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Karlsruhe Karlsruher Zoo: Spielplatz muss für Asien-Anlage weichen

Am Dienstag stimmte der Karlsruher Gemeinderat über das „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten" ab. Dieses setzt sich aus 40 Einzelbausteinen zusammen, darunter eine Erweiterung des Elefantengeheges und der Innenanlage für die Flusspferde sowie ein Ersatz für das Schimpansenhaus. Eine breite Mehrheit der Stadträte stimmte für das Konzept. Kritikpunkte gab es dennoch.

Der Masterplan für den Karlsruher Zoo steht. Am Dienstag sollten nun die Karlsruher Stadträte ihren Segen geben. Oberbürgermeister Frank Mentrup und die Stadträte waren sich schnell einig, dass das Konzept nicht wie in der ursprünglichen Beschlussvorlage geschrieben steht, "verbindlich", sondern lediglich eine Leitlinie für die Weiterentwicklung des Zoos sein soll. Das hatten die Kult-Fraktion und die Grünen beantragt. Letztendlich stimmte der Gemeinderat dem Entwicklungskonzept mehrheitlich zu. Neun Stadträte enthielten sich. 

Ein Punkt des Masterplans war allerdings umstritten: Eine Asien-Anlage mit Orang-Utans und Sumatra-Tigern. Die Grünen hatten beantragt, diesen Punkt aus dem Entwicklungskonzept zu streichen. Ebenso beantragten die Grünen, dass das Sallenwäldchen mit dem Kinderspielplatz Teil des denkmalgeschützten Stadtgartens bleibt und nicht für die Haltung von Orang-Utans genutzt wird. Beide Antragspunkte lehnte die Mehrheit der Stadträte jedoch ab.

Das sagen die Karlsruher Bürgermeister und Stadträte zum Zookonzept

Bürgermeister Michael Obert:

  • Schon 2007 haben wir ein Zookonzept beschlossen. Die Auffassung, wir könnten das in zwei Jahren umsetzen, war wohl sehr ambitioniert. Doch wir haben Einiges umgesetzt. Das Exotenhaus war das größte Projekt. 
  • 2015 hatten wir die höchste Besucherzahl aller Zeiten. Wir sind überzeugt, dass die Attraktivität des Zoos durch das neue Konzept weiter gesteigert werden kann.

Jan Döring (CDU):

  • Der Masterplan ist ein intelligentes Gesamtkonzept. Wir nehmen Geld in die Hand und gestalten den Zoo zukunftsweisend. 
  • Die Maßnahmen, die in diesem Jahr anstehen, sind schon durch Drittmittel von Sponsoren gedeckt. 
  • Selbst wenn wir nur die Hälfte des Konzepts umsetzen, haben wir den Zoo schon entscheidend weitergebracht.
  • Es ist positiv, dass wir mehr für den Artenschutz tun wollen - die Orang-Utans und Sumatra-Tiger ausgenommen.
  • Wir werden über jede einzelne Maßnahme noch einmal streiten. 

Gisela Fischer (SPD):

  • Mit dem Konzept ist uns ein großer Wurf gelungen. Es berücksichtigt die wichtigsten Aspekte. Wir haben für die Zukunft flexible und aufeinander abgestimmte Bausteine. 
  • Wir befürworten ausdrücklich die Gemeinschaftsanlage Asien. 
  • Je weniger Geld investiert wird, desto weniger nimmt man auch ein. 60 Prozent der Zoobesucher kommen von außerhalb, die Investition ist notwendig, um diese Besucher zu halten. 

Renate Rastätter (Grüne):

  • Allgemein unterstützen wir die Weiterentwicklung unseres Zoos. Lebensräume zu erhalten und zu schützen ist eine zentrale Aufgabe.
  • Wir haben nur eine begrenzte Fläche. Wir wollen das Sallenwäldchen bewahren. 
  • Wir haben ein großes Problem mit der Asien-Anlage: Orang-Utans und Sumatra-Tiger sind stark bedroht, aber sehr anspruchsvolle Tiere, was die Haltung betrifft. Diese Ansprüche meinen wir nicht erfüllen zu können. 

Erik Wohlfeil (Kult):

  • Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden mit dem Masterplan. Es könnte sich noch Anpassungsbedarf ergeben, wenn es um Detailfragen geht. Aber das Konzept ist, so wie es ist, stark und gut.
  • Der Tierschutz hat Vorrang. Die Asien-Anlage sehen wir angesichts der Haushaltslage unter finanziellem Vorbehalt.

Thomas H. Hock (FDP):

  • Wir werden dieses großartige Entwicklungskonzept unterstützen. 
  • Uns muss klar sein, dass es ein schwerer und steiniger Weg wird. 
  • Bezüglich der Asien-Anlage haben wir Vertrauen in Zoodirektor Reinschmidt, dass er das nur tun würde, wenn die Tiere sich auch wohlfühlen würden. 

Paul Schmidt (AfD):

  • Der Zoo ist ein Aushängeschild von Karlsruhe. Deshalb ist es nötig, ihn zu hegen und zu pflegen.
  • Die Tiere brauchen mehr Platz. Wenn die Besucher spüren, dass es den Tieren gut geht, kommen sie gerne.
  • Wir gehen diesen Weg gerne mit. 

Sabine Zürn (Die Linke):

  • Wir teilen die Begeisterung für das Zookonzept.

Friedemann Kalmbach (GfK):

  • Das Konzept ist hervorragend gelungen.
  • Wir sehen ein Problem: Wie erklären wir, dass wir so viel Geld investieren?
  • Arten- und Tierschutz gewinnt.
  • Die Asien-Anlage ist laut Zoodirektor Reinschmidt nicht zu klein.

Jürgen Wenzel (Freie Wähler):

  • Der Zoo ist ein einzigartiges grünes Herz der Stadt.
  • Es gibt keine Expansionsmöglichkeiten bei der Fläche, aber bei der Qualität. Die sind im Konzept vorhanden.
  • Das Konzept ist eine Vision für ein zukunftfähiges Projekt.

Oberbürgermeister Frank Mentrup:

  • Wir werden den Zoo in 45 Projekten nach vorne katapultieren. 42 Projekte davon wurden nur positiv wahrgenommen.
  • Der Rest wird Haushalt für Haushalt geklärt. 

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Was steht im neuen Zoo-Masterplan? Hier geht's zu den Unterlagen (Link führt auf externe URL).

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