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Karlsruhe KIT - der Fluch Elite-Uni gewesen zu sein

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist keine Elite-Uni mehr. Das ist die bisher größte Niederlage in der Geschichte des jungen KIT - im Jahr 2009 fusionierten Universität und Forschungszentrum. Doch liegt es wirklich an der Qualität der Forschung? Nein, der KIT-Abstieg ist vielmehr eine politische Entscheidung!

Am KIT zeigte man sich überrascht über die Niederlage bei der zweiten Runde der Exzellenzinitiative. Hatte man doch fest damit gerechnet, wieder in den Kreis der Besten aufgenommen zu werden. Warum es letztlich nicht geklappt hat, kann man sich auch am KIT nicht erklären.

Doch das KIT musste nicht absteigen, weil die Qualität der Forschung nicht stimmt. Der Wissenschaftsstandort ist nach wie vor exzellent. Das KIT musste absteigen, weil es eine Elite-Hochschule zu viel in Baden-Württemberg gegeben hätte. Mit dem Aufstieg von Tübingen wären von elf Elite-Unis fünf in Baden-Württemberg gelegen. Möglicherweise zu viele für den Bewilligungsausschuss aus Wissenschaft und Politik. Daher wurde am 15. Juni entschieden: Freiburg und Karlsruhe fliegen raus. Der KIT-Abstieg ist damit auch dem Regionalproporz geschuldet.

Exzellenzinitiative ist politische Einflussnahme

Warum eine Uni Elite wird, eine andere aber nicht, das ist schwer nachvollziehbar. Letztlich ist mit der Exzellenzinitiative ein Instrument geschaffen worden, damit der Bund Einfluss auf die Forschung an den Universitäten nehmen kann. Denn Hochschulpolitik ist eigentlich Ländersache. Mit der Frage "Elite - ja oder nein?", kann der Bund auf die Unis und ihre Forschung Druck ausüben. Zudem lockt er mit Millionen an Forschungsgeldern.

Durch den Verlust des Elite-Titels entgehen dem KIT bis zu 80 Millionen an Fördergeldern, das ein oder andere Projekt steht vor dem Aus. Am KIT betont man, das Ausbleiben der zusätzlichen Exzellenzmittel habe auf die Lehre am KIT aber keine finanziellen Auswirkungen. Das mag sogar stimmen. Denn die breite Masse der Studenten hat von den Fördermitteln sowieso nicht wirklich profitiert. Auch eine Elite-Uni muss sparen - das bekommen auch die Karlsruher Studenten zu spüren. An der Fakultät für Chemie und Biowissenschaften gingen die Studenten beispielsweise kürzlich auf die Barrikaden, nachdem die Öffnungszeiten der Fachbibliothek verkürzt werden sollten. Die Fördergelder gingen vielmehr in die Forschung, in "Eliteprojekte".

Doch auch wenn die Entscheidung auf den studentischen Alltag keine Auswirkungen hat, ist sie dennoch ein herber Rückschlag für das KIT. Denn die Uni muss mit der Niederlage leben, aus dem Kreis der Elite ausgestoßen worden zu sein. Das schadet dem Ansehen - ist ein Imageschaden. Gerade in der Wissenschaft zählt eine gute Reputation und vor allem ein Titel. Das KIT gehört nun zu den Verlierern - auch wenn dort nach wie vor exzellente Forschung betrieben wird. Vielleicht wäre es für das KIT besser gewesen nie zur Elite gehört zu haben, statt als Absteiger-Uni dazustehen. Denn dieser Makel bleibt haften.

Siehe auch:

KIT nicht mehr Elite: 80 Millionen Euro futsch - Projekte vor dem Aus

KIT keine Elite mehr - das sagen die Studenten

Karlsruhe steigt ab - KIT keine Elite-Uni mehr

Kommentar: KIT nicht mehr Elite: Jetzt muss Not erfinderisch machen

 

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