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Karlsruhe Für mehr Sicherheit: Werden Karlsruher Plätze mit Videokameras überwacht?

Nutzt die Stadtverwaltung Videoüberwachung, um für mehr Sicherheit in Karlsruhe zu sorgen? Diese Frage stellt die Linke Gemeinderatsfraktion in einer Anfrage. Die Karlsruher Linken halten diese Maßnahme für "eine gravierende Einschränkung von Freiheitsrechten". Dennoch wird in Karlsruhe nach den umstrittenen Kameras immer wieder nachgefragt.

Überwachung für mehr Sicherheit? In einer Anfrage will die Karlsruher Linke Antworten von der Stadtverwaltung. Gleichzeitig wirft sie die Frage auf, ob eine ausreichende Beleuchtung von Verkehrs- und Fußwegen, bedarfsgerechter ÖPNV auch in den Nachtstunden sowie bedarfsgerechte Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum nicht effektiver seien als eine Überwachung mit Kameras. 

Bürger fordern Kameras in Karlsruhe

Wie aus der zugehörigen Stellungnahme der Stadtverwaltung hervorgeht, gibt es in Karlsruhe "im öffentlichen Raum derzeit keine behördliche Videoüberwachung". Es gebe jedoch immer wieder Bürger, die von der Stadtverwaltung fordern, dies zu ändern.

Wie wirksam Videoüberwachung im Vergleich zu den von der Linken vorgeschlagenen Alternativen wäre, kann die Stadtverwaltung mangels Daten nicht einschätzen. Sie hält es jedoch für unbestritten, "dass zum Beispiel eine gute Beleuchtung öffentlicher Flächen sowie eine sichtbare Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum zu einer Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung beitragen", heißt es in der Stellungnahme. Ob es künftig Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen geben wird, geht aus der Stellungnahme nicht hervor.

Videoüberwachung in Karlsruher Bahnen

Aber wie wirksam ist Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen? Im Gegensatz zu den Karlsruher Straßen werden die Straßen- und Stadtbahnen der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) bereits mittels Kameras seit 2007 überwacht. Die so gewonnen Daten würden 48 Stunden, in den 2-Systemfahrzeugen 72 Stunden gespeichert, wie die Stadt bei den VBK erfragte.

Nach diesem Zeitablauf würden die Videodaten selbständig überschrieben - es sei denn auf dem Video ist eine Straftat zu beobachten. In diesem Fall würden die Daten gesichert und von der Polizei beziehungsweise vom Verkehrsunternehmen ausgewertet. Ob die Einführung der Videoüberwachung die Anzahl der Straftaten verändern konnte, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Die VBK führe diesbezüglich keine Statistiken.

Anders sieht es bei den Zahlen zum Vandalismus aus: Durch den Einbau von Videoanlagen seien die Vandalismusschäden in den Schienenfahrzeugen in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen. Die Schadensfälle hätten sich von 194 im Jahr 2007 auf 126 im Jahr 2015 reduziert. Gleichzeitig seien die Instandsetzungskosten von 429.000 Euro 2007 auf 242.000 Euro 2015 gesunken. 

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  •   Borg
    (85 Beiträge)

    28.03.2016 18:57
    Könnte man günstiger haben
    einfach einen Trojaner auf alle Smartphones aufspielen, die Leute filmen dann sogar mobil und mit Ton.
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  •   FG1961
    (104 Beiträge)

    28.03.2016 08:47
    Nachtrag
    Interessant wäre der Einsatz von Videocopter. Big Brother is watching you in Perfektion. Dass eine so ein Videocopter 'bewaffnet' sein: Ja nee is' klar, ne!
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  •   FG1961
    (104 Beiträge)

    28.03.2016 07:48
    Sinn und Unsinn
    CCTV nützt nur bei ortabhängiger Kriminalität. Ortsunabhängige Kriminaliät wandert einfach weiter. Des Weiteren ist ein überwiegende Anzahl der Gewaltverbrechen eine Affekthandlung. Die Anwesenheit von CCTV nützt nichts. Affekttäter werden sowieso gefasst!
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  •   Uhowei
    (594 Beiträge)

    27.03.2016 12:59
    hilft und hilft nicht
    Diese Kameras werden die Kriminalitätsrate nicht reduzieren, aber vielleicht die Aufklärungsrate erhöhen. Das hilft aber denjenigen, die erst einmal Opfer geworden sind, nicht viel!
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  •   Vector
    (808 Beiträge)

    28.03.2016 15:46
    Das hilft
    den Opfern durchaus, wenn die Täter gefasst und bestraft werden.
    Also mir würds mit Sicherheit was bringen.
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  •   Skudder
    (154 Beiträge)

    27.03.2016 12:42
    Ausnahmsweise von Erfahrungen lernen
    So ganz ausnahmsweise sollte man auch aus Erfahrungen anderer lernen, vor allem der Briten, die nach dem Vollpflastern Londons mit Überwachungskameras feststellen durften, dass der Einfluss auf die Kriminalität gleich null war. Allein die Auswertung der Daten ist nicht sinnvoll machbar.

    Aber nein, am besten macht man den Mist einfach nach, der anderswo schon komplett in die Hose gegangen ist.

    Überwachung verlagert bestenfalls die Kriminalität, mehr nicht.
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  •   Crackerjack
    (1318 Beiträge)

    27.03.2016 13:05
    Erfahrungen ?
    Was ihr in Deutschland Kriminalitaet nennt, darueber koennen wir nur schmunzeln.
    Suedafrikanische privat Camera in action.
    Die Typen sitzen dank Kamera hinter Schloss und Riegel.
    hier das Video.
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  •   Skudder
    (154 Beiträge)

    27.03.2016 15:22
    Mit Extrembeispielen
    kann man alles platt-argumentieren. Wir sind hier aber zum Glück von südafrikanischen Verhältnissen sehr weit entfernt. Man kann hier nur sinnvoll europäische Demokratien vergleichen. Und da zeigt das britische Beispiel, dass die Überwachung nicht beherrschbar ist und auch nichts bringt, außer jeder Menge Möglichkeiten zum Missbrauch.

    Und jetzt bitte nicht das Terrorismus-"Argument". Da liegt das Risiko in westlichen Ländern jenseits der Lottowahrscheinlichkeiten.
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  •   Vector
    (808 Beiträge)

    28.03.2016 15:48
    London,
    Madrid, Paris, Brüssel, alles vollkommen unbedeutende Terroraktionen...und du kommst mit Lotto...
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  •   Skudder
    (154 Beiträge)

    28.03.2016 18:06
    Rational betrachtet
    ist Terrorismus bzgl. Todesrisiko nur ein unbedeutendes Randphänomen. Je eher wir das einsehen, desto eher verlieren die Terroristen. Diese Verbrechen - und das sind sie schließlich nur - als Katastrophen hochzuspielen und darauf extrem zu reagieren, ist genau das, was Terrorismus erreichen will.

    Oder hat jemand schon angesichts von 3475 Verkehrstoten in Deutschland 2015 nach Totalüberwachung mit Kameras gerufen?
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