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Karlsruhe Grüne: Überprüfung der städtischen Straßennamen nötig

„Leider sind in Karlsruhe noch im Jahre 2010 Straßen nach Personen benannt, deren Äußerungen und Handlungen im Widerspruch zu demokratischen Wertvorstellungen stehen, so Stadtrat Michael Borner von der Grünen Gemeinderatsfraktion. Daher fordern die Grünen eine Überprüfung des städtischen Straßenverzeichnisses.

So etwa seien Heinrich von Treitschke und Adolf Lüderitz Namenspaten zweier Karlsruher Straßen. Dabei sei Treitschkes plakative Formel „Die Juden sind unser Unglück“ zum Slogan der nationalsozialistischen Zeitschrift „Der Stürmer" geworden. Mit der Straßenbenennung nach Lüderitz habe diesem und der deutschen Kolonialpolitik 1937 ein Denkmal gesetzt werden sollen, um den Gedanken der Rückgewinnung der ehemaligen Kolonien zu propagieren.

Die Grünen wenden sich nun mit einem Antrag an die Stadtverwaltung, in dem diese beauftragt wird, das Karlsruher Straßenverzeichnis auf ähnlich problematische Benennungen von Straßen, Wegen und Plätzen zu überprüfen.

Vor einigen Jahren wurde bereits die "Vormerkliste“ für künftige Straßenbenennungen einer gründlichen Überprüfung der dort aufgelisteten Personen unterzogen. Nach Ansicht der Grünen ist es jedoch unerlässlich, auch alle bereits vergebenen
Straßenbezeichnungen einer Prüfung zu unterziehen. Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt die Fraktion vor, eine wissenschaftliche Arbeit in Kooperation mit einer Karlsruher Hochschule in Auftrag zu geben.

"Menschen wie Treitschke und Lüderitz sind keine Vorbilder und deshalb dürften auch keine Straßen oder Wege nach ihnen benannt werden. Unsere Mindestanforderung ist jedoch, dass solche Straßennamen entsprechend zeitgemäßer historischer Einschätzung kommentiert werden", so Michael Borner abschließend.

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Kommentare (102)
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  •   mic1000
    (336 Beiträge)

    hier meine Recherchen Teil 2
    Erst kürzlich wurde in Palmbach eine Straße umbenannt dessen vorheriger Namensgeber..... Könnt ihr selbst raus finden. Mit dem Thema beschäftigen, schadet bestimmt keinem...

    Im Antrag wird nicht die Umbenennung gefordert sondern die Überprüfung des städt. Straßenverzeichnisses. Weitere Konsequenzen werden dann sicherlich besprochen werden.

    Als Service, hier der link des Antrages, weil ich glaube, dass nicht alle den Antrag gelesen haben:

    http://www1.karlsruhe.de/Gemeinderat/Gruene-Fraktion/Antraege/2010/0331at01.htm
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  •   dnake
    (40 Beiträge)

    bevor man so ein Fass aufmacht...
    ...sollte man sich erstmal informieren.

    kurz in wikipedia geschaut:

    Zitat von Wikipedia Von Treitschke stammt der Satz „Die Juden sind unser Unglück“, der später zum Schlagwort des nationalsozialistischen Hetzblattes Der Stürmer wurde. Treitschke formulierte diesen Satz in dem aufsehenerregenden Aufsatz Unsere Aussichten (1879). Aber Treitschke war kein Rassist. Er verlangte, die Juden mögen, unbehelligt ihrer ehrwürdigen Religion und Tradition, ihre stolze Apartheid aufgeben und endlich echte Deutsche werden. Sonst heiße es weiterhin: ‚Die Juden sind unser Unglück’. Dieses Wort wollte er vermieden wissen, es war keinesfalls Treitschkes eigene Ansicht.
    #

    Da hört sich das ganze schon ganz anders an.

    Aber einfach mal einen Satz aus den Kontext gerissen und damit dann herumargumentieren.

    -> setzen, sechs!
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  •   mic1000
    (336 Beiträge)

    und weiter in Wikipedia... Teil 1
    du hast nur das hier reingestellt, weas die gerade so passt:

    Der Aufsatz löste den Berliner Antisemitismusstreit aus, der die deutsche Öffentlichkeit landesweit beschäftigte, bis 1881 anhielt und den Antisemitismus gesellschaftsfähig machte. Der Kern der Polemik Treitschkes ist gegen den Willen der Juden gerichtet, ihre eigene Identität und ihren kulturellen Zusammenhang zu behaupten, während sie an dem Leben der Nation teilnehmen können. Der Weg der Assimilation, den er für eine Lösung hielt, sei von einzelnen wie Gabriel Rießer und Felix Mendelssohn schon betreten worden. In seiner politischen Theorie ging er davon aus, dass ein Jude, der den Willen zur vollen Bejahung seiner Umwelt habe, die Fähigkeit besitze, deutsches Wesen in sich aufzunehmen und das jüdische Wesen abzustreifen.
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  •   mic1000
    (336 Beiträge)

