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02.08.2012 16:45
 
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Karlsruher Slogan wird berühmt: Auch in Dänemark wird darüber diskutiert [30]

Karlsruhe (trs) - Die Suche nach einem neuen Karlsruher Stadtslogan erreicht nun nicht nur außerhalb der Fächerstadt, sondern sogar außerhalb der Bundesrepubik Berühmtheit: Am 1. August berichtete die dänische Zeitung nordschleswiger.dk über das Dilemma. Angestoßen hatte das Thema Stadtrat Tom Hoyem, der gerade in seiner alten Heimat Dänemark Urlaub macht.
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Tom Hoyem
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Stadtrat Tom Hoyem interessiert sich dafür, was man in Nordschleswig über den Karlsruher Slogan denkt.
Foto: ps/ka-news

Zehn Jahre lang arrangierten sich die Karlsruher mehr recht als schlecht mit dem Slogan "Karlsruhe - viel vor. viel dahinter". Schon lange ist jedoch der Ruf nach einem neuen und aussagekräftigeren "Claim" laut geworden. Seit einem Monat gibt es eben jenen - hinter den Kulissen ist er Monate lang von einer Berliner Agentur ausklamüsert worden.

"Schulmeisterliche Debatte"

Umso lauter sind nun die Rufe nach einer Alternative. Denn weder die Bevölkerung noch genügend Stadträte können sich offenbar mit "Karlsruhe - baden in ideen." anfreunden. Auch die ka-news-Leser haben lieber schnell neue Vorschläge eingereicht.

FDP-Stadtrat Tom Hoyem hadert zumindest mit der Art und Weise, wie die Diskussion über den neuen Spruch geführt wird. "Sie ist zu einseitig", bemängelt er in einer Email an die ka-news-Redaktion. Ihn stört vor allem, dass die Debatte schulmeisterlich geführt werde, indem man auf Ausdrücken wie "Claim" rumhacke, sich über das klein geschriebene Wort "ideen" lustig mache oder den Spruch verunglimpfe, mit dem die Stadt "baden gehe".

Auch in Dänemark werden Slogans diskutiert

Negativ nimmt er außerdem wahr, dass die Diskussion in eine Kampagne gegen das Stadtmarketing, Erste Bürgermeisterin Margret Mergen "oder uns Politiker generell" ausarte. Inzwischen könne man den Eindruck bekommen, dass "ganz Karlsruhe" gegen den Slogan wettere. Das sei aber nicht korrekt, wie er auch einer eigens organisierten Umfrage entnehme. Hoyem möchte deshalb nichts unversucht lassen, und erhofft sich nun Hilfe aus seiner Heimat. Während seines Sommerurlaubs in Dänemark sprach er mit der deutschsprachigen Zeitung "nordschleswiger.dk" über die Karlsruher Suche nach einem neuen Claim - und hofft nun auf Leserreaktionen aus der Gegend. Die deutschsprachigen Dänen sind aufgefordert, ihre Ideen direkt an Tom Hoyem zu senden. Der Stadtrat will diese dann im September in Karlsruhe präsentieren.

Um die Karlsruher zu trösten, berichtet er außerdem von ähnlichen Diskussionen aus Dänemark. Dort, wo Hoyem gerade seinen Urlaub verbringt, gebe es ein ganz ähnliches Problem: Für die Urlaubsgegend habe man sich den Slogan "Tid til livet" (Zeit zum Leben) ausgedacht. "Für uns Urlaubsgäste passt es sehr schön, aber die Handwerker und viele andere erleben es als eine 'Beleidigung' den Einwohnern gegenüber, die hier leben und arbeiten." In der Hauptstadt Kopenhagen gebe es ebenfalls Knatsch: Aus "Wonderful Copenhagen" sei nun "C/*open*/hagen-/*open*/ for you" geworden. "Wir Dänen haben kein traumatisches Verhältnis zu Fremdsprachen, aber es wird als zu intellektuell empfunden", berichtet er. "Ein bisschen wie: viel vor.viel dahinter."

