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21.05.2012 16:11
 
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Frische Brise oder laues Lüftchen? Hollande contra Merkel [27]

Karlsruhe (feb/sas) - Schon vor der Wahl in unserem Nachbarland Frankreich war klar: Gewinnt François Hollande, wird der Kanzlerin ein anderer Wind entgegenwehen, als noch zu Zeiten von Nicolas Sarkozy. Nun kommt dieser (kalte?) Wind aus dem wenige Kilometer entfernten Frankreich über den Rhein. Hollande rüttelt an Merkels festgefahrenem Euro-Wagen. Ein Pro und Contra aus der ka-news-Redaktion.
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Merkel Hollande
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Angela Merkel und François Hollande sind nicht unbedingt einer Meinung, werden sich aber wohl zusammenraufen.
Foto: ka-news/dpa

Eine frische Brise im windstillen Europa (Ein Pro von Sandra Schneider)

Im Kampf gegen die Eurokrise will Kanzlerin Angela Merkel grundlegend den Ton angeben - gemäß dem Motto "Alles hört auf mein Kommando." Doch Monsieur Hollande ist da anderer Meinung. Mit dem Elan des Neugewählten geht der neue Hausherr im Pariser Elysées-Palast gleich mal auf Konfrontationskurs und bringt eine scheinbar festgefahrene Diskussion wieder in Gang.

Der rigorose Sparkurs, den die Kanzlerin vertritt, stand fest - wie eine deutsche Eiche. Doch die hat der neue Wind, der seit wenigen Wochen aus unserem Nachbarland herüber weht, mächtig ins Schwanken gebracht. Auch in der Nato funkt "François II.", wie ihn seine Landsleute nennen - "François I." war Mitterrand -  dazwischen. Bis Ende des Jahres will er die französischen Truppen komplett aus Afghanistan abziehen. Damit setzt er eine Forderung in die Tat um, die sich viele Menschen hierzulande auch für die deutschen Truppen wünschen.

Endlich kommt Schwung in die Reihen der Staatschefs, die sich in letzter Zeit regelrecht phlegmatisch der Meinung der deutschen Kanzlerin augenscheinlich untergeordnet haben. Mit seinen Vorstößen bietet Hollande der "Übermutti" Merkel Paroli und rüttelt gleichzeitig am festgefahrene Karren "Eurorettung", der nach wie vor tief im Dreck steckt. Eine solche frische Brise wünscht man sich im windstillen Europa.

Internationale Politik nur noch unter Vorbehalt? (Ein Contra von Felix Brenner)

Kaum segelt die Französische Republik unter der sozialistischen Flagge, fährt der neue Kapitän François Hollande eine harte Linie gegen die MS Deutschland und Angela Merkel. Während Mutti Merkel schon aus den deutschen Reihen genug auf sich nehmen muss, versucht nun unser Nachbarland Frankreich vorsichtig an Muttis Stuhl zu kratzen.

Wer ein guter Sozialist und Präsident sein will, muss selbstverständlich auch aufmucken gegen die kapitalistischen Sparzwänge der Europäische Union. Das dachte sich wohl auch François Hollande. Und so scheint auf einmal der bereits in trockene Tücher gewickelte Fiskalpakt nicht mehr so unumstritten zu sein, wie er es unter Nicolas Sarkozy war. Auch Merkels Einwand, "wir sind gemeinsam nach Afghanistan gegangen und wir wollen auch wieder gemeinsam aus Afghanistan abziehen", wird von Hollande links liegen gelassen. Die französischen Truppen werden vorzeitig zum Jahresende aus dem Krisengebiet abgezogen.

Es scheint in Mode gekommen zu sein, bereits bestehende (nationale wie internationale) Beschlüsse und Übereinkommen über den Haufen zu werfen, um seine Wahlversprechen in die Tat umzusetzen. Auf die Wahlversprechen bezogen mag das ja durchaus löblich sein, aber was, wenn es einfach nicht geht? Aber sollte er sich durchsetzen, würde er ein fragliches Exempel statuieren. Internationale Politik wäre nur noch unter Vorbehalt möglich, wenn verhandelte und beschlossene Entscheidungen einfach mal vom nächstbesten Präsidenten über den Haufen geschmissen werden können. Ein laues Lüftchen aus dem Elysées-Palast, das sich unangenehm über Europa legen könnte.

