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Karlsruhe Karlsruhe muss sparen: Werden bald Bürgerbüros geschlossen?

Müssen die Karlsruher künftig mit weniger Bürgerbüros auskommen? Ein Vorschlag des Ordnungsamts sieht vor, gleich zwei Bürgerbüros in der Fächerstadt zu schließen. Der Grund: Die Stadt muss Kosten einsparen. Und es ist nicht die einzige Änderung, die für die Karlsruher Bürgerbüros geplant ist.

Die Stadt will und muss sparen: Um dem jährlichen ansteigenden Defizit entgegenzuwirken , startete die Stadtverwaltung 2015 einen Haushaltsstabilisierungsprozess. Eine Einsparung könnte nun die Bürgerbüros treffen: Das Ordnungsamt hat vorgeschlagen, zwei Karlsruher Bürgerbüros zu schließen. Das bestätigt Björn Weiße, Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes der Stadt Karlsruhe, auf Nachfrage von ka-news.

Künftig kein Bürgerbüro in Hagsfeld oder im Rathaus?

"Der Gemeinderat hat die Verwaltung aufgefordert, Einsparvorschläge zu bringen, um den Haushalt zu konsolidieren", erklärt Weiße. Der Vorschlag, den das Ordnungsamt in Workshops erarbeitetet hat sieht die Schließung der Bürgerbüros im Rathaus und in Hagsfeld vor.

"Sämtliche Großstädte in Deutschland stehen unter Kostendruck", meint der Amtsleiter. Bürgerbüros zu reduzieren sei eine häufige Sparmaßnahme. München habe für rund 1,4 Millionen Einwohner noch sechs Bürgerbüros - ursprünglich seien es 22 gewesen. In Karlsruhe könnten aus elf bald neun werden. Laut einer Statistik, die die Stadt Weiße zufolge seit Jahren führt, müssen Bürger durchschnittlich alle fünf Jahre in ein Bürgerbüro. "20 Minuten Anfahrtszeit alle fünf Jahre sollten in Ordnung sein", meint der Amtsleiter. Welche Sparvorschläge umgesetzt werden, entscheide der Gemeinderat nach und nach im Laufe des Jahres.

Stadt will Wartesystem umstellen

Doch die möglichen Schließungen sollen nicht die einzigen Änderungen sein. "Bürgerbüros sind immer ausgelastet", kommentiert Weiße. Das hat Folgen für die Mitarbeiter: Für sie seien keine Mittagspause und bis zu drei Überstunden in der Vergangenheit an der Tagesordnung gewesen, so Weiße. Als Reaktion darauf hätten die Karlsruher Bürgerbüros auf Terminvergabe umgestellt. Die Termine können dem Amtsleiter zufolge gut eingehalten werden. Auch für die Stadt habe das Vorgehen Vorteile: Die Mitarbeiter wissen, wie viele Bürger kommen und mit welchem Anliegen.

Bislang könne man sowohl online als auch telefonisch, per Mail oder vor Ort einen Termin vereinbaren. "Es kann allerdings sein, dass man nicht sofort einen Termin bekommt. Ein Vorlauf von bis zu zwei Wochen ist möglich", merkt Weiße an. Das könnte sich allerdings bald ändern: Für die nahe Zukunft will die Stadt Bürgern ermöglichen, bei der Terminvereinbarung vergleichen zu können, in welchem in welchem Karlsruher Bürgerbüro man am schnellsten drankomme.

Des Weiteren läuft nach Aussage des Amtsleiters derzeit ein Test in der Kaiserallee 8: Auf dem Zettel, den man ziehen muss, stehe nicht mehr nur eine Nummer, sondern auch die Uhrzeit, zu der man voraussichtlich aufgerufen wird. "Wir haben schon sehr viel positive Rückmeldung von Kunden bekommen", berichtet Weiße. Das neue System hätte man nun auch den anderen Bürgerbüros in Karlsruhe angeboten. Einige technische Fragen seien nun noch zu klären. Wahrscheinlich ab Mitte des Jahres werde es die Zettel mit den Uhrzeiten Weiße zufolge dann in allen Bürgerbüros der Fächerstadt geben. 

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