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26.04.2012 06:46
 
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Karlsruher Zoll-Bilanz: 24.000 Plagiate an der Grenze gestoppt [13]

Karlsruhe (ps/sas) - Fälscher haben weiterhin Konjunktur. Vor allem die Produkt- und Markenpiraterie boomen nach wie vor. Wie das Hauptzollamt in Karlsruhe mitteilt, hat der Zoll im vergangenen Jahr in knapp 24.000 Fällen gefälschte Waren im Wert von über 80 Millionen Euro an den Grenzen gestoppt. 2010 verzeichneten die Beamten auch annähernd so viele Fälle allerdings im Wert von 95 Millionen. An der Spitze der Herkunftsländer stehen China und Hongkong.
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Funkausstellung - Zollfahndung
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Zollbeamte im Kampf gegen Produktpiraterie - hier auf der Funkausstellung 2008 in Berlin. (Archiv)
Foto: dpa

75 Prozent der Fälschungen kommen seit Jahren aus der Volksrepublik China und Hongkong nach Deutschland. Am häufigsten stellten die Zöllner bei ihren Kontrollen im vergangenen Jahr persönliches Zubehör wie Taschen, Sonnenbrillen, Uhren, Schmuck sowie Schuhe und Bekleidung sicher (insgesamt rund 64 Prozent), bilanziert das Hauptzollamt in Karlsruhe.

Gefälschte Waren in 24.000 Fällen geschnappt

Gefährlicher, aber weniger häufig, sind Fälschungen von Zubehör und Bauteilen im Elektro- und Elektronikbereich (acht Prozent). In vielen Fällen erfüllen diese nicht die grundlegenden Bestimmungen der Produktsicherheit oder technische Sicherheitsstandards. Auch Arzneimittelplagiate (vier Prozent), gefälschte Nahrungsmittel und Getränke, die ein Prozent ausmachen, gingen den Beamten ins Netz.

67 Prozent aller Fälschungen konnte der Zoll bei Kontrollen im Post- und Kurierverkehr dem Markt entziehen. Über 30 Prozent der Rechte verletzenden Waren erreichten Deutschland im vergangenen Jahr auf dem Luftweg. Hier waren es 2010 noch 5.864 Aufgriffe, 2011 knapp 7.300. Die Entwicklung ist auf das veränderte Käuferverhalten zurückzuführen. Die Verbraucher bestellten vermehrt im Internet, was weniger seriöser Anbieter ausnutzten.

Fälschung qualitativ minderwertig und gesundheitlich bedenklich

Wegen des riesigen Warenangebots im Internet können gefälschte Produkte schnell per Post nach Hause gelangen. Doch genauso wie auf realen Marktplätzen gibt es auch im Internethandel schwarze Schafe. Der Zoll beschlagnahmt die geschäftlich eingeführte Fälschungen. Möglich sind zudem Schadensersatzforderungen des Originalherstellers. Deshalb rät der Zoll gerade auf virtuellen Marktplätzen zu gesundem Misstrauen. Vielfach sind auf den Internetseiten der Rechtsinhaber Informationen enthalten, die den Verbrauchern helfen, Fälschungen beziehungsweise verdächtige Angebote zu erkennen.

Der 26. April, der internationale Tag des geistigen Eigentums, steht für den Kampf der deutschen Zöllner, die gemeinsam mit den Unternehmen gegen die Marken- und Produktpiraterie vorgehen. So betont der Zoll, dass er mit seiner täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag leistet zum Schutz ehrlicher Unternehmen, die viel Geld in Innovation und Produktentwicklung stecken, von Arbeitnehmern, deren Arbeitsplätze durch billige Fälschungen gefährdet sind, und von Verbrauchern, die oft gefährliche, weil außerhalb jeder Überwachung produzierte, Waren erhalten.

Mehr zu: Zoll Fälscher Produktpiraterie Markenpiraterie



Kommentare [13]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (162 Beiträge) | 26.04.2012 16:33
    Bewerten: (0)
    Oje
    jetzt haben die Guttis Bücher-LKW angehalten
  • (11008 Beiträge) | 26.04.2012 16:29
    Bewerten: (0)
    Jeder
    klaren Verstandes kapiert, dass eine "echte 24 Karat" Rolex mehr als 10 Euro kosten muss.

    Oder wenn auf der Handtasche anstatt Gucci Guggi draufsteht und für schweineteure 19,95 zu haben ist, wird es klar, es handelt sich um original Schnäppchen.

