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Karlsruhe Karlsruher Zoll-Bilanz: 24.000 Plagiate an der Grenze gestoppt

Fälscher haben weiterhin Konjunktur. Vor allem die Produkt- und Markenpiraterie boomen nach wie vor. Wie das Hauptzollamt in Karlsruhe mitteilt, hat der Zoll im vergangenen Jahr in knapp 24.000 Fällen gefälschte Waren im Wert von über 80 Millionen Euro an den Grenzen gestoppt. 2010 verzeichneten die Beamten auch annähernd so viele Fälle allerdings im Wert von 95 Millionen. An der Spitze der Herkunftsländer stehen China und Hongkong.

75 Prozent der Fälschungen kommen seit Jahren aus der Volksrepublik China und Hongkong nach Deutschland. Am häufigsten stellten die Zöllner bei ihren Kontrollen im vergangenen Jahr persönliches Zubehör wie Taschen, Sonnenbrillen, Uhren, Schmuck sowie Schuhe und Bekleidung sicher (insgesamt rund 64 Prozent), bilanziert das Hauptzollamt in Karlsruhe.

Gefälschte Waren in 24.000 Fällen geschnappt

Gefährlicher, aber weniger häufig, sind Fälschungen von Zubehör und Bauteilen im Elektro- und Elektronikbereich (acht Prozent). In vielen Fällen erfüllen diese nicht die grundlegenden Bestimmungen der Produktsicherheit oder technische Sicherheitsstandards. Auch Arzneimittelplagiate (vier Prozent), gefälschte Nahrungsmittel und Getränke, die ein Prozent ausmachen, gingen den Beamten ins Netz.

67 Prozent aller Fälschungen konnte der Zoll bei Kontrollen im Post- und Kurierverkehr dem Markt entziehen. Über 30 Prozent der Rechte verletzenden Waren erreichten Deutschland im vergangenen Jahr auf dem Luftweg. Hier waren es 2010 noch 5.864 Aufgriffe, 2011 knapp 7.300. Die Entwicklung ist auf das veränderte Käuferverhalten zurückzuführen. Die Verbraucher bestellten vermehrt im Internet, was weniger seriöser Anbieter ausnutzten.

Fälschung qualitativ minderwertig und gesundheitlich bedenklich

Wegen des riesigen Warenangebots im Internet können gefälschte Produkte schnell per Post nach Hause gelangen. Doch genauso wie auf realen Marktplätzen gibt es auch im Internethandel schwarze Schafe. Der Zoll beschlagnahmt die geschäftlich eingeführte Fälschungen. Möglich sind zudem Schadensersatzforderungen des Originalherstellers. Deshalb rät der Zoll gerade auf virtuellen Marktplätzen zu gesundem Misstrauen. Vielfach sind auf den Internetseiten der Rechtsinhaber Informationen enthalten, die den Verbrauchern helfen, Fälschungen beziehungsweise verdächtige Angebote zu erkennen.

Der 26. April, der internationale Tag des geistigen Eigentums, steht für den Kampf der deutschen Zöllner, die gemeinsam mit den Unternehmen gegen die Marken- und Produktpiraterie vorgehen. So betont der Zoll, dass er mit seiner täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag leistet zum Schutz ehrlicher Unternehmen, die viel Geld in Innovation und Produktentwicklung stecken, von Arbeitnehmern, deren Arbeitsplätze durch billige Fälschungen gefährdet sind, und von Verbrauchern, die oft gefährliche, weil außerhalb jeder Überwachung produzierte, Waren erhalten.

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