"Kreativität kommt nicht aus Berlin"

Die Karlsruher Diskussion ist inzwischen auch nach Berlin durchgedrungen: in den Hauptsitz der Agentur kleinundpäcking, die monatelang am neuen Claim gearbeitet hat. Arne Klein, der die Idee in der Fächerstadt präsentierte, empfindet die Kritik jedoch als konstruktiv. "Ich hätte mir Sorgen gemacht, wenn keine Reaktion gekommen wäre", lacht er. Gerade weil die Karlsruher so reagierten, gehe seine Strategie auf. "Karlsruhe hat ein überdurchschnittlich engagiertes Bürgertum, es gibt hier viel Kreativität, die die Menschen auch kundtun." Die Abneigung stimme ihn deshalb nicht traurig - als Profi habe er schließlich Erfahrung in seinem Geschäft. Sie zeige viel eher, wieviel Identität und Haltung es in Karlsruhe gebe, das sei sehr bemerkenswert.

Schade sei lediglich, dass die Entscheidung nun verzögert werde. Dennoch ist er sich sicher, dass die Fächerstadt bis zum 300. Stadtgeburtstag 2015 ihren neuen Slogan bekomme. "Karlsruhe. baden in ideen." natürlich. Denn dieser sei die beste Lösung. "Wir haben daran viele Monate sehr hart gearbeitet", erläutert er. Und dies nicht nur von Berlin aus, was er oftmals fehlinterpretiert sieht. Neben Agentursitzen im Südwesten habe man ebenfalls mit Karlsruher Kollegen zusammengearbeitet und unzählige Sitzungen mit Kuratorium und Aufsichtsrat abgehalten. "Es gab einen sehr professionellen Weg im Vorfeld". Die Kreativität komme daher keinesfalls aus Berlin, wie gerne abwehrend gesagt werde.

"Karlsruhe. Vorwärts mit Ideen aus Baden"

Unterdessen erreichen auch die ka-news-Redaktion immer wieder Vorschläge, wie der neue Slogan für Karlsruhe klingen könnte. Neben den bislang bei unserer Online-Umfrage zur Auswahl gestellten Ideen sollen deshalb auch noch die jüngsten Lesersprüche erwähnt werden: Hartmut Kurz schlägt "Karlsruhe - viel mehr als Rhein, Rad und Recht!" vor, Rainer Kastner schickt "Das Wichtigste zuerst. Karlsruhe." ins Rennen. Sehr ausführlich äußert sich unser Leser Dietrich Pouw zum Thema: "Die meisten der vorgeschlagenen Werbeslogans für die Stadt Karlsuhe finde ich sehr schwach", schreibt er uns.

"Karlsruhe - breit gefächert zum Beispiel: nett, aber begrenzte Aussagekraft. Vielfältig aufgestellt sind viel Städte, nett reicht nicht!" Er findet, dass "das mit den 'Ideen' im Slogan schon die richtige Richtung" sei. Warum? Weil es auf die Historie der Stadt Karlsruhe abziele - mit vielen sehr wichtigen Innovationen wie dem Fahrrad. Technologiepark und Technologieregion zeigen seiner Ansicht nach, welche Bedeutung Ideen in der Region hätten. Er schlägt deshalb "Karlsruhe. Vorwärts mit Ideen aus Baden" vor.

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Kommentare [30]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (8 Beiträge) | 02.08.2012 17:27
    Traurig sein muss er bestimmt nicht
    der Herr Klein von der Berliner Agentur - sein Geld wird er ja wohl kriegen. Ob nun sein Slogan genommen wird oder nicht... Ich verstehe aber nicht, wie er sich über die Kritik der Karlsruher freuen kann und gleichzeitig sicher sein, dass sein Slogan genommen wird.
    Sachen gibts...
  • (3819 Beiträge) | 07.08.2012 19:43
    MEIN Vorschlag
    lautet:

    Karlsruhe. Technik Recht Kultur
  • (20148 Beiträge) | 02.08.2012 17:57
    Würde mich
    mal interessieren, was daran monatelang hart gearbeitet ist sich drei Wörter auszudenken.
    Solche lächerlichen Sprüche bringt doch jeder Grundschüler in fünf Minuten zusammen.

