Interview zu "Killer-Spielen": "Counter Strike ist kein 'Killer-Spiel'"
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Karlsruhe (fred) - Seit Wochen diskutieren die Verantwortlichen in Karlsruhe über die Austragung der Intel Friday Night Games: "Killer"-Spiele sind zum Wahlkampfthema geworden. ka-news sprach mit Ralf Reichert, dem Geschäftsführer von Turtle Entertainment und Veranstalter der Intel Friday Night Games, über die politischen Debatten, den Begriff "Killer"-Spiele und warum aus seiner Sicht die Veranstaltung für Jugendliche nicht gefährlich ist.

ka-news: Herr Reichert, die Austragung der Intel Friday Night Games in Karlsruhe ist in den letzten Wochen zunehmend zu einem Politikum geworden. Die Argumentation welcher Partei hat Sie am meisten irritiert?
Ralf Reichert: Fast alle Aussagen, weil sie zu einem Großteil auf Nichtwissen basiert haben. Was ich herauslesen kann ist, dass die meisten Presseveröffentlichungen gar nicht mit der Veranstaltung auseinander gesetzt haben, also was dort passiert. Da gab es so herausstechende Aussagen wie: 'Nachher spielen dann die Unter-16-Jährigen von zuhause aus mit', was ja totaler Quatsch ist, oder dass World of Warcraft gespielt wird.
ka-news: Haben Sie infolge der aktuellen Diskussion daran gedacht, die Intel Friday Night Games in Karlsruhe ganz abzusagen?
Reichert: Nein. Wir hatten ja in Stuttgart und Offenbach auch Diskussionen. In Stuttgart haben wir uns aus Pietätsgründen wegen der zeitlichen und örtlichen Nähe zu Winnenden mit der Stadt geeinigt. In Karlsruhe sehen wir das nicht. Unser Kernproblem ist, dass wir hier in den Kommunalwahlkampf einbezogen werden. Für uns ist es da schwierig, zu differenzieren, was ist wirkliche Meinung und was wird vorgeschoben um von anderen Themen abzulenken.
ka-nes: Ein Spiel steht immer im Mittelpunkt der Diskussion: Counter Strike. Warum ersetzen Sie es nicht?
Reichert: Weil wir eine Veranstaltung für Jugendliche ab 16 Jahren machen, es ist Teil des Spielplans der Bundesliga und kann nicht so kurzfristig aus dem Programm genommen werden. Daneben interessiert es die Jugendlichen und die können das weiterhin unter der Tischdecke spielen, wenn die Veranstaltung verboten wird.
Oder sie machen es bei unserer Veranstaltung, transparent und unter Beobachtung. Es wäre scheinheilig, das Thema mit einem Verbot in die Ecke zu verdrängen und hätte den gegenteiliger Effekt. Jugendliche würden ausgegrenzt. Genau das würde auch meiner persönlichen Überzeugung im Umgang mit Jugendlichen entgegen stehen.
Außerdem bewegen wir uns am Abgrund zur Zensur. Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft und die Computerspiele, insbesondere Counter Strike, werden zum Sündenbock stigmatisiert. Wurde ein Schützenfest abgesagt?
ka-news: Counter Strike und der Begriff "Killer"-Spiele wird meist in einem Atemzug genannt. Wie gehen Sie mit dem Begriff um?
Reichert: Ist ja leider ein deutsches Phänomen, den Begriff gibt es ja in anderen Ländern gar nicht. In Deutschland wurde er von einem großen deutschen Boulevardblatt mitgeprägt. Zunächst muss man klarstellen: Counter Strike ist kein "Killer"-Spiel.
Um die Diskussion zu erweitern, müsste man fragen, was überhaupt ein "Killer"-Spiel ist, denn dafür gibt es ja noch keine einheitliche Definition. Auf unseren Veranstaltungen werden keine Spiele unterstützt, die im allgemeinen Konsens als "Killer"-Spiele bezeichnet werden und dadurch auch mindestens ab 18 Jahren sind.
ka-news: Wie eng arbeiten Sie mit der Bundeszentrale für politische Bildung zusammen?
Reichert: Wir unterstützen die Bundeszentrale beim Eltern-Lan, ansonsten arbeiten wir auf Projektbasis zusammen und tauschen uns regelmäßig über zum Beispiel jugendpolitische Themen aus.
