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29.03.2012 00:04
 
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Fahren bald wieder Autos über den Karlsruher Bahnhofvorplatz? [72]

Karlsruhe (trs) - Der östliche Teil des Bahnhofvorplatzes ist seit einigen Jahren für den Durchgangsverkehr gesperrt - er gilt seit Juni 2008 als autofreie Zone. Das gefällt der Karlsruher CDU-Fraktion im Gemeinderat überhaupt nicht. In einem Antrag forderten die Stadträte, dort eine verkehrsberuhigte Straße einzurichten. Mitstreiter fanden sich bei der FDP, der Karlsruher Liste (KAL) und den freien Wählern - wenn auch mit abweichenden Lösungsvorschlägen. Entschieden hat der Gemeinderat aber vorerst nichts.
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Der Gemeinderat diskutierte über das Verkehrskonzept für den Bahnhofvorplatz.
Foto: VoWa
Bahnhofvorplatz
Bahnhofvorplatz

Im Juni 2008 begann alles mit einem einjährigen Testlauf: Der Platz zwischen Bahnhofstraße und Am Stadtgarten wurde für den Autoverkehr gesperrt.

CDU fordert verkehrsberuhigte Straße

Damit sollte der östliche Teil der Bahnhofvorplatzes entlastet und die Autos auf die Südseite des Bahnhofs verlagert werden. Den über 6.000 Fußgängern täglich steht seither die Möglichkeit offen, den Platz auf voller Breite zu queren. Der Versuch verlief damals zur Zufriedenheit der Stadtverwaltung, denn gleich im März 2009 wurde das anfängliche Provisorium dauerhaft eingerichtet. Nun wollen sich die Fraktionen von CDU, FDP, KAL und die Freien Wähler jedoch dafür einsetzen, dass eine autofreundlichere Lösung für die Zukunft gefunden wird.

"Wir möchten eine verkehrsberuhigte Straße entlang des Hauptbahnhofvorplatzes auf der Ladenseite einrichten, die für den Pkw-Verkehr freigegeben werden kann", erklärte die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Luczak-Schwarz unlängst in einer Pressemitteilung. Nach Ansicht ihrer Fraktion hätten die Geschäfte am Platz massive Umsatzeinbußen zu erleiden, seitdem der Vorplatz nicht mehr befahren werden dürfe. Dies treffe alle dort ansässigen Einzelhändler, Gewerbetreibende und Praxen und sei bereits aus einer Anfrage der Freien Wähler aus dem Dezember 2011 hervorgegangen.

Nicht akzeptabel sei auch, dass mobilitätseingeschränkte Personen die Arztpraxen nicht mehr mit ihrem Auto erreichen könnten. "Außerdem fahren immer noch verbotenerweise Autos durch", betonte Ingo Wellenreuther (CDU), weil offenbar der Bedarf dieser Route bestehe. Gleichzeitig forderte Wellenreuther, dass der Knackpunkt "Busverkehr" gelöst werden müsse, dort entstehe eine unübersichtliche Situation für alle Verkehrsteilnehmer. Unterstützung bekam er von Lüpo Cramer (KAL). Dieser wies darauf hin, dass der Platz sowieso nicht verkehrsfrei sei, weil auch jetzt Busse und Taxis dort fahren dürften.

KAL schlägt "Shared Space" vor

Cramer hielt einen Verkehrsversuch für unausweichlich, und schlug vor, anschließend zum Beispiel einen "Shared Space" einzurichten - dies hatten auch die Freien Wähler 2011 angeregt. Bei diesem Modell sollen alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sein, auf Verkehrszeichen, Ampeln oder Fahrbahnmarkierungen wird verzichtet. Dieser Weg weg von der "Überregulierung" des Verkehrsraumes soll den öffentlichen Straßenraum lebenswerter und sicherer machen sowie den Verkehrsfluss verbessern.

