verzichten wollen oder müssen, auch Gewerbetreibende wie Bäcker oder Lieferservice können einen klaren Vorteil aus den Lastenräder ziehen. Gleichzeitig kann ein Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität, Lärmminderung, Energieersparnis und Emissionsvermeidung erzielt werden.

In Zukunft: Leihstationen in jedem Stadtteil

Bisher gibt es von "Lastenkarle" bereits eine Leihstation in Durlach. Sie wurde im Juni erstmals für den Lastenrad-Ausleih geöffnet und wurde seither sehr gut angenommen, bestätigt Quinting. Am Samstag wurde die zweite im Kinder- und Jugendhaus in der Oststadt eröffnet - noch im Oktober soll eine weitere in der Südweststadt ihre Pforten öffnen.

In Zukunft, so hoffen die Mitwirkenden, sollen möglichst in jedem Stadtteil Leihstationen zur "Abhilfe auf Rädern" bereit stehen. Das konkrete Ziel: "Wir möchten im Frühjahr 2018 fünf Lastenräder verleihen können. Insgesamt sollen es einmal 20 bis 25 werden," so der Vorsitzende.

Spenden, Partner und Wettbewerbe

Doch wie hält sich eine Initiative, die kostenlos Räder zur Verfügung stellt, über Wasser? Laufende Kosten der Räder werden, so erklärt Quinting gegenüber ka-news, aktuell über Spenden finanziert. Neben den Spenden sei für das Bestehen der Initiative allerdings auch die Zusammenarbeit mit Partnern, die in ihren Räumen eine Leihstation einrichten sowie Räder stationieren und ausgeben können, von großer Bedeutung.

Außerdem konnte zur Finanzierung der Initiative Anfang des Jahres ein besonderer Erfolg erzielt werden: Im Mai dieses Jahres gewann die Initiative mit ihrem Konzept den städtischen Wettbewerb "Unsere Zukunft - dein Projekt". Dank des Preisgeldes von insgesamt 15.000 Euro konnte das Lastenrad für die Oststadt sowie weitere Räder angeschafft werden.

Mehr Infos rund um die Initiative "Lastenkarle" und die Online-Reservierung finden Sie hier.

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Kommentare (24)
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  •   andip
    (8124 Beiträge)

    Nun ja
    Ob sich so ein Teil grossartig durchsetzen wird..?
    Wenn ich z.B. Getränkekisten einkaufen will, dann müsste ich zuerst zu der Verleihstation zu Fuss oder per ÖPNV, von da mit diesem Rad wieder zu mir um das Leergut zu holen, dann in den Laden und wieder zu mir zurück um es zu entladen, danach wieder das Rad zurück zur Verleihstation und von da aus wieder zu mir.
    In der Zeit habe ich das mit dem Auto dreimal gemacht.
    Ähnliches gilt auch für andere Transporte.
    Das ist also nur was für Leute ohne eigenes Auto, die sich auch keines ausleihen wollen.
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  •   Crackerjack
    (1358 Beiträge)

    Je mehr Geschwindigkeit, desto mehr Stabilität, Kreiselgesetze
    Das haette ich damals als mir bei 120Km der Vorderreifen platzte wissen sollen. Also in Zukunft mindestens 230Km. grinsen
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  •   schmidmi
    (360 Beiträge)

    Genau
    230 ist sowieso die bessere Geschwindigkeit grinsen
    Alles andere sind rollende Hindernisse!
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  •   lynx1984
    (2686 Beiträge)

    Lastenräder sind untauglich
    Wenn ich drei 9er-Mineralwasser Kästen zu transportieren habe ist das bereits zu viel für das Lastenrad. Die Kinder können dann jedenfalls nicht mit zum Einkauf.

    Das man auf das Auto am Besten verzichten sollte ist eigentlich jedem klar - nur sind Lastenräder leider eine untaugliche Alternative wenn es darum geht richtig praxistauglich Lasten zu transportieren. Es fängt doch schon beim Wochenend Einkauf an und ist eklatant wenn man die Kinder in einen weiter entfernten Stadtteil zum Sportunterricht fahren muss und eben schnell noch das Nachbarskind mitnimmt. => Lastenrad fällt in der Praxis durch!

    Praxistauglicher wäre das Carsharing um Kombis & Sprinter zu erweitern bei denen eine kleine Schramme nix ausmacht und durch die Tarife abgedeckt ist...
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  •   andip
    (8124 Beiträge)

    Wie wäre es
    wenn die Kinder selber radeln oder laufen anstatt sich ständig von den Eltern überall hin chauffieren zu lassen.
    Kann auch denen nicht schaden.
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  •   lynx1984
    (2686 Beiträge)

    was denkst Du eigentlich?
    Natürlich laufen die Kinder selbst wenn es geht. Zur Schule beispielsweise täglich - auch bei Schnee & Regen.
    Aber ein 7-jährige kann man leider nicht alleine von der Weststadt mit dem Rad bis nach Neureut fahren lassen... Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie das wissen.
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  •   dipfele
    (4064 Beiträge)

    Trotzdem eine gute Idee....
    .... denn der Mensch kann seine aufgespeicherte Energie nutzbringend umsetzen und muss nicht in der Muckiebude extra löhnen.
    Ausserdem gibt s Lastenräder seit dem es Räder gibt. Nur die rasanten Autofahrer haben dem Lastenrad den Gar aus gemacht.
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  •   lynx1984
    (2686 Beiträge)

    trotzdem keine realistische Nutzung
    mir fällt für eine 5-köpfige Familie keine realistische Nutzung ein.
    Alles was ich nicht in den Fahrradhänger bekomme und/oder auf dem Gepäckträger transportieren kann - dafür taugt auch das Lastenrad nix! Es hat seinen Grund weswegen die Lastenräder über Jahrzehnte in der Versenkung verschwunden sind.
    Das Lastenrad mag für Großstadt-Singel-Hipster tauglich sein die eine Kiste Wasser aus dem Bioladen nach Hause transportieren müssen und dies mit dem Fixie Bike natürlich nicht können. Für Familien ist das Ding einfach wenig praxistauglich.
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  •   betablocker
    (563 Beiträge)

    Na und?
    dann ist es eben für etwas anderes tauglich. Steht doch nirgends, dass es sich um eine Familienkutsche handelt. Kinder auf Rädern zu transportieren, egal ob mit Sitz oder im Anhänger ist ohnehin eine ziemlich fragwürdige Angelegenheit. Beim Auto wird ein riesen Geschiss gemacht, mit superduper Kindersitzen für hunderte von Euro (gabs früher alles nicht, wir haben es trotzdem überlebt), aber auf dem Rad können sie völlig ungeschützt auf der Strasse rumkutschiert werden. Komisch oder?
    Und wenn man die halt immer überallhin mitschleifen muss, muss man eben entsprechend organisiert sein.

    Es ist schon befremdlich, dass Dinge die früher völlig selbstverständlich waren heutzutage mit wesentlich besseren Möglichkeiten auf einmal zum Problem werden.
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  •   lynx1984
    (2686 Beiträge)

    Na und?
    für was ist es denn tauglich?
    Für die Großstadt Hipster die sonst nur ein Fixie Bike nutzen?! Toller Service...
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