    Da bildet sich so ein spezieller Markt aus, "wer hat das beste Fake"
  • (535 Beiträge) | 26.04.2012 12:30
    Bewerten: (0)
    geiz ist geil...
    das ist unsere mentalität...

    wenn man es sich nicht leisten kann dann soll man halt no name produkte kaufen aber nicht auf plagiate zurückgreifen das ist der größte schrott den es gibt...
  • (162 Beiträge) | 26.04.2012 16:41
    Bewerten: (0)
    vielleicht will ich ja gar keine
    nachgemachte Rolex, sondern nur eine billige 10 Euro Uhr.
    Wer schützt mich dann vor Plagiaten?
  • (1323 Beiträge) | 26.04.2012 15:09
    Bewerten: (0)
    Habe ne NoName Uhr für 20.- DM 15 Jahre alt
    Die läuft!
    Alle paar Jahre ne neue Knopfzelle für 3,50
    Die edelsten ZeitmessHighTechSchnurlifurzi für bis zu 175.- haben in oft atemberaubender Zeit den Geist aufgegeben und nixe von wegen Plagiat. Originale!
    NoName kann wirklich Spitze sein! vielleicht war es aber auch nur mal Spitze, denn wenn das Markenprodukt schon nicht mehr den Namen verdient ...
  • (5320 Beiträge) | 26.04.2012 11:01
    Bewerten: (0)
    Naja
    Ich schätze mal,dass die allermeisten Käufer von Plagiaten wissen oder zumindestens annehmen,dass das Fälschungen sind und das trotzdem haben wollen.
  • (1323 Beiträge) | 26.04.2012 15:00
    Bewerten: (0)
    Also wenn so ne Zwiebel 1.- Euro kostet und sie auch nach
    1.- Euro aussieht, habe ich nicht an Plagiat gedacht, blos weil drauf steht "trägt auch die Königin"
    Ist aber so!
    Wurde vom örtlichen Uhrmacher beim Batteriewechsel, darauf hingewiesen, daß es sich bei dem vom Nachbar aus Spaß mitgebrachten absolut minderwertigen Mitbringsel vom Thai-Straßenmarkt um einen Blender/Plagiat handelt und eigentlich müße das sofort gemeldet werden.
    Dachte immer wenn so ne Zwiebel auch auf den zweiten Blick wie das Original aussieht und du mußt schon aufschrauben, damit du den Unterschied siehst (Quarzwerk anstatt 10.000 Zahnräder) dann ist es ein Plagiat ... Ne is nich so
    Andererseits kauf ich mir die Zwiebel im Internet für 80.- Euronen weil "trägt auch die Königin" drausteht und das königliche Teil kostet 500.- aufwärts im Original isses bestimmt reine Absicht. Was mich dabei juckt, ist daß es gewisse Portale gibt, die verdienen daran 8.- Euronen und dürfen die dann auch behalten. Das kann sich richtig summieren herrliche 8 Milliönchen ohne Strafe
  • (5320 Beiträge) | 26.04.2012 15:28
    Bewerten: (0)
    Es ist
    nicht verboten,sich solche falsche Uhren zu kaufen und die auch hierher zu bringen,solange es nur Einzelstücke sind.Die darf ein Uhrmacher auch reparieren ohne das melden zu müssen.
    Wenn du allerdings von denen gleich Hunderte anschleppst,das geht nicht.Und um solche Fälle handelt es sich in diesem Artikel.
    Ich habe übrigens seit vielen Jahren eine falsche Rolex,die immer noch einwandfrei läuft.Plagiate müssen also nicht immer nur Schrott sein .
  • (1323 Beiträge) | 26.04.2012 15:45
    Bewerten: (0)
    Ich kann mich an die Typen von der italienischen Strandpomende erinnern
    da war ich allerdings noch Kleinkind.
    Stell mir gerade vor wie die Typen sich an der heimischen Straßenbahnstelle machen. grinsen
    Danke für die Info!
    Bleibe dennoch bei dem Rat für den Nachbar, er soll es lieber lassen ...
  • (11008 Beiträge) | 26.04.2012 10:12
    Bewerten: (0)
    Vielleicht
    gibt es deshalb in Roppenheim demnächst Lieferengpässe.
  • (195 Beiträge) | 26.04.2012 09:48
    Bewerten: (0)
    die chinesen sind an der geschichte ja nicht schukd,
    sondern die konsumgeilen menschen, die die teuren sachen sich nicht leisten können und trotzdem haben wollen.
    weniger markenbewusst kaufen seiten des verbrauchers ist hier die lösung, ob das möglich ist bei der werbuungflut ?
  • (11008 Beiträge) | 26.04.2012 10:14
    Bewerten: (0)
    Generell
    sind beide, der Käufer und der Lieferant Verursacher. Das kann man nicht so isoliert nur auf einen schieben.
  • (1323 Beiträge) | 26.04.2012 08:57
    Bewerten: (0)
    Hoffentlich bricht die Bilanz nicht ein!
    Mit dem neuen FOC wird es wohl nicht mehr so lukrativ sein mit Plagiaten.
    btw.
    Wieviel Handtaschen oder paar Schuhe sind eigentlich steuerfrei?
    Und als Krönung der Fragen: kann eigentlich das Portal auf dem die Plagiate gekauft wurden, haftbar gemacht werden?
    Wenn so ein Doedel/Ludolff-Derivat von der Ecke geklaute Radkappen anbietet, die ihm selber angedreht wurden, hat der doch auch im Normalfall ne Annonce wg. Hehlerei am Hals?

    Sorry aber 80 Millionen Peanutz ist doch kein Pappenstiel, wenn da ein milliardenschweres Unternehmen den deutschen Haushalt mit ein paar extra Millionen, die es nicht von der Steuer in Luxemburg abziehen kann, freundlich unterstützen darf ist doch allen geholfen irgendwie?
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