Karlsruher in Nicaragua
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Puerto Cabezas/Karlsruhe pes -
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Statt in Deutschland Zivildienst zu leisten, ging ich, Sebastian Erb, nach Übersee, um für die Gemeinschaft tätig zu sein. Im Rahmen des "Freiwilligen Friedensdienstes" der Evangelischen Landeskirche in Baden lebe und arbeite ich für ein Jahr in Puerto Cabezas/Bilwi an der Karibikküste Nicaraguas. Während dieser Zeit berichte ich für ka-news über Land und Leute und sende auch meine ganz persönlichen Eindrücke nach Karlsruhe.
Seltsam. Am frühen Morgen sind sogar die Hunde ungewohnt ruhig. Vor kurzem war es noch ganz dunkel, jetzt aber kommt die Helligkeit mit zügiger Geschwindigkeit. Die Uhr zeigt irgendwas kurz vor fünf Uhr morgens. Details spielen keine Rolle. Fest steht: Ich bin eigentlich noch viel zu müde, um durch die Gegend zu laufen und die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Letzteres ist die Hauptsache, ersteres muss ich irgendwie verdrängen. Auf den Straßen ist noch kaum jemand unterwegs. Und manch einer, der dann doch schon unterwegs ist, mag sich sicherlich denken: Die spinnen, die Ausländer.
Fast jeder lächelt gern in die Kamera
Aber es hat natürlich einen Grund, dass ich so früh auf den Beinen bin. Ich will schneller sein, das Meer erreichen, bevor die Sonne mit ihren ersten Strahlen den Tag erleuchtet. Den Sonnenaufgang will ich auf einem Foto einfangen. Ich habe Glück. Kaum Wolken am Himmel, gute Sicht. Rasch das kleine Stativ aufgebaut, die Kamara darauf festgeschraubt und dann heißt es warten auf den entscheidenden Moment.
Als ich meine Sachen für das Jahr packte, war klar, dass die Digitalkamera mitmusste. Und damit auch einige Fragen, vor allem die: Wie reagieren die Leute auf einen "Gringo", der meint, alles auf Foto festhalten zu müssen?
"Billig" ist relativ
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Vielen muss ich erstmal erklären, was eine Digitalkamera überhaupt ist. Dass man die Bilder auf dem Computer angucken kann und nicht automatisch Papierabzüge bekommt. Immer wieder kommt die Frage nach dem Preis. Die gefällt mir weniger. Wie soll ich rechtfertigen, dass man dafür ein paar hundert Dollar ausgeben muss? Ein vielfaches Monatsgehalt von manch einem Arbeitnehmer? Einmal bezeichne ich eine Speicherkarte, die knapp 30 Euro gekostet hat, als "billig". Als Antwort bekomme ich verdutzte Gesichter. In Deutschland ist das wirklich ein Schnäppchen für eine Compact Flash-Speicherkarte mit 256 Megabyte Speicherkapazität. Aber klar, hier ist das schon für viele Leute eine Menge Geld.
Aber die Meisten verstehen die Intention, die hinter dem Fotografieren steht und finden sie gut. Dass ich zu Hause zeigen will, wie das Leben an der Karibikküste Nicaraguas aussieht. Die Landschaft, die Häuser, die Menschen.
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