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Pforzheim/Karlsruhe Justiz-Opfer Harry Wörz: Anwältin prüft Angebot des Landes

Im Entschädigungsstreit um Justizopfer Harry Wörz sind beide Seiten um eine Einigung bemüht. Wie die Anwältin von Wörz mitteilte, prüft sie derzeit ein Angebot des Landes Baden-Württemberg von Anfang Januar. Die nicht näher genannte sechsstellige Einmalzahlung ist zumindest aus Sicht der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe geeignet, "eine endgültige und umfassende Einigung zu erzielen".

Harry Wörz
Justizopfer Harry Wörz. Foto: Uli Deck/Archiv |
Die Wörz-Anwältin lässt nun durchrechnen, was von der Summe am Ende für ihren Mandanten zum Leben bleibt - nach Abzug von Steuern und Versicherungsbeiträgen.

Harry Wörz (49) aus Birkenfeld bei Pforzheim steht für einen der spektakulärsten Justizirrtümer. Er wurde 1998 vom Landgericht Karlsruhe wegen versuchten Totschlags an seiner damaligen Frau zu elf Jahren Haft verurteilt und saß viereinhalb Jahre hinter Gitter. 13 Jahre stritt er vor verschiedenen Gerichten, bis er im Dezember 2010 durch den Bundesgerichtshof endgültig rehabilitiert wurde.

Bislang hat der Staat Wörz an die 180.000 Euro brutto zugebilligt. Für seinen Verdienstausfall und als Ausgleich der Kosten für Anwälte und Möbel aus seiner wegen der Haft aufgelösten Wohnung fordert Wörz mindestens weitere 110.000 Euro - und eine Berufsunfähigkeitsrente über das Jahr 2016 hinaus.

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