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Karlsruhe "Flashmob": "Sterben" für die Bundeswehr?

Anlässlich des Besuchs des Bundeswehrwerbetrucks versammelten sich am Dienstag, 30. Juni, hundert selbsterklärte "Flashmob"-Aktivisten um 17 Uhr auf dem Marktplatz. Der Slogan "Spaß und Action" solle insbesondere Schüler in die Bundeswehr locken. Um zu illustrieren, wie "spaßig" die BW ihrer Ansicht nach wirklich ist, ließen sich die Aktivisten rund um den Truck fallen und lagen reglos auf dem Boden: ein Heer von dargestellten Leichen umgab das Fahrzeug.

Anschließend malten die Teilnehmer an der als "Flashmob" bezeichneten Aktion mit Kreide jeweils ihren Körperumriss auf den Boden, bevor sie den Marktplatz wieder verließen. Der Begriff "Flashmob" bezeichnet üblicherweise weitestgehend sinnfreie Aktionen ohne politischen oder ideologischen Hintergrund.

"Eine Karriere bei der Bundeswehr bedeutet nicht Spaß und Action sondern Krieg und Töten. Während die Bundesregierung harmlose Killerspiele verbieten will, werden in ihrem Auftrag Kinder und Jugendliche fürs Töten begeistert", kritisiert Nicole Lampert, die Sprecherin des neu gegründeten Karlsruher Bündnisses "Bundeswehr-kehrt-Marsch". In Zeitungsanzeigen für den Karrieretruck werbe die Bundeswehr mit "Spaß und Action". Quizshows und 3D-Kino seien zu dem selben Zweck aufgeboten worden.

"Polizei diskriminiert friedliche Flashmobber"

Nicole Lampert dazu: "Wir fallen auf diese Hochglanz-und Hightech-Propaganda nicht herein. Wir lehnen es ab, Deutschland am Hindukusch zu verteidigen und 'im Interesse unseres Landes' den 'freien und ungehinderten Welthandel' zu fördern, wie es im Weißbuch der Bundeswehr von 2006 steht."

Kritik äußert die Sprecherin des Bündnisses am Verhalten der Polizei. Sie habe hauptsächlich jüngere Menschen angehalten, um deren Personalien aufzunehmen. "Ein Flashmob ist eine im Gegensatz zu einem Bundeswehreinsatz gewaltfreie Aktion und durch das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gedeckt. In Karlsruhe man kann sich offensichtlich nicht politisch öffentlich äußern, ohne dass man gleich polizeilich registriert und damit kriminalisiert wird."

Hier geht's zur ka-news-Webcam vom Karlsruher Marktplatz.

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