(Interview: Friederike Edler)
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- (2727 Beiträge) | 25.05.2009 09:17es bleibt dabei....keine Einsicht, dass Kritik auch berechtigt sein kann. Hier stehen auch massive finanzielle Interessen im Vordergrund. Die Gefährdung ist das Problem. Und das jetzt auf die Zensurebene zu heben b edeutet auch, dass das, was man anderen vorwirft, selbst tut - man instrumentalisiert. Ich denke, für den Nachdenkprozess der Veranstalter ist es gut, würde die Veranstaltung abgesagt. Ohne kritisches Rahmenprogramm, das mehr ist als ein Feigenblatt, sollte gar nichts mehr gehen. So hart das auch ist.
- (327 Beiträge) | 25.05.2009 09:27TrolleKaum ist die News raus, meldet sich schon der erste Troll! Tja, muss man, insbesondere bei diesem Thema, wohl mit leben.
Hoffentlich füttert die keiner. Bringt nix! - (2727 Beiträge) | 25.05.2009 09:53tjaeine ernsthafte Auseinandersetzung tut offensichtlich Not und ist für manche schwer - da bezeichnet man lieber den Kritiker als Troll als nachzudenken....
- (327 Beiträge) | 25.05.2009 10:11@joergruppOk, mag sein, dass ich mit meiner "Einschätzung" bei ihnen falsch liege. Es gibt allerdings auch auf ka-news einige, die sich nur mal kurz "auskotzen" wollen und sich anscheinend diebisch darüber freuen, wenn andere sich darüber aufregen.
Selbstverständlich sei ihnen ihre ablehnende Haltung zu diesem speziellen Bereich der Unterhaltungsindustrie zugestanden. Ihre Kritik ist allerding hier schon mehrfach diskutiert worden und wurde m. E. wiederlegt. Inhaltich gehe ich daher nicht weiter drauf ein. Sie können sich die "alten" Komentare ja ggf. noch mal durchlesen. - (500 Beiträge) | 25.05.2009 10:29Linkhier nochmal der Link zum nachlesen. Bitte auch die weiterführenden Links beachten.
http://www.ka-news.de/nachrichten/karlsruhe/Karlsruhe-Killerspiele-Gruene;art6066,199419
Als Gegenpol zu der allgemeinen medialen Berichterstatting möchte ich auch folgende Seite hervorheben: www.stigma-videospiele.de - (30 Beiträge) | 25.05.2009 11:51Völliger BlödsinnDie, die denken, daß CS oder WoW ein "Killer"-Spiel ist, die denken wohl auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten.
Bevor jemand seinen Kommentar über ein Thema abgibt, sollte derjenige sich darüber informieren.
Warum geht man eigentlich nicht auf die Prüfstellen los, die das Spiel ab 16 Jahre freigegeben haben?
Warum wurde bisher kein einziges Schützenfest oder sonst eine Schießveranstaltung abgesagt?
Der Täter hat auch Brot gegessen: Wird Brot jetzt verboten? - (30 Beiträge) | 25.05.2009 11:51Völliger BlödsinnDie, die denken, daß CS oder WoW ein "Killer"-Spiel ist, die denken wohl auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten.
Bevor jemand seinen Kommentar über ein Thema abgibt, sollte derjenige sich darüber informieren.
Warum geht man eigentlich nicht auf die Prüfstellen los, die das Spiel ab 16 Jahre freigegeben haben?
Warum wurde bisher kein einziges Schützenfest oder sonst eine Schießveranstaltung abgesagt?
Der Täter hat auch Brot gegessen: Wird Brot jetzt verboten? - (500 Beiträge) | 25.05.2009 14:29noch ein interessanter linkhttp://www.secretservice.gov/ntac/ssi_final_report.pdf
Der Bericht ist eine statistische Auswertung von 37 "School-Shootings" in den USA in den Jahren 1974-2000
Für mich die auffälligsten Zahlen:
12% der Täter hatten ein Interesse an gewalthaltigen Computerspielen.
98% erlitten vor Ihrer Tat einen größeren persönlichen Verlust (Gesellschaftlicher Status, Beziehung, Krankheit) - (327 Beiträge) | 25.05.2009 15:07@starmaniakFairerweise muss man sagen, dass die Studie in diesem Zusammenhang wenig besagt. Der Stichprobenumfang (37 incidents) ist zu gering. In dem Grossteil des untersuchten Zeitraums gab es noch keine entsprechenden Spiele. Eine Übertragung der Ergebnisse auf Deutschland dürften problematisch sein, weil hier die Verhältnisse anders sind.
