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Hüfingen/Karlsruhe Grün-rotes Kabinett setzt auf Heimattage: 2017 ist Karlsruhe an der Reihe

Die grün-rote Landesregierung will auch zukünftig jedes Jahr in einer anderen Region Heimattage organisieren. Das Konzept der 1978 vom Land ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe habe sich bewährt, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Hüfingen im Schwarzwald-Baar-Kreis nach der dortigen auswärtigen Sitzung des Kabinetts. 2017 wird Karlsruhe die Heimattage ausrichten und bekommt dafür Gelder vom Land.

Für die nächsten sechs Jahre seien die Standorte festgelegt. Nach dem am Dienstag gefassten Beschluss der Regierung finden die Heimattage im Jahr 2015 in Bruchsal, 2016 in Bad Mergentheim im Main-Tauber-Kreis, 2017 in Karlsruhe und 2018 in Waldkirch bei Freiburg statt.

Heimattage seit 1978 ein nachhaltiger Effekt für Ausrichter

"Mit den Städten Bruchsal, Bad Mergentheim, Karlsruhe und Waldkirch ist es uns gelungen, vier sehr engagierte Ausrichter für die Heimattage Baden-Württemberg zu finden", betonten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs bei der Vorstellung der künftigen Ausrichterstädte.

"Karlsruhe hat sich mit einem runden Konzept voller neuer Ideen beworben und überzeugt", freut sich Oberbürgermeister Heinz Fenrich über die Nominierung in einer Pressemitteilung der Stadt Kalsruhe. "Damit haben wir zwei Jahre nach dem 300. Stadtgeburtstag die große Chance, dem Heimatbegriff neue, großstädtische Impulse zu geben." Karlsruhe werde ein "würdiger Gastgeber des Landesfestes" sein, betonte das Stadtoberhaupt und lud alle Menschen aus Baden-Württemberg und der Welt zum Besuch der Heimattage 2017 ein.

Das Veranstaltungsprogramm werde 2017 drei Themenschwerpunkte besitzen. Zum einen feiern Karlsruhe und das Land Baden-Württemberg das 200-jährige Jubiläum der Erfindung des Fahrrads - in der Heimatstadt seines Erfinders Karl Drais. "Heimat in der Großstadt" sei das zweite Themenfeld. In den Oberzentren werde Heimat anders erlebt und gelebt als in kleineren und mittleren Städten. Dazu ist Karlsruhe mit dem Gründungsjahr 1715 eine junge Stadt, von Anfang an ein Ort der Zuwanderung, der von seinen Bewohnerinnen und Bewohnern aufgebaut und als Ort der Möglichkeiten begriffen wurde. Im dritten Programmbaustein "Heimat neu interpretiert" werde der Heimatbegriff zum Thema vieler Kulturinstitutionen. In Zeiten der Neuen Medien und sozialen Netzwerke wandele sich der Heimatbegriff, so die Stadt weiter. Das endgültige Konzept werde jetzt das Stadtmarketing erarbeiten.

Gemeinderat stand hinter der Bewerbung für die Heimattage 2017

Seit 1978 werden die Heimattage Baden-Württemberg von einer jährlich wechselnden Stadt oder einem Zusammenschluss von Kommunen ausgerichtet, teilt das Land Baden-Württemberg weiter mit. "Für die Landesregierung sind die Heimattage eine sehr wichtige Veranstaltung. Sie stärken das Wir-Gefühl und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit unserem schönen Land", so die Ministerin. Gleichzeitig gelinge es den Städten und Gemeinden, nachhaltige Effekte für das Zusammenleben vor Ort, den Tourismus und die Wirtschaft zu erzielen. Dies habe eine Umfrage bei den Ausrichterkommunen der vergangenen Jahre deutlich belegt.

Bei der Gemeinderatssitzung im März beschlossen die Karlsruher Stadträte mit großer Mehrheit, eine Bewerbung für die Heimattage voranzutreiben. Nun konnte von Seiten des Landes also ein Erfolg vermeldet werden. Schon im März stieß die Bewerbung im Gemeinderat bei den Fraktionen von CDU, SPD und Grüne auf großen Zuspruch. Lediglich die FDP fragte sich, in welcher Liga eigentlich spielen wolle. Für eine Stadt, die eigentlich Metropolregion sein will und die sich als europäische Kulturhauptstadt 2010 beworben hatte, sei eine solche Bewerbung kümmerlich. Karlsruhe müsse sich nicht verstecken und müsse sich nicht mit Bühl vergleichen, das vor wenigen Jahren die Heimattage durchführte, so Fromm.

Karlsruher FDP: "Karlsruhe hätte lieber Ettlingen unterstützen sollen"

In einer Pressemitteilung kritisierte die Fraktionsvorsitzende der Karlsruher FDP, Rita Fromm, nun erneut die Bewerbung Karlsruhes. "Das ist ein negatives Beispiel für eine interkommunale Zusammenarbeit. Ein positives Beispiel wäre die Unterstützung der Bewerbung Ettlingens für die Heimattage 2017  gewesen. Das hätte dem Ziel einer aktiven, interkommunalen Zusammenarbeit entsprochen und ein positives Signal gesetzt." Karlsruhe habe etwa mit den Festen der Völkerverständigung und der Folkloria eigene Marken gesetzt. Die mit den Heimattagen verbundene Mittel seien bei kleineren und mittleren Städten sinnvoller angelegt.

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