Für ein Jahr in Burundi (1)
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Karlsruhe -
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"Das ist aber mutig, was ihr da tut. Ich würde mich das nicht trauen", ist die von uns in den vergangenen Monaten meist gehörte Phrase. Wir, das sind Lena Büttner aus Karlsruhe und ich, Philipp Ziser, ein Journalist und freier Mitarbeiter von ka-news. Seit etwas mehr als einem Jahr steht unser Entschluss fest, für ein ganzes Jahr in die ostafrikanische Republik Burundi zu gehen, um dort in karitativen Einrichtungen der Fondation Stamm zu arbeiten.
Ein Bericht von Philipp Ziser
Die Projekte der Fondation erstrecken sich über das gesamte Land, vom Aids- und Kriegswaisenhaus in der 300.000 Einwohner zählenden Hauptstadt Bujumbura, einer Schule für Straßenkinder und ehemalige Kindersoldaten, einem Heim für junge Mütter, bis hin zur Versorgung Tausender rückkehrender Bürgerkriegsflüchtlinge. Arrangiert wurde unser Auslandsjahr von dem kleinen Verein burundikids, den 2003 neun Gründungsmitglieder unter Vorsitz von Martina Wziontek in Köln gründeten. Auch für die Kinderhilfsorganisation ist es ein Schritt in neues Terrain: Lena, ich und außerdem zwei weitere junge Frauen aus Berlin und Heilbronn, sind die ersten Freiwilligen, die burundikids in das Land entsendet, das Anfang des 20. Jahrhunderts Teil der Kolonie Deutsch-Ostafrika war und 1916 an Belgien abgetreten wurde. Ein großer Schritt für beide Parteien - und ein über ein Jahr andauernder Kampf gegen Paragrafen und Bürokratie.
"Von einer Reise nach Burundi wird abgeraten"
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Dort stand unverändert seit einigen Jahren, dass "von einer Reise nach Burundi abgeraten" werde, da sich das Land nach wie vor im Bürgerkrieg zwischen den Ethnien der Hutu und Tutsi befinde. Zu diesem Zeitpunkt bemühte sich die Außenpolitik jedoch bereits um ein neues Haus für den deutschen Botschafter, ein Friedensvertrag war schon im Jahr 2000 von den verfeindeten Parteien unterzeichnet. Am 7. September stimmte aktuell auch die letzte von sieben Hutu-Rebellenorganisationen, die Nationalen Befreiungskräfte (FNL), den Friedensbedingungen unter Vermittlung im Nachbarland Tansania zu.
Der Tatendrang steigt bis ins Unermessliche
Aktuell stellt sich für burundikids die Frage, die von anderen Organisationen empfohlene "Bodenkriegsrisikoversicherung" für uns Freiwillige abzuschließen. Diese Absicherung greift in dem Fall, den eine obligatorische Auslandskrankenversicherung mit einer Ausschlussklausel umgeht. Konkret bedeutet dies: Verletzungen oder Schlimmeres, verursacht durch Aufstände, bürgerkriegsähnliche Ausschreitungen und so weiter. Da jedoch Burundi als Demokratie international anerkannt und schließlich alle Kriegsparteien den Frieden mit ihrer Unterschrift beschlossen, wird die Notwendigkeit des Unworts "Bodenkriegsrisikoversicherung" fraglich.
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"Kinderglück" - Unterstützung aus Karlsruhe
Hinzu kommt unsere stetige Bemühung, Spenden für die Projekte von burundikids aufzutreiben. Zu unserer Überraschung begegnen uns beinahe ausschließlich positive Reaktionen. Pharma-Unternehmen, Logistik-Firmen und Menschen im näheren und weiteren Umfeld haben bereits gespendet, wöchentlich bekommen wir neue Anfragen. "Wenn wir euch etwas geben, wissen wir wenigstens, dass und wo es ankommt", ist das meist genannte Argument für die Spendenbereitschaft. Daher ist und bleibt es uns wichtig, etwas zurück zu geben. Seien es Fotos, Berichte, stetige Kommunikation oder einfach nur eine Dankeskarte. Ein transparenter Umgang mit dem, was uns anvertraut wird. Denn nur so ist ein beidseitiges Vertrauen möglich. Und damit eine andauernde Hilfe für die Kinder in Burundi, die am wenigsten für die Umstände in dem Land können, in dem sie geboren sind.
Aktuell erklärte sich die Geschäftsführerin des Karlsruher Kinderspielwarengeschäfts "Kinderglück", Anna Paschen, bereit, burundikids zu unterstützen. In Kooperation mit einem renommierten Geschirrhersteller verkauft das kleine Lädchen in der Herrenstraße die Tassenproduktion "Karlsruhe", wovon ein Euro pro verkaufte Tasse in die Kinderhilfsorganisation fließen wird.
Auch ka-news unterstützt die Kinder in Burundi. Karlsruhes größte Online-Tageszeitung bietet seinem freien Mitarbeiter in Afrika die Plattform, in unregelmäßigen Abständen über die Erlebnisse und Geschehnisse aktuell zu berichten. Und somit die Chance, die Menschen hier ein wenig mehr für die missliche Situation der Menschen in Afrika zu sensibilisieren. (phi)





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