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Karlsruhe-Bruchsal Gegenstände auf der Straße: Serientäter wegen versuchten Mordes angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat gegen vier Männer im Alter von 22, 23, 29 und 30 Jahren unter anderem wegen mehrfachen versuchten Mordes und zahlreichen Fällen der Brandstiftung Anklage vor dem Schwurgericht erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, für eine Serie von insgesamt 19 gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr zwischen März 2011 und März 2012 verantwortlich gewesen. Darüber hinaus werden ihnen insgesamt zehn zwischen April und November 2011 verübte Brandstiftungen zur Last gelegt. Das teilt die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung mit.

Die im nördlichen Landkreis Karlsruhe wohnhaften Tatverdächtigen hätten vereinbart, in wechselnder Besetzung nächtliche Angriffe auf Verkehrsteilnehmer durchzuführen und Unfälle zu provozieren. Im nördlichen Landkreis Karlsruhe sowie im südlichen Rhein-Neckar-Kreis hätten sie dann in 19 Fällen nachts auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften Gegenstände platziert und andere besonders unfallträchtige Situationen geschaffen.

Gullydeckel auf Straßen gelegt

So hätten sie laut Staatsanwaltschaft beispielsweise Fernsehgeräte, größere Holzstücke, größere Steine oder Betonbrocken, Sockel von Verkehrsschildern, einen etwa 30 Kilogramm schweren Gullydeckel, einen rund 40 Kilogramm schweren Zementsack und ein von ihnen dunkel lackiertes Brett mit 29 herausstehenden Holzschrauben auf die Fahrbahn gelegt. Unter anderem in Kurvenbereichen hätten sie mehrere Liter Altöl ausgeschüttet, mit Wasser seien bei winterlichen Temperaturen bewusst Eisplatten "hergestellt" worden. Mit den Hindernissen kollidierten in vielen Fällen Pkw-Fahrer. An den Fahrzeugen entstanden dabei teils erhebliche Sachschäden, zu Personenschäden kam es glücklicherweise nicht.

Neben gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr sind diese Verhaltensweisen nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft vor allem als heimtückische Angriffe mit bedingtem Tötungsvorsatz und damit jeweils als versuchter Mord zu werten. Tragend hierfür ist im Wesentlichen, dass die von den Angeschuldigten bewusst platzierten Hindernisse ebenso wie die Glättestellen für Kraftfahrer nicht vorhersehbare und nicht kontrollierbare extreme Unfallrisiken bedeuteten. Es drängt sich auf, dass Kollisionen mit den genannten Gegenständen bei den außerorts zulässigen Geschwindigkeiten für Autofahrer, nicht zuletzt aber für Zweiradfahrer, tödlich ausgehen können.

Verdächtige sitzen in U-Haft

An diesen Eingriffen seien der 30 Jahre alte Angeschuldigte in 19 Fällen, der 29 Jahre alte Angeschuldigte in 13 Fällen sowie die 22 und 23 Jahre alten Tatgenossen in neun beziehungsweise 18 Fällen beteiligt gewesen.

Darüber hinaus liegt drei der Angeschuldigten zur Last, sie hätten zwischen April und November 2011 in insgesamt zehn Fällen Gegenstände angezündet. Darunter befanden sich ein Bagger, ein Linienbus, weitere Fahrzeuge und insgesamt 120 Strohballen. Die 30 und 29 Jahre alten Angeklagten seien an allen zehn Brandstiftungen beteiligt gewesen, ihr 23-jähriger Tatgenosse an neun dieser Taten. Seit den Festnahmen Mitte März 2012 befinden sich die Tatverdächtigen in Untersuchungshaft .

Siehe auch:

Serientäter? Unbekannter stellt Keramikgänse auf die Straße

Serientäter legen nachts Gegenstände auf Straßen

Erneut Gegenstände auf der Fahrbahn - Karlsruher Polizei sucht Täter

Wieder Gegenstand auf der Fahrbahn: Gullydeckel verursacht Unfall

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