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28.03.2016 07:23
 
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Falsche Anschuldigungen: Wie oft werden Straftaten in Karlsruhe vorgetäuscht? [0]

(Symbolbild)
Bild:lassedesignen/Fotolia

Karlsruhe (Corina Bohner) - Eine 17-Jährige soll in der vergangenen Woche von einem Unbekannten sexuell angegangen worden sein. Im Nachhinein gestand die Jugendliche aus Ettlingen, nicht ganz die Wahrheit gesagt zu haben. Der Täter war ein Bekannter, der Tathergang weniger brutal als geschildert. Ähnlich gelagerte Fälle gebe es immer wieder, bestätigt die Karlsruher Polizei. Dies kann schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben.
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Falsche Verdächtigungen oder das Vortäuschen einer Straftat gibt es in Karlsruhe und Umgebung immer wieder, bestätigt die Polizei im Gespräch mit ka-news. Ganz an den Haaren herbeigezogen sind die Geschichten jedoch sehr selten: "In vielen Fällen ist es so, dass sich die Sachverhalte relativieren und nicht auflösen", so Polizeisprecher Ralf Minet gegenüber ka-news.

Komplett erfundene Fälle gibt es "sehr selten"

Oftmals ist ein Schamgefühl bei den Betroffenen Ursache für die Lüge. Der Sachverhalt soll vor Partnern oder Verwandten anders dargestellt werden. Rein erfundene Sachverhalte gibt es laut Minet sehr selten - hin und wieder bei Kinder und Jugendlichen, die einer möglichen Pauke durch die Eltern entgehen wollen. "In vielen Fällen liegt ein Sachverhalt zugrunde und wird überzogen oder verschärft dargestellt", so Minet, "diese Fälle halten sich jedoch in Grenzen und kommen eher selten vor - sie sind nicht an der Tagesordnung."

So auch im aktuellen Fall der 17-Jährigen (ka-news berichtete): Das Vorhaben war da; der Verdacht liegt weiterhin nahe, dass eine Straftat zugrunde liegt - nur hat diese nicht in der Intention stattgefunden, wie es die Betroffene geschildert hatte. Mögliche Tatbestände bleiben in diesem Fall dennoch bestehen: Körperverletzung und sexuelle Nötigung. Ob diese erfüllt sind und wie diese geahndet werden, wird nun die Staatsanwaltschaft entscheiden.

Das Vortäuschen einer Straftat - ob nun frei erfunden oder überzogen - kann für Betroffene schwerwiegende Folgen haben. Die Strafe kann je nach Tatbestand variieren - sogar mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Abhängig ist das von vielen Faktoren: Wie schwer war die Intention des Vorwurfs - wie schwer die Auswirkungen auf eventuell völlig unbeteiligte und unschuldige Personen? Hat die Person bereits Vorstrafen, ist sie minderjährig oder unmündig? Diese Tatumstände und Sachverhalte zu überprüfen liegt im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft.

ka-news Hintergund:

Die 17-Jährige sagte aus, am Sonntag 13. März gegen 17.30 Uhr auf einem Feldweg zwischen Karlsruhe-Rüppurr und Ettlingen von einem unbekannten, dunkelhäutigen Mann angegriffen worden zu sein. Er soll sie sexuell bedrängt und geschlagen haben.

Die Ermittlungen der Beamten der Kriminalpolizei Karlsruhe ergaben, dass die 17-Jährige tatsächlich dort zu Fuß unterwegs war, aber an dieser Stelle auf einen ihr seit längerem bekannten Mann getroffen ist. Als er ihr gegenüber plötzlich persönliches Interesse andeutete und ihr an den Po fasste, wollte sie gehen.

Um das zu verhindern, stellte er ihr ein Bein und sie fiel in eine Hecke - sie trug Verletzungen im Gesicht davon. Als Grund für die erfundene Geschichte gab die Jugendliche an, sie habe sich gegenüber ihrem Freund rechtfertigen wollen und sei in der Folge zu einer Anzeige bei der Polizei gedrängt worden.
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