Mehr zu: Meinung Frankreich Politik Eurokrise



Kommentare [27]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (2586 Beiträge) | 21.05.2012 17:50
    rigoroser Sparkurs von Merkel?
    das ist doch wieder nur so ein Bild-Quatsch, ihr Geschwafel gilt doch nur als Beruhigungspille für die Bürger in DE, die spart nur bei den kleinen Leuten, ihren Bonzen-Bankern und Lobbyisten wirft sie das Geld nur hinterher, von Wirtschaft hat die null Ahnung, woher auch, die ist in der DDR aufgewachsen und ihr Geld kam immer pünktlich vom Staat.
    Für ihre Promotion fertigte Merkel zum Nachweis eine schriftliche Arbeit mit dem Titel „Was ist sozialistische Lebensweise?
  • unbekannt
    (536 Beiträge) | 21.05.2012 18:07
    Dr.-Titel
    Sollte sie als Physikerin ihren Dr.Titel dann nicht in einem naturwissenschatlichen Thema gemacht haben? zwinkern
  • (1595 Beiträge) | 21.05.2012 18:23
    Jetzt passt's...
    Was ist sozialistische Lebensweise unter Berücksichtigung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden?
  • (1717 Beiträge) | 21.05.2012 19:54
    ein rigoroser Sparkurs würde auch die Bundeswehr betreffen
    also auch ein Abzug deutscher Truppen aus nicht-Nato-Ländern.
    Der Sozialhaushalt ist so monströs, man könnte ihn zusammen mit der FDP sehr einfach kürzen.
    Bürgschaften für eitle Bonus-Banker - nur gegen Sicherheiten und Übernahme der Zinskosten.
    Es gäbe soviele Möglichkeiten zu sparen, aber ich sehe in der Koalition ehrlich nicht einen Sparkurs.
    Und was die anderen machen, das geht uns nix an.
    Luxemburg, Dänemark und Polen haben eine deutlisch geringere Verschuldung als wir, wollten wir von denen Ratschläge?
  • (1198 Beiträge) | 21.05.2012 21:34
    Es wird aber alles auf Pump finanziert
    Die DDR hatte eine Auslandsverschuldung von 17%,die USA vor dem 11.09.01 waren schon bei 34% .Danach liefen die Notenpressen dort zu wahrer Höchstform auf.Ab 2005 gibt es keine Statistik mehr,weil diese zu veröffentlichen,verboten wurde. Die USA sind genauso pleite,wie Griechenland und die meißten EU-Staaten.
  • (1198 Beiträge) | 21.05.2012 21:35
    Das
  • (1595 Beiträge) | 21.05.2012 18:13
    Nun...
    ...lasst Monsieur le Président doch wenigstens 100 Tage Zeit. Ich nehme jetzt schon Wetten an, dass sich Hollande schon bald nach den Parlamentswahlen als französischer Gerhard Schröder entpuppen wird. Und mal ehrlich, eine Agenda 2010 wäre in Deutschland mit einem CDU-Kanzler auch gar nicht durchsetzbar gewesen.
  • (2586 Beiträge) | 21.05.2012 19:17
    eins gefällt mir besonders an François II
    der will seine Truppen bis Ende diese Jahres aus Afghanistan komplett abziehen.
    Da können sich unsere Politiker-Pfeiffen viele Scheiben davon abschneiden den die Bevölkerung von Afg. will diese Besatzungstruppen nicht mehr sehen, und dafür opfern wir unser gutes Geld und die Gesundheit deutscher Soldaten.
  • unbekannt
    (8066 Beiträge) | 21.05.2012 19:31
    Wer hat denn unsere Soldaten nach Afghanistan geschickt?
  • (2586 Beiträge) | 21.05.2012 19:52
    George W. Bush
    für manche immer noch eine Lichtgestalt oder? zwinkern
  • unbekannt
    (8066 Beiträge) | 21.05.2012 19:55
    Keine Ahnung
    für mich war der nie eine Lichtgestalt.
  • unbekannt
    (536 Beiträge) | 21.05.2012 19:34
    Hat Obama ...
    ...das nicht auch versprochen? Und Guantanamo schliessen wollte er doch auch, oder?
  • unbekannt
    (8066 Beiträge) | 21.05.2012 19:44
    Politik
    ist ein Versprechen, und versprechen kann man sich mal.....
  • (2586 Beiträge) | 21.05.2012 19:50
    das wird der auch tun
    die Konservativen in den USA haben bisjetzt alles versucht um diesen Mann zu schaden das sind keine Patrioten sondern ganz primitive bigotte Fanatiker die am liebsten den Klan wieder einführen würden, werden einfach nicht fertig damit das es Onkel Tom nicht mehr gibt...
  • unbekannt
    (536 Beiträge) | 21.05.2012 19:59
    Ehrlich ich hoffe es und
    ... wünsche es Obama, dass er es einhalten kann. Auch eine weitere Amtsperiode wünsche ich ihm und den USA.
  • (7413 Beiträge) | 21.05.2012 20:35
    Meinem Eindruck
    nach sind es eher die Taliban, die die "Besatzungstruppen" nicht wünschen. Mir schien es, dass z.B. die Frauenschulen sehr gut ankamen. Nur leider gefällt das den Herren Selbstmordbombern nicht.
  • (7413 Beiträge) | 21.05.2012 20:41
    Und
    immer diese Mär, dass in Waziristan Terroristen dazu ausgebildet werden gezielt in verdeckter Mission in westlichen Ländern politische Gegner zu ermorden.
  • (3118 Beiträge) | 21.05.2012 20:22
    Ist es ein rigoroser Sparkurs,
    wenn man 2 Milliarden für eine Herdprämie ausgibt? 2 weitere für Hoteliers.

