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Karlsruhe "Ice Freestyler Karlsruhe": Eiskalte Typen auf Kufen

Waghalsig stürzen sie sich von einer Schanze in einen Eiskanal. Auf Schlittschuhen springen Sie mit Geschwindigkeiten bis zu 60 Stundenkilometern über Hindernisse, rasen um enge Kurven und gleiten über Bodenwellen. Wer nicht stürzt und zuerst im Ziel ankommt hat gewonnen. Heute Abend startet das Finale der "Red Bull Crashed Ice Weltmeisterschaft" im Münchner Olympiapark. Zum ersten Mal beim WM-Auftakt dabei war der 19-jährige "Ice Freestyler" Daniel Heruth aus Karlsruhe.

Daniel Heruth ist einer dieser eiskalten Typen in Eishockey-Montur, die sich von einer etwa 15 Meter hohen Schanze auf eine 353 Meter lange und fünf Meter breite Eisstrecke begeben. Steilkurven, Wellen und Sprünge gehören hier genauso dazu wie Stürze und blaue Flecken.

Heruth nahm zum ersten Mal an einer Endausscheidung für die "Red Bull Crashed Ice Weltmeisterschaft" teil. Von über 1.000 angemeldeten Teilnehmern gehörte Heruth zu den 100 schnellsten Athleten aus Deutschland und qualifizierte sich so für den WM-Auftakt 2011 im Münchner Olympiapark.

Immer Vollgas - denn wer bremst verliert

Doch bereits in der ersten Qualifikationsrunde war für Heruth Schluss. Der 19-jährige konnte sich nicht für das große Finale am heutigen Samstagabend qualifizieren. Jeder der 100 Teilnehmer musste einzeln den Parcours absolvieren. Nur die 64 schnellsten Athleten - darunter 45 Kufencracks aus Deutschland - qualifizierten sich für die nächste Runde. Der Karlsruher stürzte im ersten Rennen und verletzte sich an der Schulter. Nur unter Schmerzen konnte er das zweite Rennen absolvieren. Letztlich schaffte er es auf Platz 91. Heruth konnte sich somit nicht gegen seine Konkurrenten - meist gestandene Eishockey-Spieler, bullige Typen eben - durchsetzen.

Am Vorabend der ersten Qualifikationsrunde zeigte sich der Karlsruher gegenüber ka-news selbstbewusst: "Ich gebe vom Start an Vollgas. Wer bremst, verliert", sagte der Sportler. Er habe sich in den letzten vier Wochen speziell auf den Wettkampf vorbereitet. Seine Vorteile seien Schnelligkeit und Wendigkeit.

Was braucht man eigentlich für diesen Sport? "Eine Eishockeyausrüstung plus verrückt sein", antwortete der Eisläufer augenzwinkernd. Zur Ausrüstung zählen neben Helm und Schutzpanzern rasierklingenscharfen Carbon-Schlittschuhe mit Killerspikes. "Die sind nicht serienmäßig", so Heruth stolz.

"Ich wollte unbedingt teilnehmen"

Für Heruth ist die Weltmeisterschaft mehr als eine Werbeveranstaltung für die geflügelte Dose mit dem roten Bullen. "Das ist für mich ein wichtiges Sportevent", so der Mechatroniker in Ausbildung. Für die Teilnahme investierte der leidenschaftliche Eisläufer viel Zeit und Geld. Er reiste zu den Qualifikationsrennen nach Bietigheim-Bissingen, Frankfurt und Iserlohn, verpasste allerdings mit seinen Laufzeiten die Qualifikation. Beim vierten Qualifikations-Rennen in Düsseldorf konnte sich Heruth schließlich für den WM-Auftakt in München qualifizieren.

Trotz frühem Ausschneiden ist er von seinem Ergebnis in München nicht wirklich enttäuscht. "Mein Ziel war es in diesem Jahr einmal diese Strecke zu fahren. Ich wollte unbedingt an dieser WM teilnehmen und das habe ich geschafft", sagte der Debütant gegenüber ka-news.

Ice Freestyler Karlsruhe: Akrobatik auf dem Eis

Heruth bewegt sich seit dem 5. Lebensjahr auf dem Eis. Jede freie Minute trainiert er im Eistreff Waldbronn. Im Jahr 2007 gründete er zusammen mit vier weiteren Jugendlichen die Ice Freestyler Karlsruhe (IFK). Zusammen mit Florian Herpel, Kevin-Dean Jansen, Stephan Weber und Weronika Olko verbinden die fünf Eiskünstler Schlittschuhlaufen mit Akrobatik. Heruth wird auf der Internetseite der IFK  als "das Kraftpaket" mit "ungebremster Power auf dem Eis" beschrieben. Außergewöhnlich seien seine "waghalsigen Sprünge und athletischen Moves".

Die Jugendlichen bezeichnen sich selbst als eine "Showtruppe, die Stunts und Tricks auf dem Eis vorführen, deren Elemente zum Teil aus dem Breakdance stammen". Zum Repertoire der jungen Eiskünstler gehören Salti, Drehungen, waghalsig Sprünge und halsbrecherische Showacts. Kurzgefasst: Sie betreiben Breakdance auf Eis. Im Sommer sind die fünf Freunde auf Inlineskates oder in einer ganzjährig geöffneten Eishalle in Straßbourg anzutreffen. Hier wird Heruth auch weiter für die nächste "Crashed Ice Weltmeisterschaft" trainieren. Denn für ihn ist klar: "Dieses Jahr war nur der Testlauf. Im nächsten Jahr greife ich wieder an."

Beim Finale nur Zuschauer

Die letzten verbliebenen Eis-Gladiatoren des Wettkampfes kämpfen heute Abend um den Weltmeistertitel. Im Finale stürmen die Athleten im Vierer-Duell in den Parcours. Körperkontakt ist zwar offiziell verboten, dennoch spielen sich aufgrund der hohen Geschwindigkeiten und kurvenreichen Strecken oft spektakuläre Szenen ab. Zwei Sportler scheiden Runde für Runde aus, bis am Ende der Sieger feststeht. Heruth wird dem wilden Treiben als Zuschauer beiwohnen. Und möglicherweise fährt er im nächsten Jahr selbst mit. Mehr Inforamtionen zu den Ice Freestylern Karlsruhe im Internet.

Für alle Interessierten: Kabel1 überträgt das Finale heute Abend live ab 18.45 Uhr. 

Daniel Heruth zeigt sein Können als "Ice Freestyler":



Beinhart - bei der Crashed Ice Weltmeisterschaft geht es ruppig zur Sache:

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Kommentare (4)
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    Mords Spektakel
    Hat was gladiatorenmässiges (um das mal im 80er Jahre Schargong auszudrücken).

    grinsen
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  • unbekannt
    (270 Beiträge)

    Deutsche Sprak schwere Sprak
    Die Singer in der Überschrift heißen:

    K U F E N

    und nicht Kuven. Hat die Red. denn keinen Duden? Ich empfehle www.duden.de
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  • unbekannt
    (4000 Beiträge)

    Hab´ in der Überschrift
    keine Singer gefunden!

    Also taugt dein Duden auch nix! grinsen
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  • unbekannt
    (270 Beiträge)

    OOPs
    Das sollte eigentliche 'Dinger' heißen. Wer im Glashaus etc. Sorry.
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