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Karlsruhe KSC-Spiele live: Stadt nicht für TV-Übertragung zuständig

Der Karlsruher SC war am Dienstag Thema im Gemeinderat. Diesmal ging es aber nicht ums Stadion. Die Karlsruher Liste (KAL) wollte für die KSC-Fans eine Lanze brechen. Die Stadt solle sich für die Übertragung von KSC-Spielen einsetzen, forderte die Fraktion in einem Antrag. Doch dem KAL-Vorschlag erteilten die Stadtverwaltung sowie die anderen Fraktionen eine klare Absage. Sportübertragungen seien keine städtische Aufgabe, so die mehrheitliche Meinung.

Die Sorge, dass die Karlsruher Fankultur und die ansässigen Gastronomen unter dem Wegfall der KSC-Spiel-Übertragungen zu leiden haben, hat die Gemeinderatsfraktion der Karlsruher Liste (KAL) veranlasst, eine Anfrage an die Stadtverwaltung zu richten.

"Durch den Abstieg des KSC in die dritte Bundesliga hat die Stadt Karlsruhe nicht nur einen Imageträger verloren, sondern auch die samstäglichen Events in verschiedenen Lokalitäten bei den Live-Übertragungen der KSC-Spiele", heißt es in dem Antrag. Es sei zu vermuten, dass der Wegfall dieser Ereignisse bei den Gastwirten zu Umsatz- und Gewinneinbußen führe und somit auch die Stadt Karlsruhe weniger Gewerbesteuer einnehme. Die Stadtverwaltung sollte demnach Konzepte erarbeiten, um den Karlsruher Gastronomen eine Übertragung der KSC-Spiele auch in der 3. Liga zu ermöglichen.

Stadt für Sportübertragungen nicht zuständig

"Wer nicht ins Stadion gehen oder auf Auswärtsspiele fahren kann, bekommt von seinem Verein leider nichts mehr mit", beklagte Margot Döring von der KAL am Dienstagabend. Die Stadt solle für alternative Übertragungsmöglichkeiten zwar kein Geld locker machen, aber Wege aufzeigen, wie Karlsruher Gastronomen weiterhin KSC-Spiele zeigen könnten. "Die sozialen Aspekte des miteinander Schauens stehen dabei im Vordergrund", so Döring.

Die Stadt erteilte dem Antrag eine Absage. "Die Übertragung von Events und Sportveranstaltungen ist keine städtische Aufgabe. Die Verwaltung empfiehlt daher, den Antrag abzulehnen", hieß es in der Stellungnahme der Stadtverwaltung.

"Eine Bezuschussung oder gar ein Erwerb der Rechte und die Organisation der Übertragung im Rahmen der Kulturförderung kommen für die Verwaltung schon wegen dieser hohen Kosten nicht in Betracht. Dies würde nicht zuletzt eine Erwartungshaltung auch bei anderen Veranstaltern aus Kultur und Sport provozieren, da in Karlsruhe ein breites Portfolio attraktiver Sport- und Kulturveranstaltungen existiert", begründete die Stadt ihre Haltung weiter. Die anderen Fraktionen folgten der Argumentation der Stadt.

"Bei Heimspielen geht der richtige Fan ins Stadion"

"Wenn man es bei einem macht, müsste man es bei allen machen", fand auch CDU-Stadtrat Detlef Hofmann. Der Stadtrat betonte zudem, dass die Stadt keinen Imageträger verloren habe. Der KSC habe nicht an Interesse verloren, die Dritte Liga einen immer höheren Stellenwert. Auch bei der Linken-Fraktion kam der KAL-Antrag nicht gut an. "Kommerzfußball ist Sache der Sender und keine kommunale Aufgabe", so Stadtrat Niko Fostiropoulos. Stadtrat Heinrich Maul von der SPD erklärte: "Bei Heimspielen geht der richtige Fan ins Stadion und sitzt nicht in der Kneipe."

Grund für den Antrag der KAL: Der Bezahlsender Sky überträgt keine Spiele der 3. Liga. Der Südwestrundfunk (SWR) überträgt nur ausgewählte Partien live. So beispielsweise auch das Auftaktspiel des KSC gegen Heidenheim. Der KSC indes prüft die Möglichkeiten, eigene Spiele live übertragen zu können und führt derzeit Gespräche mit der Agentur SportA, dem Rechtehalter der 3. Liga. Laut Stadtverwaltung verhandele auch ein Karlsruher Regionalsender derzeit mit der Vermarktungsagentur über den Erwerb von Rechten für bis zu fünf Spiele. Die Stadt geht daher davon aus, dass die attraktivsten Begegnungen auch in der Gastronomie gezeigt werden können.

Antrag der KAL als PDF (Link führt zu Webseite der Stadt Karlsruhe)

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