    weiter in Wikipedia Teil 2
    Eine Bekehrung zum Deutschtum mit allen seinen spirituellen Werten sei möglich. Alles, was an Gutem an den Juden sei, wäre aus der Anpassung an die deutsche Welt geschöpft, das Judentum selbst sei keine positive Kraft, sondern ein überlebtes Relikt mit der gefährlichen Kraft, eine säkularisierte internationale Gesellschaft zu bilden. Die gesunde Haupttendenz der Geschichte läge im modernen Nationalstaat mit christlicher Tradition. Das Judentum dürfe nie gleichberechtigte Konfession werden, da sonst keine nationale Einheit möglich sei und nur die Vertreibung aller Juden bliebe.

    Treitschke .... sprach von „Blutvermischung“ und „Mischcultur“ als „zersetzendem“ Faktor, auf den das gesunde germanische Volksempfinden mit Abwehr reagieren müsse
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  •   mic1000
    (336 Beiträge)

    Assimilation
    so was nennt man Assimilation : stell dir mal vor, ein Politiker in unserer Zeit fordert:
    die Moslem sollten endlich unbehelligt ihrer ehrwürdigen Religion und Tradition, ihre stolze Apartheid aufgeben und endlich echte Deutsche werden.

    "Sonst heiße es weiterhin: ‚Die Juden sind unser Unglück’. Dieses Wort wollte er vermieden wissen, es war keinesfalls Treitschkes eigene Ansicht", na ja, sowas nenne ich einen geistigen Brandstifter.
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  • unbekannt
    (1456 Beiträge)

    Staat und Religion ...
    ... sind hierzulande zwei (theoretisch) unterschiedliche Sachen. Ok, Bayern ist anders, BaWü teilweise auch.

    > die Moslem sollten endlich [.,..] echte Deutsche werden.

    Wie meinst Du das? Es gibt viele Deutsche, die gar keiner Religion/Glaubensgemeinschaft angehören, die Christen unterschiedlichster Spielart, Moslems, Juden, usw. sind. Sie sind Deutsche und häufig genug mit vielen Vorfahren hierzulande.

    Aber beeile Dich bitte mit einer Diskussion, bevor der Forennutzer "diedritteFistel" hier auftaucht zwinkern
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  •   mic1000
    (336 Beiträge)

    Ironie
    mein Beitrag ist nur rein ironisch anzusehen....
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  • unbekannt
    (6808 Beiträge)

    und nicht nur auf die wikipedia verlassen....
    Zitat von http://www.zeit.de/2002/25/200225_a-treitschke_xml Für Treitschke ist es auch kaum zu erwarten, dass sich dies in Zukunft ändern werde, denn es sei das erklärte Ziel der Juden, das öffentliche Leben zu beherrschen: Aus dem Osten wandere pausenlos eine "Schaar strebsamer hosenverkaufender Jünglinge" ein, deren "Kinder und Kindeskinder" bald die Börsen und Zeitungen beherrschen würden. Diese Gefahr müsse man abwehren, damit nicht auf die "Jahrtausende germanischer Gesittung" ein "Zeitalter deutsch-jüdischer Mischcultur" folge.

    Neben dem Motiv der Fremdheit und nationalen Unzuverlässigkeit der Juden - Treitschke empfiehlt ihnen, endlich Deutsche zu werden - artikuliert sich bei ihm das Unbehagen des gebildeten Bürgers. http://www.zeit.de/2002/25/200225_a-treitschke_xml
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  •   jaw
    (151 Beiträge)

    Lieber mal die Schlaglöcher beseitigen...
    bevor man solch einen Mist in den Gemeinderat einbringt, sollte mal auf die Prioritätenliste geschaut werden. Fast jedem Verkehrsteilnehmer ist es egal ob er durch die xy-Straße fährt oder nicht... Im Gegenzug ist es dringend notwendig die seit Jahren vor sich hin marodierenden Straßen fachgerecht zu sanieren und nciht wie ich immer wieder beobachten muss, einfach kurz ausgefegt, Kaltasphalt drauf und von Hand gestampft verschlimmbessert werden. Die Gelder die für einene solchen Schwachsinn verbraten werden, sollten in die Instandsetzung/Sanierung ausgegeben werden. Zuden würde ich mich freuen, wenn ich alle 10 Jahr neue Briefbögen etc. drucken lassen darf! Die Folgekosten von solchem Blödsinn sind nicht annähernd gerechtfertigt, bedenkt man den Nutzen solch einer Umbenennung.
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  •   tessarakt
    (2347 Beiträge)

    Passiert gerade in der Ostendstraße
    Fahrbahnerneuerung und Instandsetzung der Gehwege. Kaum fertig, wird auf den Gehwegen schon wieder geparkt.

    Und wer bezahlt's? Der Steuerzahler!
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