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17.02.2016 12:26
 
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Fraglicher Todesfall in NSU-Umfeld: Karlsruher Staatsanwaltschaft ermittelt [0]

Der Tote im Kraichtal soll in Verbindung zu einer Zeugin im NSU-Prozess gestanden haben: Es handelt sich um den Freund der 2015 verstorbenen vermeintlichen Ex-Freundin von Florian H., der 2013 in seinem Wagen bei Stuttgart verbrannt war.
Bild:Foto: Andreas Rosar/Archiv

Karlsruhe (Ramona Holdenried) - Im Zuge der Ermittlungen zum "Nationalistischen Untergrunds" (NSU) kam es zu einem weiteren Todesfall. Wie die Karlsruher Staatsanwaltschaft bestätigt, wurde der Verlobte einer toten NSU-Zeugin vergangene Woche tot in seinem Wohnhaus im Kraichtal aufgefunden.
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Entgegen erster Medienberichte handelt es sich bei dem Toten nicht um einen Zeugen, sondern um den Lebensgefährten der 20-jährigen NSU-Zeugin aus Kraichtal, die im vergangenen Jahr verstorben war, so die Karlsruher Staatsanwaltschaft gegenüber ka-news.

Dritter Todesfall im Zuge der NSU-Ermittlungen

Es ist der dritte Todesfall im Zusammenhang der NSU-Morde innerhalb weniger Jahre. Die Lebensgefährtin des nun gefundenen Toten war vor nicht ganz einem Jahr unter zunächst unklaren Umständen gestorben. Die 20-Jährige hatte kurze Zeit zuvor noch vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags ausgesagt.

Ihr Lebensgefährte hatte sie dann Ende März mit einem Krampfanfall in ihrer Wohnung vorgefunden - die Ärzte hatten der jungen Frau nicht mehr helfen können. Ein Fremdverschulden wurde von den Behörden ausgeschlossen. Die Zeugin erlag nach Angaben der Polizei einer Lungenembolie.

Bei der 20-Jährigen aus Kraichtal aus dem Kreis Karlsruhe handelte es sich um eine Ex-Freundin von Florian H., einem ehemaligen Neonazi. Florian H. soll gewusst haben, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn getötet hat. Der Mord wird den Rechtsterroristen des NSU zugerechnet. 2013 verbrannte der Zeuge in seinem Wagen in Stuttgart. Am Tag seines Todes hatte H. noch einmal von der Polizei befragt werden sollen.

Staatsanwaltschaft geht derzeit von Selbstmord aus

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun im jüngsten Fall. Am Mittwoch, 10. Februar, habe eine Obduktion stattgefunden, so ein Pressesprecher auf Nachfrage von ka-news. "Nach dem vorläufigen Obduktionsbericht liegen keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden vor", erklärt er. Man warte derzeit aber noch den vollständigen Obduktionsbericht ab. Gleichzeitig kläre man auch das Umfeld des Verstorbenen ab.

Derzeit deutet nach Aussage der Karlsruher Staatsanwaltschaft alles auf einen Suizid hin. Dafür spreche unter anderem eine elektronische Abschiedsnachricht. Weitere Angaben zum Tod des jungen Mannes möchte die Staatsanwaltschaft mit Rücksicht auf die Angehörigen nicht machen. Da der Tote unter anderem kein direkter Zeuge der NSU-Ermittlungen gewesen sei, habe man auf eine offizielle Meldung verzichtet, so der Pressesprecher abschließend.

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