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Karlsruhe Grünpfeile an Ampeln: Warum verschwinden die Schilder in Karlsruhe?

Wo sind die Grünpfeile hin? Das fragt sich die Karlsruher FDP. Laut einem Schreiben der Fraktion beobachten Bürger, dass immer mehr Pfeile an den Ampeln aus dem Stadtbild verschwinden. Dabei seien sie eine Entlastung für den Verkehr, meint die FDP. Was hat es mit dem Pfeilschwund auf sich?

Man findet sie gelegentlich an der rechten Seite von Ampeln: Grünpfeile. Diese nicht nichtleuchtenden Schilder erlauben dem Verkehrsteilnehmer, auch bei Rot rechts abzubiegen - vorausgesetzt, die Verkehrssituation lässt es zu. Eine gute Sache, findet die Karlsruher FDP.

1994 noch 40 Grünpfeile in Karlsruhe

"Rückstaus an Ampeln waren behoben, wieso nun wieder künstlich Stauungen produzieren?" Diese Frage wirft die FDP-Gemeinderatsfraktion in einem Schreiben an das Ordnungsamt der Stadt Karlsruhe, das ka-news vorliegt, auf. Die Fraktion hatte von Bürgern erfahren, dass die Grünpfeile von Ampeln in Karlsruhe abmontiert wurden und werden.

In der Tat gibt es inzwischen weniger Grünpfeile an Ampeln im Karlsruher Straßenverkehr, das bestätigt Mathias Tröndle, vom Presseamt der Stadt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news. Laut Ordnungsamt hat es vor einigen Jahren in Karlsruhe 40 Verkehrsschilder mit dem grünen Pfeil gegeben, die 1994 in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen wurden. Die Anzahl sei seither geschrumpft. Wie viele Grünpfeile es derzeit noch in Karlsruher gibt, ist unklar. Genaue Zahlen liegen der Stadt nicht vor. Aber warum werden die Schilder abmontiert?

Erleichterung oder doch Gefahr?

"Die Grünpfeilregelung ist nach wie vor viel diskutiert und umstritten. Während sich die Befürworter von der Regelung vor allem Verbesserungen wie kürzere Wartezeiten und Abbau von Staus erwarten, weisen Gegner auf die erhöhte Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer hin", erläutert Tröndle.

Die Schwierigkeit mit den Grünpfeilen: Bei Rot ist nach einem kurzen Anhalten das Abbiegen nach rechts zwar erlaubt - aber dabei müsse man sich so verhalten, dass eine Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere des Fußgänger- und Fahrradverkehrs, ausgeschlossen ist, erklärt Tröndle. Das scheinen jedoch viele Autofahrer nicht zu tun.

"Bei den verschiedenen Fachdienststellen gehen immer wieder Beschwerden hinsichtlich der Verkehrssicherheit durch das Verhalten der Autofahrer ein. Gerade Eltern berichten häufig, dass sie sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder machen", so der Presseamt-Mitarbeiter. Eine aktuelle Studie habe zeigt, dass zum Beispiel in Dresden 70 Prozent und in Köln 81 Prozent der Autofahrer die erforderliche Anhaltepflicht nicht praktizieren. In Karlsruhe liegen die Werte wahrscheinlich ähnlich hoch, schätzt Tröndle.

Die Studie habe außerdem hervorgebracht, dass die Grünpfeil-Regelung keinen nennenswerten Vorteil hinsichtlich des Verkehrsflusses bringt. "Deshalb sollten grüne Pfeile vor dem Hintergrund einer wachsenden Bedeutung des nichtmotorisierten Verkehrs kritisch hinterfragt und sorgfältig geprüft werden. Unter den genannten Gesichtspunkten wird das Ordnungsamt auch in Zukunft die vorhandenen Grünpfeile bei Beschwerden bewerten und gegebenenfalls entfernen - auch wenn dies nicht immer auf die Zustimmung der Autofahrer trifft", meint Tröndle.

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