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28.06.2007 08:00
 
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Hantavirus-Epidemie im Land [0]

Karlsruhe ps/de - Landesweit wurden bis zum 8. Juni 436 Hantavirus-Fälle gemeldet - mehr als im gesamten bisherigen Spitzenjahr 2002 mit 169 Fällen. Dieses Infektionsgeschehen findet bereits in internationalen Reisewarnungen Beachtung. Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe indes wurden bislang nur fünf Hantavirus-Fälle gemeldet, wie Amtsarzt Dr. Ulrich Wagner vom Gesundheitsamt im Landratsamt Karlsruhe mitteilt.

Dies entspreche den durchschnittlichen Fallzahlen der letzten Jahre. Wagner weist aber darauf hin, dass prinzipiell von einer Untererfassung der Erkrankungszahlen auszugehen sei, da bei den zunächst unspezifischen Symptomen nur extrem selten Untersuchungen auf Hantavirus veranlasst werden.

Infektion über Kontakt mit Tierexkrementen

Hantaviren sind nach einem Fluss in Korea benannt, wo während des Koreakrieges in den 50er Jahren mehrere tausend Soldaten an fieberhafter Nierenentzündung mit blutigem Urin erkrankten. Sie kommen weltweit bei Wildmäusen und Ratten vor. Die Rötelmaus oder auch Waldwühlmaus ist bei uns der wichtigste Überträger von Hantaviren. Die erhebliche Zunahme der Nagetierpopulation ist wohl verantwortlich für den Anstieg dieser Infektionskrankheit. Die Mäuse erkranken selbst nicht, scheiden aber die Viren über Speichel, Kot und Urin aus.

Menschen infizieren sich in der Regel über den Kontakt mit den Ausscheidungen der Nager durch das Einatmen der Viren oder durch Schmierinfektion über die Hände. Ein besonderes Ansteckungsrisiko besteht bei Tätigkeiten, die Staub aufwirbeln, wie beim Umschichten von Holzstapeln, bei Reinigungsarbeiten in Gartenhäuschen, Waldhütten, Schuppen, Dachböden, Garagen und Kellern, aber auch beim Wandern auf trockenen Waldböden. Eine Infektion durch den Biss der Rötelmaus ist ebenfalls möglich. Die Übertragung von Mensch zu Mensch oder über Haustiere ist jedoch bisher nicht beobachtet worden.

Vorsicht beim Entfernen toter Tiere

Bei Erkrankung treten grippeähnliche Symptome mit Fieber, Kopf-, und Muskelschmerzen auf. In schweren Fällen kann es zu Nierenversagen kommen. Bei dem gegenwärtigen Ausbruch verläuft jeder zweite Erkrankungsfall so schwer, dass ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.

Die Amtsärzte raten jedenfalls, Mäuse in der Wohnung und deren näherer Umgebung zu bekämpfen. Lebensmittel sind so sicher aufzubewahren, dass Nagetiere nicht angelockt werden. Besondere Vorsicht ist beim Entfernen toter Tiere und bei der Reinigung von Räumen, in denen Mäuse gehaust haben, angezeigt. Durch Befeuchten der Oberflächen von Böden und Regalen kann die Staubentwicklung vermindert werden. Auch ein Mundschutz und das Tragen von Einmalhandschuhen können Sicherheit bieten.

Weitere Auskünfte erteilt das Gesundheitsamt in Karlsruhe unter Telefon 0721/936-5979.

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