    Und Herr Hoyem kann sicher hervorragend deutsch, darum muss es auch ihm klar sein, dass das Wort 'baden' in diesem Zusammenhang natürlich sofort mit 'baden gehen' assoziiert wird.
    Was natürlich beim alten Slogan nicht viel besser war, da hat sich das 'viel vor, nix dahinter' auch förmlich aufgedrängt.

    Man kann jeden Spruch verballhornen, aber es sollte sich eben nicht auf den ersten Blick so aufdrängen.

    Habe fertig.
  • unbekannt
    (4000 Beiträge) | 02.08.2012 18:10
    Ich kann mir schon vorstellen, dass das Monate braucht.
    Erst vier Monate Vorbesprechungen, dann zwei Monate Projektablaufplanung und dann drei Minuten Arbeit grinsen
  • (4517 Beiträge) | 02.08.2012 18:38
    Vorher muss aber noch die Verwaltungsarbeit zum Honorar und der Abrechnungsweise kommen. Genaue Verträge, die festlegen, wieviel pro Buchstabe und pauschale Materialkosten.
    Mit Ideen kann man nicht in unbezahlte Vorleistung treten. grinsen
  • (1310 Beiträge) | 02.08.2012 23:44
    ...
    Zitat von hetfield
    Würde mich mal interessieren, was daran monatelang hart gearbeitet ist sich drei Wörter auszudenken.


    Über "baden in ideen" kann man sich streiten, aber die drei Wörter, aus denen so ein Claim besteht, müssen nun mal gut und lange überlegt sein.

    Dass etwas Originelles rauskommen kann, das dauerhaft im Hirn haften bleibt, beweisen z. B. "Arm, aber sexy", "Weltstadt mit Herz", "Geiz ist geil", So muss Technik", "...find ich gut", "Freude am Fahren", "Vorsprung durch Technik" u. v. a. Alles Sprüche, die goldwert sind.
  • (20148 Beiträge) | 04.08.2012 01:29
    Arm aber sexy
    beweist zunächst einmal die Partymentalität und Dummheit des regierenden Bürgermeisters von Berlin. Einfach nur blöd rausgeschwätzt.
    Weltstadt mit Herz (München) ist altmodisch und darum beständig bis in alle Ewigkeit. Zu Recht, weil München ist eben auch klasse.
    Die Techniksprüche - naja - lassen wir mal stecken.

    Geiz ist geil hat eine ganze Generation fehlgeprägt und unglaublichen Schaden angerichtet. Wie sollen die denn zwischen preiswert und Schrott unterscheiden können? Können sie nicht.

    Sie können ja auch nicht zwischen IKEA und Mann Mobilia unterscheiden. Und selbst wenn man sichs nicht leisten kann, man sollte den Unterschied kennen. Man kann nicht alles haben. Aber wär schon geil. Es geht nicht um das fehlende Geld, es geht um den fehlenden Stil.
  • (142 Beiträge) | 02.08.2012 18:22
    Karlsruher Slogan wird berühmt: Auch in Dänemark wird darüber diskutier
    warum um alles in der Welt sollte das die Dänen denn interessieren ?
    Karlsruhe: viel vor, aber leider nix dahinter
  • (2812 Beiträge) | 02.08.2012 18:28
    Vielleicht
    kann Herr Hoyem den Slogan in Dänemark weiter verkaufen.

    Zu Karlsruhe passt er nicht.
  • unbekannt
    (4000 Beiträge) | 02.08.2012 18:32
    Dann wird aber erst Herr von Bergmann
    seine Urheberschaft geltend machen!

    Und Jörg Rupp grinst sich eins grinsen
  • (1878 Beiträge) | 02.08.2012 19:06
    Vier Monate Vorbesprechungen, 2 Monate
    Projektablaufplanung, 3 Minuten Arbeit.

