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Karlsruhe Gentechnik: Proteste in Karlsruhe

Das Land Sachsen-Anhalt hat vor dem Bundesverfassungsgericht die Lockerung des aktuellen Gentechnikgesetzes beantragt. Während der mündlichen Verhandlung am Mittwoch demonstrierten Gegner der Gesetzesänderung vor dem Gerichtsgebäude mit Plakaten und einer gentechnikfreien Frühstücktafel.

Sachsen-Anhalt fordert in seinem Antrag zum einen die Abschaffung des Standortregisters. Dort sind alle Anbaufelder in Deutschland verzeichnet, auf denen Gentechnik-Pflanzen für den kommerziellen Anbau, ebenso wie für die Forschung angebaut werden. Das Register dient unter anderem dazu, Verunreinigungen nicht-gentechnisch veränderter Pflanzen verfolgen und die Verursacher gegebenenfalls zur Rechenschaft ziehen zu können.

Gelangen Teile von gentechnisch veränderten Pflanzen auf gentechnikfreie Felder, sollen sowohl die Besitzer der traditionell bewirtschafteten Felder, als auch jene der Gen-Felder für den entstandenen Schaden bezahlen.

Forderung nach Verursacherhaftung

Dagegen wehren sich die Gentechnik-Gegner vehement. Eine Abschaffung des Standortregisters reduziere die Möglichkeit gesetzlicher Kontrollen. Sollte es zu einer Kontamination kommen, könnten weder Verbraucher noch Landwirte nachweisen, wer letztendlich für die Verunreinigung verantwortlich sei, erklärt Jürgen Binder von der Initiative "Gentechnikfreies Europa".

Die Nutzer von Gentechnik sollten endlich in vollem Maße für deren Risiken und Folgekosten aufkommen, fordert Georg Janssen, Geschäftsführer der "Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft" ("AbL"). Da die Verursacherhaftung noch immer unzureichend erfolge, seien diejenigen benachteiligt, die auf ökologischen Landbau setzen, ist sich Janssen sicher.

Industrialisierte Landwirtschaft als Voraussetzung für Gentechnik

Forsa- und Emnid-Umfragen hätten gezeigt, dass 80 Prozent der Bevölkerung keine gentechnisch veränderten Lebensmittel auf dem Teller haben wollten. Deshalb sei es nun Aufgabe der Politik, der industrialisierten Agrarwirtschaft mit großflächigem Pflanzenanbau ein Ende zu setzen und die regional gebundene Landwirtschaft zu fördern, fordert Phillip Brändle vom Verband "Witzenhäuser Agrar Studierende, Landwirte und Gärtner für eine gentechnikfreie Landwirtschaft".

Negative Auswirkungen auf den Organismus

"Industrialisierte Landwirtschaft ist die Voraussetzung für Gentechnik", erklärt der Student. Diese sei verantwortlich für ein Drittel der Produktion klimaschädlicher Stoffe. Vor allem auch gesundheitliche Aspekte spielen eine große Rolle bei der Ablehnung der Gentechnik. Unabhängige Studien an Universitäten haben nach dem dauerhaften Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel unter anderem negative Auswirkungen auf das Hormonsystem des Organismus festgestellt, bemerkt Phillip Brändle.

Eine Koexistenz konventioneller und ökologischer Anbauformen ist für Gegner und Befürworter der Gentechnik schlichtweg unmöglich. "Entweder ja oder nein. Ein "jain" gibt es in dieser Frage nicht", sagt Brändle.

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Kommentare (2)
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  • unbekannt
    (332 Beiträge)

    gegen Gentechnik !!!
    Die wirtschaftliche Nutzung der Gentechnologie ist an die Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen oder Organismen gebunden und hier entsteht ein großes Gefahrenpotential. Es fehlen jegliche Vorstellung und Risikoanalyse darüber, was unter Freilandbedingungen eintreten kann. Der einmal freigesetzte gentechnisch veränderte Organismus kann nie wieder eingefangen werden und seine Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht des Biotops sind nicht einmal abschätzbar.
    Die Flächen mit den drei wichtigsten gentechnisch modifizierten Sorten Soja, Mais und Raps sind deutlich gewachsen. Demgegenüber ist die insektenresistente Baumwolle in den Vereinigten Staaten rückläufig. Bei den genannten vier Pflanzenarten ist der Anteil der gentechnisch erzeugten Sorten am gesamten Saatgut auf knapp ein Viertel gestiegen. Fast schon ein Drittel der Sojabohnen werden weltweit mit biotechnologisch hergestelltem Ausgangsmaterial erzeugt.
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  •   ralf
    (3514 Beiträge)

    Stimmt
    Zum einen weiß man nicht genau, wie sich gentechnische Organismen auf das ölologische Gleichgewicht auswirkt. Zum anderen könnten Firmen aus finanziellen Interessen versuchen, etwa die Lebensmittelversorgung gezielt von sich abhängig zu machen.
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