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Karlsruhe Ausgesetzte Tiere in Karlsruhe: So verhalten Sie sich richtig!

Handys, Laptops, Klamotten lassen sich umtauschen. Anders verhält es sich mit tierischen Weihnachtsgeschenken. Nicht selten werden Hunde während den Festtagen am Straßenrand ausgesetzt, verenden beim Versuch, das Herrchen im Auto einzuholen. Andere warten angeleint an Raststätten - vergebens. Was zu tun ist, wenn Sie in diesen Tagen ein ausgesetztes Tier sehen - darüber informieren die Karlsruher Polizei und der Tierschutzverein.

Vom Weihnachtsbaum zur Autobahnraststätte: Nicht für alle Vierbeiner endet die Weihnachtszeit mit Freude. Jedes Jahr warnen Tierschützer vor "lebendigen Geschenken" für Kinder oder den Partner. Denn was als tierische Überraschung gedacht war, kommt dann beim Beschenkten nicht immer gut an. Sich "die Blöße" im Tierheim zu geben, ziehen einige nicht in Erwägung. Ein unliebsam gewordenes Tier einfach auszusetzen, ist jedoch kein Kavaliersdelikt.

Polizei ermittelt gegen Halter von ausgesetzten Tier-Geschenken

Das Aussetzen von Tieren kann nach Paragraph 18 des Tierschutzgesetzes mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Wird ein Tier ausgesetzt, leiten die Beamten bei Hinweisen auf den Halter eine strafrechtliche Verfolgung ein, erklärt eine Pressesprecherin der Karlsruher Polizei auf Nachfrage von ka-news.

Beim Auffinden eines ausgesetzten Tieres -ob tot oder lebendig- sei es daher sinnvoll, die Polizei zu verständigen, so die Pressesprecherin weiter. Die Beamten würden die Tiere dann ins Tierheim bringen, ein sogenanntes Tiertaxi verständigen oder sich um die Beseitigung von sterblichen Überresten kümmern. "Die Mitarbeiter des Tierheims werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden, sobald sie Hinweise auf den Täter oder Besitzer erlangen", so heißt es weiter.

Nicht selten werden Autofahrer mit dem tragischen Schicksal ausgesetzter Hunde konfrontiert - beispielsweise wenn diese unerwartet vor den eigenen Pkw laufen oder durch bereits geschehene Kollissionen auf Autobahn und Co. leblos am Straßenrand zurückbleiben. Die Polizei rät trotz des Schrecks zu besonnen Reaktionen: "Wenn man für ein Tier bremst, sollte man auch den nachfolgenden Verkehr im Auge behalten." Laut Verkehrsordnung müsse ein zwingender Grund zum Bremsen gegeben sein. "Oft reagieren Menschen reflexartig und es kann bei Ausweichmanövern meist noch mehr passieren", so die Sprecherin. Sollte ein auf die Straße rennendes Tier tödlich verunglücken, sei die Straßenmeisterei oder die Polizei zu verständigen.

Nicht jeder Halter, der sein Tier auf diese Weise loswerden will, kann auch zur Rechenschaft gezogen werden. "Der Halter kann nur ermittelt werden, wenn das Tier gechipt ist und natürlich registriert wurde", meint eine Mitarbeiterin des Tierheims Karlsruhe gegenüber ka-news. 

Vor allem Urlaubszeit bereitet Tierfreunden Sorgen

Eine gute Nachricht: Offenbar haben sich die Menschen den Appell der Tierschützer, keine Tiere zu verschenken, zu Herzen genommen. Im Karlsruher Tierheim zumindest bemerke man keine Zunahme von ausgesetzten Tieren rund um Weihnachten. "Viele Zoohandlungen verkaufen in den Weihnachtswochen keine Tiere, damit diese nicht ungewollt unter dem Weihnachtsbaum landen", so die Tierheim-Mitarbeiterin.

Diesen Eindruck bestätigt auch die Karlsruher Polizei: Die Beamten der Polizeihundeführerstaffel, die Straftaten wie das Aussetzen von Tieren bearbeiten, registrierten keine erhöhten Zahlen über die Weihnachts- und Winterzeit, so die Pressesprecherin der Karlsruher Polizei. Man müsse dabei bedenken, dass nicht jeder Fund auch gemeldet werde. Sorgen bereitet der Tierheim-Mitarbeitern der Blick auf die Urlaubszeit: Vor allem in den Sommerferien würden Tiere noch immer ausgesetzt.

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