Allerdings wünsche ich mir, dass die Ergebnisse von deutschen Studien zum Thema (die es ja einige gibt) in vergleichbarer Ausführlichkeit veröffentlicht und frei verfügbar gemacht würden. Habe bisher immer nur knappe Interviews zu den Ergebnissen gefunden. - (500 Beiträge) | 25.05.2009 15:38ist richtig jakob,ich habe nur 2 zeilen aus den 63 Seiten rausgezogen und Statistiken sind geduldig.
"In dem Grossteil des untersuchten Zeitraums gab es noch keine entsprechenden Spiele."
Was zumindest auch ein Indiz sein könnte, das Computerspiel nicht die Wurzel allen übels ist
und mit Sicherheit die These einiger Lokalpolitiker wiederlegt, dass JEDER Amokläufer Egoshooter gespielt hat.
Wobei ich 37 Ereignisse in diesem Fall nicht wenig finde. Immerhin durchschnittlich 1,5/Jahr.
Schön dabei finde ich aber auch, dass man dem Ersteller der Studie viel vorwerfen kann aber wohl nicht dass er bekanntermaßen Lobby-Arbeit für die Spieleindustrie macht. - (327 Beiträge) | 25.05.2009 16:02@starmaniakJa, die Studie gibt schon was her. Keine Frage!
Wollte mit meinem "Einwurf" nur demonstrieren, dass ich/wir, die die aktuelle Hetzkampagne gegen gewisse Unterhaltungssoftware nicht gut finden, keine Fanatiker sind, die blind nur das akzeptiern, was zu ihren eigenen Sehweise passt
- (2727 Beiträge) | 25.05.2009 19:19Hetzkampagne?Nö, es geht eben nicht um eine Hetzkampagne, sondern schlicht um eine endlich erwachende Bereitschaft, Kritik zu den Spielen auch laut zu äußern. Niemand will jeden über einen Kamm scheren, aber man muss bitte zur Kenntnis nehmen, dass es mit einem "einfach so kritiklos weiter" eben vorbei ist. Und der Vergleich mit dem Brot ist schlicht haltlos.
- (327 Beiträge) | 25.05.2009 20:12@joergruppDas ist doch kindisch bzw. "trollig", dieses "Nö":
Wenn sie, bei allen Argumenten, die in den vorangegangenen Beiträgen gemacht wurden, und die sie hoffentlich (inkl. Links) alle gelesen haben, weiterhin keine Hetzkampagne erkennen wollen ist das ihre Sache. Viele, viele, andere sehen das anders.
Es wurde auch eine ka-news-Umfrage hierzu gestartet. Ca. 2/3 fanden die aktuellen Lokal-Politiker-Reaktionen zum IFNG völlig überzogen! Da waren bestimmt nicht nur Gamer dabei. - (327 Beiträge) | 25.05.2009 21:21Vergleich mit BrotIn der Logik nicht zulässiger Umkehrschluss:
Alle Amokläufer aßen zum Früstück Brot (spielten gerne "Killerspiele"), aber nicht alle die Brot zum Frühstück essen (Killerspiele spielen) werden zum Amokläufer! - (500 Beiträge) | 26.05.2009 00:04@joergruppendlich erwachende Bereitschaft?
Ich hatte bisher nicht den Eindruck das sich die Kritiker bisher nur verschämt hinterm Ofen hervorgetraut haben.
Vielmehr scheinen die Kritiker - allen voran Beckstein, Pfeiffer, Glogauer - immer sehr schnell zur Stelle zu sein.
Und auch nicht nur um Kritik zu üben sondern sofort dem ganzen Genre die Existenzberechtigung abzusprechen.
Aber vielleicht Irre ich mich ja.
Des weitern wurde in den Medien, auch in den öffentlich rechtlichen, kein Wert auf Wahrheitsgemäße Berichterstattung gelegt um es freundlcih zu sagen.
Die Beispiele kennst du ja vom durchsehen der geposteten Links. - (45 Beiträge) | 26.05.2009 03:26@joeAn einer sachlichen Diskussion hat die Seite der "Spielegegner" doch gar kein Interesse
Hier vernehme ich hauptsächlich Verbotsgeschrei und Unwahrheiten werden unters Wahlvolk gejubelt (menschenverachtend, gewaltverherrlichend, wird von der US-Army eingesetzt um die Hemmschwelle zum Töten herabzusetzen - all das trifft nicht auf Counter Strike zu).
Hier will man ein "friedliches Event" absagen, weil man Angst um den Ruf der Stadt hat und weil man solche Spiele einfach nicht mag (und auch gar nicht versteht).
Den Zensurvorwurf muss man sich schon gefallen lassen, da man die Veranstaltung verbieten möchte, ohne das es dafür auch nur einen vernünftigen Grund gäbe.




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