Auch die FDP befürwortet grundsätzlich eine Öffnung des Bahnhofvorplatzes. Allerdings halten die Liberalen die von der CDU vorgeschlagene verkehrsberuhigte Zone nicht für das geeignete Mittel. "Schrittgeschwindigkeit auf diesem langen Abschnitt ist kaum umsetzbar", betonte auch Bürgermeister Michael Obert. In einem Änderunsgantrag plädiert die FDP-Fraktion stattdessen für eine 30er-Zone - zuvor wollen sie die offenen Fragen im Planungsausschuss besprochen sehen. "Dort könnte man noch ein bisschen Klarheit in die Verwirrung bringen", meinte Stadtrat Tom Hoyem.

Antrag an Planungsausschuss verwiesen

Diesem Vorschlag folgte auch die Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Heinz Fenrich verband diese Weiterleitung mit einer Forderung nach sorgfältiger Vorbereitung für die Diskussion im Ausschuss. "Wir dürfen auch nicht immer nur auf alten Standpunkten beharren, sondern müssen offen alle Möglichkeiten untersuchen - auch im Hinblick auf den Ausbau des ÖPNV in der Zukunft", sagte er.

Gänzlich gegen eine Öffnung des Platzes hatten sich zuvor die Fraktionen der Grünen und der SPD ausgesprochen. "Es war ein Segen, als diese Straße zugemacht wurde", so Grünen-Stadtrat Johannes Honne. Auch Michael Zeh von der SPD konnte kein Probelm darin erkennen, dass Kunden 200 Meter zu Geschäften und Praxen laufen müssten.

Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) planen, die Haltestelle Hauptbahnhof barrierefrei auszubauen. Für die gestalterische Umsetzung lobten die VBK einen europaweiten Wettbewerb für Architekten und Stadtplaner aus, deren Preisträger 2008 bekannt gegeben wurden. Alle Bahnsteige sollen nach dem Umbau auf gleicher Höhe liegen, gleichzeitig sollen die Fahrgäste eben in alle Bahnen einsteigen können. Teil der Umgestaltung ist auch die Verlegung der Bushaltestellen in die Victor-Gollancz-Straße. Nach dem Stadtfest, also frühestens ab Herbst 2015, soll mit dem Umbau begonnen werden, wie die Verkehrsbetriebe auf ka-news-Anfrage mitteilen.

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Kommentare [72]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (5319 Beiträge) | 29.03.2012 00:34
    ha, ha, ha!
    was drehen wir uns in KA doch alle im Kreis, ohne dass jemand dazu die passende Musik macht.

    Wenn der Fahrzeugverkehr wieder am HBF vorbeifließen soll, dadurch der Fußgänger dann nicht mehr ausschließlich auf die Strab und die paar Busse aufpassen muß, dann machen wir doch wenn's geht auch gleich wieder die Unterführung auf. Die hatte ja auch mal eine schöne Stange DM gekostet.

    Schrittgeschwindigkeit fährt dort - auch gegenwärtig - ohnehin kaum einer, weder die Taxen, noch Einsatzfahrzeuge...
  • (744 Beiträge) | 29.03.2012 03:27
    Schrittgeschwindigkeit
    Genau. An die Schrittgeschwindigkeit wird sich keiner halten!

    Ich will die Unterführung auch zurück. Und am ECE sollen die ne vernünftige Unterführungs-Lösung baun.

    Warum ist der ganze Kram eigentlich zugemacht worden? Ich war noch zu jung um das richtig mitzukriegen.
  • (31 Beiträge) | 29.03.2012 10:52
    Mit Vollgas zwei Schritte zurück
    Ha, die Geschäfte mal wieder! Also gut, lösen wir das Problem in Karlsruhe gleich richtig: Gebt die Kaiserstraße wieder für den Verkehr frei!!! Wie sonst sollen denn die armen Geschäfte dort Umsatz machen?

