Hilfe für Adoptiveltern
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Karlsruhe ps/dab - Vor über 40 interessierten Adoptiveltern sprach die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Christiane Lutz jüngst über den Umgang mit traumatischen Früherfahrungen speziell bei adoptierten Kindern. Die Adoptionsvermittlungsstellen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe hatten gemeinsam zu dieser Veranstaltung eingeladen.
Lutz, die sich in ihrer Stuttgarter Praxis vor allem Adoptivfamilien widmet, konnte anhand der Bindungsforschung und auch der neuesten Hirnforschung nachvollziehbar erklären, welchen Einflüssen sich ungeborene Kinder, Säuglinge und Kleinkinder ausgesetzt sehen: Ungünstige und noch völlig unbewusste Erfahrungen der Ablehnung und Trennung oder auch der mangelnden Versorgung in Kinderheimen der Herkunftsländer können sich krankmachend auf die Psyche des Kindes auswirken. Die Kinder zeigen später Verhaltensweisen oder auch Ängste, die sich aus dem Alltag nicht erklären lassen, wohl aber aus der Vergangenheit.
Bei allem Stress den Humor nicht verlieren
Den Adoptiveltern ein erweitertes Verständnis für diese Zusammenhänge zu vermitteln, war das Anliegen der Organisatoren der Veranstaltung, erklärte Elke Weber von der Adoptionsvermittlungsstelle des Landratsamtes. Ausgehend von den psychologischen Erkenntnissen gab die Therapeutin Tipps für den erzieherischen Alltag in den Adoptivfamilien, die letztendlich auf alle Familien übertragbar sind: Liebe allein genüge in der Erziehung nicht, es brauche auch das Wissen um die Bedürfnisse der Kinder in ihren speziellen Entwicklungsphasen. Dass Erziehung auch aktives konsequentes Handeln und Grenzen-Setzen bedeutet, rücke insgesamt wieder mehr ins Bewusstsein, wobei das Vorbild und Verhalten der Eltern Kinder oft mehr überzeuge als verbale Regeln.
Wichtig sei die Nähe zu den Gefühlen und Ängsten des Kindes, diese nicht abzutun und vorschnell zu beschwichtigen, sondern auch mit dem Kind aushalten zu können. Nicht vergessen werden sollte, immer wieder positives Verhalten des Kindes zu benennen und zu loben und bei allem Stress des Alltags den Humor nicht zu verlieren. Die Referentin schloss ihre Ausführungen mit dem Hinweis, dass alle Kinder, egal ob leibliche oder adoptierte, Eltern bräuchten, die zu ihren Kindern stehen, nicht nachlassen in ihrem Engagement und ihrer Zuneigung. Dann könnten frühe traumatische Erfahrungen heilen, ohne große Narben zu hinterlassen.
Die Adoptivfamilien im Stadt- und Landkreis Karlsruhe sind überaus engagiert, sie treffen sich regelmäßig zum Austausch bei Stammtischen und interessieren sich für alle Adoptionsthemen, bestätigte Rosemarie Schmidt von der Adoptionsvermittlungsstelle der Stadt Karlsruhe. Wer sich über die Adoptionsvermittlung im Landratsamt Karlsruhe informieren möchte, kann mit Elke Weber unter Telefon 0721/936-7618 für den südlichen Landkreis und Renate Klumpp unter Telefon 07251/783-179 für den nördlichen Landkreis Kontakt aufnehmen.




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