Forderung der JU
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Karlsruhe ps/tho - Die Junge Union (JU) teilt in einer Stellungnahme mit, dass sie sich entschieden gegen Bestrebungen der Grünen und des Bundesjustizministeriums wendet, gleichgeschlechtlichen Paaren die Volladoption von Kindern zu ermöglichen. Durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist erneut eine Diskussion hierüber aufgebrochen. Alexander Geiger, Landessprecher der Grünen für Schwule und Lesben, reagierte verständnislos auf die Haltung der JU.
Die Bundesjustizministerin und der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) streben die Erlaubnis schon länger an und sehen in der Verweigerung der Volladoption eine Diskriminierung homosexueller Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.
"Kinder brauchen Rollenvorbilder aus beiden Geschlechtern"
Der JU-Kreisvorsitzende Andreas Reifsteck sagt dazu: "Es geht in dieser Sache nicht um die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare, sondern vielmehr um das Kindeswohl und dessen aggressive Bedrohung." Reifsteck weiter: "Kinderpsychologen und Verhaltensforscher weisen klar und deutlich darauf hin, dass Kinder ein Anrecht darauf haben müssen, in einem geschlechtlich bipolaren Milieu heranzuwachsen."
Der JU-Beauftragte für das Ressort Familie, Stadträtin Bettina Meier-Augenstein ergänzt: "Kinder brauchen zur Identitätsfindung Rollenvorbilder aus beiden Geschlechtern. Wird dieser Erfahrungsraum Kindern verwehrt, kommt es zu seelischen Entwicklungsstörungen bis hin zu starken Unsicherheiten in der späteren Partnerwahl. Davor muss der Staat die Kinder als die schwächsten Glieder der Gesellschaft schützen und bewahren."
Oft werde auch der Eindruck erweckt, die Volladoption in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften würde Kinder vor dem Leben in Heimen bewahren. Das sei schlichtweg falsch, so die JU. Es gebe weitaus mehr adoptionsbereite Eheleute als Heimkinder, die zur Adoption freigegeben würden.
Grüne: "Alleinerziehende müssten dann auch ohne Kinder leben"
Alexander Geiger, Landessprecher der Grünen für Schwule und Lesben, zeigt sich gegenüber ka-news verständnislos über die Aussage der JU. Homosexualität dürfe kein Grund zur Ablehnung sein. In Holland könnten Schwule und Lesben bereits seit einiger Zeit Kinder adoptieren und hier würde dies einwandfrei funktionieren. Studien hätten hier schon vor längerer Zeit ergeben, dass keine Entwicklungsstörungen feststellbar seien.
Auch statistisch gesehen gäbe es keine Unterschiede in der Entwicklung im Vergleich zu heterosexuellen Familien. Geiger: "Wenn man der Argumentation der Jungen Union folgt, müsste man auch jedem alleinerziehenden Elternteil das Kind wegnehmen. Wir fordern daher die Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Paaren."



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