    Nächstes Jahr stehen Wahlen an, dann wird die Kriegskasse erst richtig geplündert. Abwarten.

    Gegenwind zu einem Sparkurs ohne Wachstumsstimulation bekommt Frau Merkel nicht nur aus Frankreich. Aber Wind von Westen ist erst richtig wirksam. Sie hat ja auch blitzschnell eingelenkt. Ihre Windschlüpfrigkeit ist da eben von Vorteil.

    'Pacta sunt servanta' ist ein wichtiger Grundsatz, auch und erst recht im Völkerrecht. Es war in unserer eigenen Geschichte als unter Jubel Vereinbarungen gebrochen wurden; mit unseligem Ausgang.

    Frankreich hat sich schon mal aus der Nato verabschiedet. Für uns kann das keine Option sein.
  • (3234 Beiträge) | 21.05.2012 20:41
    Sparen auf Teufel komm raus
    hat noch nie etwas gebracht, man schaue sich die Erfahrungen aus der Weimarer Republik an. Genau das haben die Griechen jetzt. Hollande hat schon recht mit einem Wachstumspaket, es muss nur vernünftig zusammen gestellt und nicht ausschließlich auf Pump finanziert sein.

    Auch bei uns gibt es noch Einsparungspotential, besonders in den ausufernden Sozialleistungen. Vergangene Woche kam im Fernsehen wieder ein Beitrag mit welchen einfachen Tricks sich Wirtschaftsflüchtlinge Sozialhilfe abholen können. So lange solche Schlupflöcher nicht wirksam zu gemacht werden, steigt der Sozialetat immer weiter.

    Merkel hat es mit der Fixierung aufs Sparen schon übertrieben und im Hinblick auf Griechenland hilft Sparen alleine nichts, da muss erst mal eine funktionierende Staatsverwaltung aufgebaut werden.
  • (3118 Beiträge) | 21.05.2012 21:21
    Vor allem müssen die Ausgaben investiver Art sein.
    Wenn es nur in den Konsum geht, ist es wie ein Schnitzel. erst gegessen ist das Schnizel und das Geld weg.

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