Karlsruhe Hilfe bei Gewalt: Rund 100 Opfer stammen aus Landkreis Karlsruhe

Laut einer Pressemitteilung der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS) haben sich rund 100 Opfer von Gewalt- und Sexualstraftaten aus dem Raum Karlsruhe inzwischen an die Traumaambulanz der BIOS gewandt. Seit der Eröffnung im November 2014 nehmen kontinuierlich mehr Menschen Kontakt mit der Einrichtung auf, durchschnittlich sind es sieben im Monat. Der Anteil der Männer hat sich mit 22 Prozent mehr als verdoppelt.

Fast die Hälfte der Betroffenen (42,6 Prozent) stammt aus dem Landkreis Karlsruhe, heißt es in der Pressemitteilung. Die Zahlen belegen laut BIOS, wie notwendig und sinnvoll die Gründung der Traumaambulanz Karlsruhe war. "Gerade am 22. März, dem Tag der Kriminalitätsopfer, ist daran zu erinnern, dass körperliche oder materielle Schäden oft leichter zu beheben sind als die psychischen Folgen", erklärt die Initiative.

Auch potentielle Täter erhalten psychologische Hilfe

Und so funktioniert die Hilfe: Die Traumaambulanz bietet in möglichst kurzer Zeit ein Erstgespräch an und übernimmt im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten auch die Behandlung. Die behandelnden Psychologen arbeiten eng mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin in Karlsruhe sowie dem SRH-Klinikum in Karlsbad-Langensteinbach zusammen.

Um Kriminalitätsopfern auch rechtliche Hilfe anzubieten, hat BIOS zusätzlich einen Leitfaden erarbeitet. Dort können sich Betroffene sowohl über Strafanzeigen, den Gang von Ermittlungs- und Strafverfahren informieren, als auch die Kontaktdaten von Hilfsorganisationen erfahren. Der "BIOS-Leitfaden für alle Betroffene von Straftaten" kann ab April online auf der Homepage des Vereins abgerufen werden. Er wurde von Juristen erstellt und ist kostenlos.

Die Traumaambulanz wurde für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe eingerichtet und wird auch von diesem durch Zuschüsse finanziert. Den überwiegenden Teil der Finanzierung trägt jedoch der gemeinnützige Verein BIOS selbst. Seit seiner Gründung gehört es zum Konzept des Vereins, nicht nur Kriminalitätsopfern sondern auch sogenannten Tatgeneigten in gesonderten Einrichtungen im Sinne des präventiven Opferschutzes therapeutische Hilfe anzubieten. Ziel ist es dabei, Gewalt- und Sexualstraftaten zu verhindern. Denn wo kein Täter, da kein Opfer. Die Prävention durch psychologische Betreuung potenzieller Täter darf aber nicht in Konkurrenz zur notwendigen Hilfe für diejenigen stehen, die Opfer von Straftaten wurden.

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