    Mensch Leute, da kann man wirklich am Verstand unserer Vertreter im Stadtrat zweifeln! Wir sind auf dem Weg zu einer Fahrradstadt - und da liegt die Zukunft. Dazu der ö. Nahverkehr (wann gibt es endlich mal verständliche Fahrscheinautomaten???) und Karlsruhe wäre ein Magnet für gutausgebildete, denkende Ingenieure etc.

    Wer in Ka-Hbf ankommt, hätte bei einem grünem autifreien Platz vor dem Bahnhof und der Sicht-Achse Stadtgarten sofort einen tollen Eindruck - das wäre gelebtes Stadtmarketing. Stattdessen wird er sich in Deckung bringen müssen vor den "Juhuu-Wir-haben-unsere-Straße-zurück-ewig-Gestrigen".

    Zum Heulen - aber im Dezember ist Wahl, da kann man ja vor dem Bahnhof eine CDU-freie-Zone schaffen...
  • (389 Beiträge) | 29.03.2012 01:23
    Pro Durchgangsverkehr
    Es war ja gut gemeint, den Autoverkehr südlich des Hbf zu verlagern, aber wenn es dutzende PKW-Lenker gibt, die trotz Verbot da durchfahren, dann sollte man das Verbot wieder aufheben. Es hat sowieso keinen Sinn, wenn es "immer mehr" missachten.
    Von daher: Öffnet die Straße wieder für den Durchgangsverkehr. Als Fußgänger musste man ohnehin beim Überqueren der Straße aufpassen. Und die dortigen Geschäfte werden sich über den vermehrten Autoverkehr sicher mehr als nur freuen. zwinkern

    Man sollte südlich auf Höhe der Bahnhofstraße dann aber einen Zebrastreifen anbringen - bloß keine Ampel!
  • (701 Beiträge) | 29.03.2012 03:11
    man man Sven
    Du laberst hier einen Müll... Wenn das Verbot eh nix bringt und es eh alle missachgten sollt man halt die Strasse wieder öffnen. Wo kämen wir denn dahin. Bin zwar Nichtraucher , aber wenn alle das Rauchverbot in der Gastronomie misachten wird es eben wieder aufgehoben. Oder wenn das Verbot zu stehen massenhaft missachtet wird , wird es irgendwann nicht mehr strafbar..... usw. Also denke mal über den Müll den Du schreibst nach. Denn das Problem liegt nicht darin, dass das Verbot massenhaft missachtet wird , sondern darin , dass die Verstösse nicht geahndet werden.
  • (2379 Beiträge) | 29.03.2012 10:30
    Dumgebabbel:
    Das hier wird heute abend sicher zum "Dummgschwätz des Tages" gewählt:

    Zitat von .
    Es hat sowieso keinen Sinn, wenn es "immer mehr" missachten.


    Wieso macht eine rote Ampel eigentlich Sinn, wenn das immer mehr Radfahrer mißachten?

    Wieso Mord und Todschlag verbieten? Halten sich doch sowieso nicht alle dran.

    Radfahren auf dem Gehweg erlauben!
    bei Rot über die Ampel laufen erlauben!
    Nächtliche Ruhestörung erlauben!
    Kiffen erlauben!
    Alkohol am Steuer erlauben!
    Mit Tempo 90 durch die verkehrsberuhigte Zone erlauben!
    Diskoschlägereien erlauben!
    Rauchen Saufen und Scherben auf Spielplätzen erlauben!
    Raserei vor Schulen und Kindergärten erlauben!
    Parken auf Radwegen erlauben!
    Fremdenfeindlichkeit erlauben!
    Sexistische Diskriminierungen erlauben!