    '''Dreifragezeichen", da haste was vergessen, die intensive psychologische Beobachtung und Bearbeitung der Frau Bürgermeisterin Mergen, die die Kasse aufmachen muss.

    Und das schwer anstrengende Nachdenken, ob man 50.000 Euronen verlangen kann oder 70.000. Also was ist ein Buchstabe wert, soll man Leerzeichen mit einrechnen und dann kommt natürlich noch derZuschlag des Einfalles überhaupt. Das braucht doch Zeit!

    Ja, da muss man Nachdenken, das kann man doch nicht übers Knie brechen. grinsen
  • unbekannt
    (4000 Beiträge) | 02.08.2012 20:29
    Leerzeichen! Das isses!
    Neuer Vorschlag für den Slogan:

    Karlsruhe - ___________________________________

    Jeder darf reinschreiben was er will! grinsen
  • unbekannt
    (5089 Beiträge) | 03.08.2012 10:19
    Nene
    Jetzt hab ich es:
    Karlsruhe-not a slogan
  • (32 Beiträge) | 02.08.2012 20:03
    Wozu braucht man das?
    Vielleicht sollte man sich mal grundsätzlich über einen solchen "Claim" Gedanken machen. Ich komme eigentlich ziemlich viel rum und habe jetzt erfahren, dass viele Städte solche Slogans haben. Mir ist jedoch keiner im Gedächtnis hängen geblieben, noch nicht mal der unserer Bundshauptstadt... Wie war der nochmal?
    Wozu also braucht man das? Das Stadtmarketing sollte lieber seine Kraft in die Vorbereitung zum Stadtgeburtstag stecken und die Karlsruher Bürger mit einem faszinierenden Programm (und nicht einem sündhaft teueren Pavillon) überraschen. Damit können wir uns dann ja vielleicht auch identifizieren und alle gemeinsam Werbung nach außen machen.
  • (2080 Beiträge) | 02.08.2012 21:24
    Bundeshauptstadt
    "Ich komme eigentlich ziemlich viel rum und habe jetzt erfahren, dass viele Städte solche Slogans haben. Mir ist jedoch keiner im Gedächtnis hängen geblieben, noch nicht mal der unserer Bundshauptstadt... Wie war der nochmal?"

    "Arm, aber sexy.", soweit ich weiß.
  • (4050 Beiträge) | 03.08.2012 11:07
    Das "Arm aber sexy" hat Wowereit irgendwann mal gesagt und das blieb für immer hängen.
    Aber das ist nicht der offizielle Stadtslogan von Berlin.
  • (1329 Beiträge) | 02.08.2012 20:21
    wie wärs mit
    karlsruhe - wer braucht schon slogans

    ich persönlich stimme hoyem nicht zu - marketing hat sicher seinen sinn aber man kann es auch übertreiben - hat was inflationäres im moment ... arbeite selbst im ö.D. und auch wenn es sich nicht so nennen darf ist das marketing eine lachpaltte
  • (3118 Beiträge) | 02.08.2012 21:18
    Karlsruhe - 300 Jahre!
    Zum Stadtjubiläum kann es nichts anderes geben.

    Schreibe noch das Datum (2.8.2012) dazu damit es mir keiner klaut.

    Hiermit kündige ich eine Klage bis zum Europäischen Gericht für Menschenrechte an, wenn der Berg oder das Rupp mir das abspenstig machen wollen.
  • (4517 Beiträge) | 03.08.2012 04:09
    Karl machte nur Muuuh,
    Karls Ruhe machte dann Mühe
  • (69 Beiträge) | 03.08.2012 08:41
    Immer wieder Hoyem
    da musste er also mal wieder das Sommerloch stopfen und den geneigten Leser mit der offensichtlich maßgeblichen dänischen Meinung über unseren schönen neuen und ach auch so preiswerten Claim beglücken, der Tom Hoyem. Was ich allerdings gar nicht verstehe, dass er sich beklagt, dass die Debatte um den Claim "schulmeisterlich" geführt wird. Er ist doch ein Schulmeister, wenn natürlich auch ein weltbekannter. Setzen, 6!

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