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03.03.2016 15:49
 
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Karlsruher Staatsanwaltschaft: IS-Rekrutierer aus Südwesten festgenommen [1]

(Symbolbild)
Bild:(76016785) - fotolia.com

Stuttgart/Berlin (dpa/lsw) - Ein geistig eingeschränkter Mann reist in den Irak und sprengt sich für den IS in die Luft. Nun nimmt die Berliner Polizei einen Arzt aus dem Südwesten fest - er soll den Attentäter auf seine Reise in den «Heiligen Krieg» geschickt haben.
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Der mutmaßliche Rekrutierer eines islamistischen Selbstmordattentäters ist in Berlin festgenommen worden. Der Arzt aus Baden-Württemberg habe geholfen, einen späteren Selbstmordattentäter der Terrormiliz IS mithilfe von Propagandavideos zu radikalisieren, teilten das Landeskriminalamt und die Karlsruher Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Stuttgart mit. Außerdem habe der aus Mannheim stammende Salafist die Ausreise des 24-Jährigen mit organisiert - er habe ihm das Ticket gekauft und militärisches Zubehör besorgt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Tobias Wagner.

Der junge Mann verübte demnach am 18. Mai 2015 für die Terrorgruppe in der nordirakischen Stadt Baidschi einen Selbstmordanschlag. Mindestens zwölf irakische Regierungssoldaten sollen getötet worden sein. Nach dem Anschlag geriet der Arzt ins Visier der Ermittler.

Beide Männer wohnten einst in Freiburg. Der Jüngere sei im Oktober 2014 in das syrisch-irakische Krisengebiet gereist, um sich dort einer dschihadistischen Miliz anzuschließen. Er war nach Angaben des LKA geistig eingeschränkt und leicht beeinflussbar. «Er stand unter Betreuung», sagte Staatsanwalt Wagner.

Der festgenommene Arzt sei deutscher Staatsangehöriger, eines seiner Elternteil komme aber aus dem arabischen Raum. Inwieweit der 33 Jahre alte Arzt den jungen Mann aufgrund seiner psychischen Labilität bewusst als späteren Attentäter ausgesucht haben könnte, sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft wollte keine Angaben dazu machen, ob der junge Mann von dem Arzt behandelt wurde oder wie die beiden zueinander fanden.

Bei Durchsuchungen am Donnerstag in der Hauptstadt und in Mannheim seien unter anderem eine optische Zielvorrichtung für eine Schusswaffe sowie Mobiltelefone und elektronische Datenträger sichergestellt worden. Die Ermittler nahmen den Arzt in seiner Berliner Wohnung fest.

«Mit den Sonderprogrammen zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus haben wir die baden-württembergischen Staatsanwaltschaften um 14 Neustellen verstärkt und die Ermittlungen bei extremistischen Straftaten landesweit in drei staatsanwaltschaftlichen Sonderabteilungen konzentriert», betonte Justizminister Rainer Stickelberger (SPD). «Der heutige Ermittlungserfolg der Staatsanwaltschaft Karlsruhe zeigt, dass dies der richtige Weg ist.»

Die zuständige Staatsanwaltschaft Karlsruhe wirft dem Mediziner Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Die Vorbereitung wird mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft, die Strafe für die Beihilfe fällt geringer aus. «Da wäre auch Geldstrafe denkbar», sagte Wagner.

Der 33-Jährige wird nun dem Amtsgericht Karlsruhe vorgeführt, das über eine Untersuchungshaft entscheidet. Das Attentat mit vielen Toten spiele für die Strafbarkeit des Arztes juristisch keine Rolle, sagte Wagner. «Für die Beihilfe reicht schon, dass der jüngere Mann ins Ausland gereist ist», sagte Wagner.

Mehr als 780 deutsche Islamisten sind bislang in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist - ein Drittel von ihnen ist inzwischen wieder in Deutschland, Dutzende sind laut Verfassungsschutz gestorben. Etwa 1000 Menschen ordnen die Sicherheitsbehörden dem «islamistisch-terroristischen» Spektrum zu.

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Kommentare [1]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (407 Beiträge) | 04.03.2016 12:31
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Kein Arzt nicht einmal fertiger Zahnarzt!
    Es handelt sich um Nassim B. der bis bis vor wenigen Tagen in einer zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis in Charlottenburg als Assistenz arbeitete und seine Ausbildung noch nicht abgeschlossen hatte.
    Hier zeigt sich, dass der bundesdeutsche Pass zu leichtsinnig vergeben wird - er sollte nur nach Prüfung der Personen auf Verfassungstreue und deutschem Nationalbewußtsein vergeben werden.
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