    und wenn das erst Mal alles erlaubt ist, dann hätten wir vielleicht ein Argument dafür, daß wir Autofahren in der Fußgängerzone (z.B. am Hauptbahnhof, dann aber bitte auch in der Kaiserstr.) erlauben!
  • (389 Beiträge) | 29.03.2012 10:53
    Entweder ahnden, oder erlauben
    Aber einfach nichts tun (keine Kontrollen), sodass wirklich jeder da zwar verbotenerweise durchfahren, aber keinerlei Konsequenzen fürchten muss, ist auch nicht richtig.
    Eure Beispiele mit anderen Delikten sind da eher schwach. zwinkern
    Drogen, Rotlichtverstöße, Mord - all das wird durch die Polizei kontrolliert und dementsprechend (meistens) geahndet. Und die Durchfahrt am Vorplatz? Hab' bisher noch nie erlebt, dass dort ein Einsatzwagen stand - aus DIESEM Grund versteht sich. Bei Heimspielen vom KSC oder ähnlichen Großveranstaltungen ist der ganze Vorplatz gepflastert mit blauen Wägen, aber die sind nur wegen der Fans und nicht wegen des Durchgangsverbotes da.
  • (295 Beiträge) | 29.03.2012 16:11
    Hahaha
    In der Vergangenheit gab es eine Unterführung die man Nutzen konnte.

    Hat zwar nach Urin gestunken und nach Pommesfett. Aber sie erfüllte den Zweck.
  • (701 Beiträge) | 29.03.2012 03:06
    Also liebe Redaktion
    Ich selbst bin ja nicht gerade ein gramatikalisches As . Aber selbst ich weiss , dass die Mehrzahl von Taxi Taxen, und nicht Taxis heisst.
    Fü nen Jounalisten ist das schon schwach.
  • (1049 Beiträge) | 29.03.2012 05:58
    Taxen oder Taxis
  • (112 Beiträge) | 29.03.2012 09:59
    Apropos Grammatik
    Auch nach der Rechtschreibreform:
    Nach einem Doppelvokal gibt es nie ein "ss", so heißt es weiß, draußen, Strauß etc.
    Und die unselige "Strasse" gibt es auch nicht: "ss" nur bei kurzer Aussprache wie Tasse, Kuss, Schluss, muss, "?" bei langer wie Straße, Fraß, groß...
  • (196 Beiträge) | 29.03.2012 10:33
    So ein Beispiel
    gab es im Text aber gar nicht, oder? Ich kann da keinen Fehler finden...
  • (749 Beiträge) | 29.03.2012 13:18
    und wat is mit
    LAUS RAUS MAUS SCHMAUS ? :D
  • (112 Beiträge) | 29.03.2012 13:31
    sacht ich doch
    nach Doppelvokal niemals "ss"

    Und warum es hei?t
    Gras, aber Maß oder
    raus, aber Strauß
    ... das weiß niemand!
  • (1079 Beiträge) | 29.03.2012 13:40
    Plural
    Das kannst du dir (zumindest teilweise) über den Plural oder die Steigerungsform herleiten:

    Gras - Gräser (nicht Gräßer oder Grässer)
    Maß - Maße (nicht Mase oder Masse)
    raus - ?
    Strauß - Sträuße (nicht Sträuse)

    Leute, die den Unterschied zwischen reisen und reißen nicht hören können, haben natürlich schlechte Karten. Da hilft wohl nur auswendig lernen.
  • (196 Beiträge) | 29.03.2012 10:31
    Lieber Blaumann
    Taxis ist laut Duden der Plural von Taxi grinsen
  • (1953 Beiträge) | 29.03.2012 10:59
    Er ist eben ...
    ... nicht nur kein "gramatikalisches", sondern auch kein ordokrahfisches As. ((-;
  • (5319 Beiträge) | 29.03.2012 14:48
    Wikipedia läßt schön grüßen:
    "Ein Taxi (früher auch Kraftdroschke, Pl. die Taxis; Synonym: die Taxe, Pl. die Taxen"

    in meinem Beitrag war's der Plural von Taxe.

    ;-)
  • (62 Beiträge) | 29.03.2012 12:20
    @blaumann
    und genau deswegen bist du Strassenbahnfahrer zwinkern
  • (9613 Beiträge) | 29.03.2012 15:23
    hihihihihi...hahahahagröööhl :-))))))

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