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Karlsruhe Giftköder, Fallen und Attacken: Immer mehr Tierquäler in Karlsruhe?

Lämmer mit abgeschnittenen Ohren, Katzen in Drahtschlingen und vergiftete Wurstköder: In letzter Zeit scheinen sich die Fälle von Tierquälerei rund um Karlsruhe zu häufen. Müssen Tierbesitzer um ihre Lieblinge fürchten? Und welche Motivation treibt die Täter an?

Die Bilder schockierten: Anfang Juni wurde ein kleines Lamm in Durlach offenbar Opfer eines Tierquälers. Das Tier wurde von einer Spaziergängerin mit abgetrennten Ohren im Bereich der Mülldeponie gefunden und musste aufgrund der Schwere seiner Verletzungen eingeschläfert werden.

Obwohl die Polizei in dem Fall ermittelte, wird wohl unklar bleiben, was dem Lamm zugestoßen ist. "Es gibt in diesem Fall keine neuen Erkenntnisse", so ein Sprecher der Karlsruher Polizei im Gespräch mit ka-news.  Dass sich noch etwas Konkretes ergibt, hält der Polizeisprecher aufgrund der wenigen Spuren für unwahrscheinlich.

Tierquälerei ist Dauerthema bei der Karlsruher Polizei

Es ist nicht der einzige Fall, der in den letzten zwei Monaten die Gemüter in der Fächerstadt erhitzte und für Entsetzen bei Tierfreunden sorgte: Vergangene Woche sorgte ein 60-Jähriger für Aufsehen, der Drahtfallen auslegte und dabei eine Katze verletzte. Seit dieser Woche wiederum ermittelt die Polizei gegen einen 80-Jährigen, der im Verdacht steht, im Juli vergiftete Wurstköder auf dem Murgdamm ausgelegt zu haben. Zeichnet sich hier etwa ein trauriger Trend in der Region ab?

Fälle von vermeintlicher Tierquälerei sind in der Tat ein Dauerthema bei der Karlsruher Polizei. "Ein bis zwei Mal die Woche werden im Schnitt Fälle zur Anzeige gebracht", erklärt der Pressesprecher auf Anfrage von ka-news. In vielen Fällen handle es aber glücklicherweise um falschen Alarm: "Es werden altersbedingte Krankheiten oder weggeworfene Essensreste falsch gedeutet."

Schwere Fälle von Tierquälerei wie beispielsweise die systematische Misshandlung von Tieren oder unsachgemäße Transporte sind eher die Ausnahme, bestätigte die Polizei bereits vor einem Jahr auf Nachfrage von ka-news. Daran hat sich offenbar nichts geändert: Einen Trend bezüglich der Fälle von Tierquälerei will der Polizeisprecher nicht erkennen. "Die Zahlen sind hier gleichbleibend", versichert er.

"Die Motivationen sind sehr unterschiedlich"

So unterschiedlich die Fälle, so unterschiedlich sind auch die Motive, die die Täter dazu bringen, Tiere zu quälen. Bei vergifteten Wurstködern nennt der Polizeisprecher Angst vor einem Hundeangriff, Ärger über streunende Hunde oder deren Hinterlassenschaften als Motive. "Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich", betont er. Zudem beobachte man bei der Polizei immer wieder Fälle von Verwahrlosung. "Hier handelt es sich dann um Tiermessis, die in der Wohnung den Überblick über die vielen Tiere verlieren."

Deutlich seltener komme es vor, dass Tiere aus reinem Sadismus gequält werden. "Es gibt vereinzelt Fälle von Sadismus und Sodomie - aber das sind Ausnahmen", erklärt der Pressesprecher. Werden Tierquäler überführt, drohen ihnen Geldbußen bis zu 25.000 Euro, ein richterlich angeordnetes Tierhalteverbot und in schweren Fällen sogar Haftstrafen.

Tipps der Polizei, falls ein Hund etwas Gefährliches gefressen hat oder Vergiftungserscheinungen zeigt:

1. Kühlen Kopf bewahren

2. Schnellstmöglich mit dem Vierbeiner zum Tierarzt zu gehen, auch nachts

3. Erbrochenes oder Ausgeschiedenes vorsichtig in einer Plastiktüte sichern (Eigenschutz beachten, z.B. Gummihandschuhe tragen!)

4. Wenn möglich den Stoff mitbringen, von dem das Tier gefressen hat (auch hier gilt, zuallererst an die eigene Gesundheit zu denken, denn manches ist für den Menschen genauso gefährlich!)

5. In allen Verdachtsfällen kann Anzeige bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle erstattet werden.

 

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