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Grötzingen Grötzinger Graffiti-Projekt: Jugendliche sollen B3-Unterführung verschönern

Es gibt zwei Arten von Graffitis: Die einen sind ungewollte Schmierereien an Hauswänden, die anderen sogenannte "Kunst im öffentlichen Raum". Mit letzterem will Grötzingen den Angstraum B3-Unterführung künftig angenehmer gestalten - und zwar mithilfe kreativer Kids.

"Kunst im öffentlichen Raum" statt bloßer Schmierereien - dafür hat sich am Mittwoch der Grötzinger Ortschaftsrat entschieden. Mit 13 Zustimmungen, drei Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde beschlossen, dass das Kinder- und Jugendhaus Grötzingen gemeinsam mit Künstlern des Vereins Farbschall die B3-Unterführung künstlerisch umgestaltet.

An dieser Stelle gibt es immer mal wieder Probleme mit eben jenen unerwünschten Schmierereien, die Passanten oft nicht allzu freundlich begrüßen. Und auch ohne die ungeliebten Tags und Parolen macht die Unterführung in der Verlängerung der Karl-Leopold-Straße nicht gerade einen einladenden Eindruck. In den Osterferien schon soll sich das nun ändern, versprechen Daniel Apfelbaum, der Leiter des Kinder und Jugendhauses (KJH) Grötzingen, und Peter Pavel vom Verein Farbschall dem Ortschaftsrat.

4.500 Euro für Graffiti-Projekt eingeplant

Künstlerisch soll es dort nun werden, heller und angenehmer - denn neben der Tatsache, dass die Unterführung nicht allzu schön anzusehen ist, ist sie für viele Grötzinger ein Angstraum, den man möglichst schnell passiert, ohne sich dort lange aufzuhalten. Auch das soll sich nun ändern, denn ein neues Lichtkonzept soll zusammen mit dem Graffiti-Kunstwerk für mehr Sicherheit und "ein gutes Gefühl" sorgen.

Das habe beispielsweise in der Unterführung an der Auer Straße beim Bahnhof Durlach schon gut funktioniert, wusste Peter Pavel zu berichten. Auch das Projekt dort stand unter der künstlerischen Leitung von Farbschall. Zwei Künstler des Vereins sollen den Grötzinger Kids zuerst in einem Workshop die Grundbegriffe der Graffiti-Kunst vermitteln, danach soll ein künstlerisches Konzept entwickelt werden, das dann in den Osterferien (vom 29. März bis 2. April) mit bis zu fünf Grötzinger Jugendlichen an der Unterführung umgesetzt wird.

Warum nur so wenige Kinder letztlich an dem Kunstwerk arbeiten können, war eine Frage des Ortschaftsrates, der gerne mehr Jugendliche in das Projekt eingebunden hätte. Allerdings bietet die Unterführung nicht genug Platz für eine größere Gruppe, erklärte Peter Pavel die Entscheidung. Auch thematisch wolle man den Jugendlichen nicht reinreden, führte er weiter aus - auch wenn der Rat gerne ein "Grötzinger Thema" umgesetzt sehen wollte.

Die Grötzinger Ortschaftsräte beschlossen letztlich, den Pädagogen des Kinder- und Jugendhauses zu vertrauen und stimmten dem Projekt mit drei Gegenstimmen aus der CDU zu. Zumal auch das städtische Tiefbauamt und der Gemeinderat das Projekt unterstützen wollen. Nun muss noch die Karlsruher Kunstkommission grünes Licht geben, dann können die 4.500 Euro in das Grötzinger Graffiti-Projekt investiert werden.

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