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25.05.2012 03:45
 
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Gemeinschaftsschule Grötzingen: OB-Kandidat Mentrup will weniger "Bildungsverlierer" [2]

Staatssekretär und OB-Kandidat Frank Mentrup (SPD): "Es gibt ein hohes Risiko für sozial schlechter Gestellte, am Ende zu Bildungsverlierern zu werden."
Bild:(ps)

Karlsruhe (ps/mda) - Kultus-Staatssekretär und SPD-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe, Frank Mentrup, ist derzeit viel in Karlsruhe unterwegs. Am Mittwochabend diskutierte er zusammen mit dem Ortsverein Weststadt/Nordstadt und der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) der Karlsruher SPD über das grün-rote Vorzeigeprojekt Gemeinschaftsschule. Das teilte die SPD in einer Pressemitteilung mit.
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Obwohl das Fahrwasser in der Landes-Bildungspolitik in jüngster Zeit deutlich rauer geworden ist, beschwor Staatssekretär Mentrup vor knapp 100 Zuhörern in seinem Eingangsvortrag einmal mehr den neuen Geist der individuellen Förderung im baden-württembergischen Bildungswesen.

Dabei bezog er sich auf Artikel 11 der Landesverfassung: "Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung. Das öffentliche Schulwesen ist nach diesem Grundsatz zu gestalten."

Eine grundlegende Motivation der Landesregierung sei es, mit der Gemeinschaftsschule den in Baden-Württemberg besonders starken Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft aufzubrechen, so Mentrup. Vielmehr sollten Kinder künftig deutlich mehr anhand ihrer individuellen Begabungen gefördert und so stärker fürs Lernen motiviert werden. "Wir haben einen breiten Sockel von Kindern, die deutlich zu wenig gebildet sind", erläuterte der Staatssekretär und mahnte an: "Es gibt ein hohes Risiko für sozial schlechter Gestellte, am Ende zu Bildungsverlierern zu werden."

Hohe Anmeldezahlen belegen Elternzuspruch

Als Erfolgsreferenz für die laufende Umsetzung verwies Mentrup auf den Zuspruch der Eltern. Demnach habe es eine erfreulich hohe Zahl von Anmeldungen für die Grötzinger Gemeinschaftsschule mit einer hohen Durchmischung gegeben: "Die in Grötzingen angemeldeten Schülerinnen und Schüler bilden alle Kompetenzebenen ab. Es ist gelungen, dass die Gemeinschaftsschule für die Eltern interessant ist, obwohl viele andere Schulen in direkter Nähe vorhanden sind. Das ist ein tolle Signal für die Landespolitik und zeigt, dass diese neue Schulart gewollt ist."

Nun gelte es, mehr Lehrerinnen und Lehrer aus den Gymnasien für die Gemeinschaftsschule zu gewinnen, da in dieser Gruppe starke Vorbehalte gegen die neue Schulart existierten. In ihrem gemeinsamen Vortrag erläuterten die Schulleiterin der bisherigen Grund- und Hauptschule Grötzingen (GHS), Yvonne Seiler, und die Vorsitzende des GHS- Elternbeirats sowie des Karlsruher Gesamtelternbeirates (GEB), Veronika Pepper, ihr Gemeinschaftsschulkonzept. Dabei hoben sie das Potential hervor, das in der Unterschiedlichkeit der Kinder liege: "Heterogenität ist bei uns kein Problem, sondern eine Herausforderung. Wir begreifen menschliche Unterschiede als Bereicherung", erklärte Seiler.

Elternbeirat freut sich über hohe Elternbeteiligung

Als positiv hob Veronika Pepper hervor, dass die Elternschaft in einem außergewöhnlichen Maß in die Gestaltung des Konzepts eingebunden sei: "Wir nehmen an Lehrerkonferenzen teil und sind in den Arbeitsgruppen vertreten. Dadurch fühlen wir uns ernst genommen." Problematisch sei laut Yvonne Seiler dagegen die Personalsituation im Hinblick auf Gymnasiallehrer. Hier sei die Bewerbungslage dürftig; es lägen vorwiegend Bewerbungen für Referendare vor, für die jedoch keine Stellen eingeplant seien. Dennoch freue sie sich über ein großes Engagement: "Die vorliegenden Bewerbungen stammen alle von sehr motivierten Lehrerinnen und Lehrern."

Im Fazit betonten Seiler und Pepper  - auch in Richtung von Staatssekretär Mentrup - , dass sie in der Umsetzung der Gemeinschaftsschule auf die Unterstützung der vorgesetzten Stellen angewiesen seien. So müssten genügend Ressourcen zur Verfügung gestellt und gemachte Versprechen eigehalten werden. Außerdem warben die beiden für eine weitere Gemeinschaftsschule in Karlsruhe und versprachen, Bewerber an ihren eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Wo auch immer eine weitere Schule entsteht, stellte Pepper abschließend noch einmal ihr Rezept für eine gelungene Umsetzung klar: "Die Eltern gehören mit an den Tisch."

Siehe auch:

Vorreiter Karlsruhe: Gemeinschaftsschule startet 2012 in Grötzingen

Grötzingen: Karlsruhe erhält erste Gemeinschaftsschule

Stober (SPD): "Hohe Nachfrage bei Grötzinger Gemeinschaftsschule"

Grüne begrüßen Gemeinschaftsschule in Grötzingen

Mehr zu: SPD Gemeinschaftsschule Grötzingen Bildung

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:

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Kommentare [2]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (2476 Beiträge) | 25.05.2012 11:20
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    wenn mein Kind eine Gymnasiumsempfehlung
    bekommt schicke ich es bestimmt nicht in eine Gemeinschaftsschule!
    Nur wenn's zu dumm für's Gymi ist wird diese Schule interessant.
    Am Schluß kann man das "Gemeinschafts" wieder streichen und Hauptschule hinschreiben!
  • (40 Beiträge) | 26.05.2012 16:45
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Genau, deshalb
    müssen alle Schulen Gemeinschaftsschulen werden!
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