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Karlsruhe Frauen-Flaute im Landtag: Ist Politik in Baden-Württemberg Männersache?

Baden-Württemberg landet beim bundesweiten Vergleich der Frauenanteile in Landtagsparlamenten abgeschlagen auf dem letzten Platz. Ob sich das bei der Wahl im März ändern könnte? ka-news hat nachgeforscht, wie es in den verschiedenen Parteien aussieht und welchen Beitrag Karlsruhe leistet.

20,3 Prozent der baden-württembergischen Abgeordneten sind weiblich - der mit Abstand geringste Wert in ganz Deutschland. Den nächst niedrigen Wert verbucht Mecklenburg-Vorpommern mit 28,2 Prozent. Der bundesweite Spitzenreiter hat einen genau doppelt so hohen Frauenanteil wie Baden-Württemberg: Thüringen mit 40,6 Prozent. 

Karlsruhe ist schon mal nicht "schuld": Drei von fünf Abgeordneten aus den Wahlkreisen Karlsruhe I und II sind weiblich. Ob die Fächerstadt weiter so herausstechen wird? Bei den Parteien, die es der aktuellsten Forsa-Umfrage zufolge in den Landtag schaffen würden (CDU/CSU, Grüne, SPD, AfD, FDP), sind vier der zehn Karlsruher Kandidaten weiblich. Die CDU/CSU stellt gleich zwei Frauen, bei der AfD und FDP sind alle Kandidaten männlich. 

Landesfrauenrat ist pessimistisch gestimmt

Landesweit sieht es anders aus. Der Landesfrauenrat hat sich mit seiner Initiative "Frauensicht" zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil in Landesparlamenten zu erhöhen. Um festzustellen, wie die Chancen dafür bei der kommenden Landtagswahl stehen, hat der Rat die Erstkandidaturen unter die Lupe genommen. Vom Ergebnis ist die Initiative enttäuscht. Bei der Linken sind 20 Prozent der Kandidaten weiblich, CDU/CSU und FDP haben zu jeweils 21,4 Prozent Frauen nominiert, die SPD tritt mit 24,3 Prozent Frauen an, die Grünen haben den höchsten Anteil mit 44,3 Prozent.

Es ist natürlich nicht klar, ob die weiblichen Kandidaten es zu eben diesen Anteilen im März ins Parlament schaffen. Würde das passieren, würden alle baden-württembergischen Parteien ihren aktuellen Frauenanteil steigern - besonders die FDP. Für diese sind derzeit ausschließlich Männer im Landtag vertreten. Die CDU hat 16,7 Prozent weibliche Abgeordnete, die SPD 20 Prozent, die Grünen liegen bei 30,6 Prozent. 

 

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