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Karlsruhe Es gibt keinen Gott - "Atheistenbus" tourt durch Deutschland

Ein Thema, zwei Standpunkte - zur Zeit befinden sich zwei Busse auf einer Tour durch die deutschen Städte. Beide machten auch in Karlsruhe Halt. "Es gibt keinen Gott", sagen die einen. "Und wenn es ihn doch gibt..." fragen die anderen. Eins ist sicher, ob Atheist oder Christ: Gott kommt wieder ins Gespräch.

Himmel oder Hölle? - für die Atheisten keine Frage. Das Leben kann auch ohne den Ällmächtigen erfüllend sein. Weniger erfüllend ist es zumindest in der Hinsicht, dass die Akzeptanz dafür noch gering ist.

Während die Buskampagne in England und Spanien schon längst zum Verkaufsschlager wurde, stellen sich die Verkehrsbetriebe im deutschen Ländle quer. 17 Gemeinden verweigerten die Werbung der Atheisten auf ihren öffentlich Verkehrsmitteln. Die Aufregung darüber war groß: Ist Deutschland nicht säkular? Nach ihrer Beobachtung missionieren Christen im Gegensatz zu ihnen ungehindert in und auf Verkehrsmitteln.

"Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott" - der pinke Slogan ziert nun den rot-weißen Privatbus der Atheisten, der am Mittwoch, 10. Juni, gefolgt vom Christenbus auch in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht (BVG) eine Pause einlegte. Das Ziel der Reise: Gleichgesinnte sollen merken, dass sie nicht alleine sind. Sie sollen den Mut fassen, sich öffentlich zu äußern und ihre Meinung zu vertreten. Die Botschaft? "Eine aufgeklärte Weltsicht kann, im Gegensatz zu Dogmatismus, Fanatismus und Fundamentalismus als Grundlage für unser aller Zusammenleben und Überleben nicht hoch genug veranschlagt werden." Letztendlich führe das Leben als Atheist, Agnostiker und Nicht-Religiöser zu mehr Selbstbestimmung und Toleranz.

"Man lernt das Leben wieder zu schätzen"

Anhänger hat der Bus schon gefunden: Christian Schwarz, Holger Mühlsteph und Jens Salomon warteten am Mittwoch vor dem BVG auf den Bus, der zum Bedauern der drei - entgegen der Ankündigung - bereits 20 Minuten vor der Zeit ankam. Sie haben ihn verpasst.  Ein Grund, aber kein Hindernis, den Bus trotzdem zu treffen. Dann eben in einer anderen Stadt.

Warum sie Atheisten sind? - Dafür gebe es verschiedene Gründe: So viele verschiedene Religionen auf der Welt und keine davon sei wirklich überzeugend, findet Schwarz. Mühlsteph dagegen stört sich daran, dass der Glaube in Deutschland institutionalisiert werde. "Der Staat vergibt, abgesehen von den Kirchensteuern, enorme Subventionierungen an die Kirche", kritisiert er. "Ich bin erst vor einigen Monaten aus der Kirche ausgetreten", erklärt Salomon. Taufe, Konfirmation - bisher habe er alles, was eben dazu gehört, mitgemacht. Bis er erkannt habe, dass der Nicht-Glaube ihn mehr befriedigt. "Man lernt das Leben wieder zu schätzen", findet er und darin sind sich alle drei einig.

"Sie bringen Gott ins Gespräch"

Eine Stunde lang diskutieren die drei über die Theorie. "Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott" und beweisen damit die Vermutung, die schon Joela Runkel, eine Mitfahrerin des Gottkennen-Busses, geäußert hat. Atheisten diskutieren zumeist häufiger über Gott als jeder andere Christ. Deshalb würden sie von Campus für Christus den Atheistenbus auch willkommen heißen: "Sie bringen Gott ins Gespräch. " Als Antwort auf diesen wollten sie allerdings auch die Gegenseite beleuchten. "Und wenn es ihn doch gibt...", steht auf dem Bus von Campus für Christus, der häufig dieselben Städte anfährt. Ein friedliches Miteinander: die beiden Initiatoren verstehen sich gut.


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Kommentare (40)
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  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    Persönlicher Glaube ist irrelevant
    Persönliche Überzeugungen sind irrelevant wenn es darum geht, die Existenz von irgendetwas nachzuweisen. Und einen Gott zu bemühen wo andere Erklärungen bislang fehlen (god of the gaps) ist selbst unter normalen Christen blanke Blasphemie.
    Wer Behauptungen über die Existenz eines Gottes aufstellt, der msus auch die Beweise liefern. Aber es gibt ja nicht einmal Indizien.
    Glaube ist ein fundamental fehlerhaftes Konzept. Entweder man hat Wissen oder man hat es nicht. Glaube bedeutet, so zu tun, als ob man etwas wisse ohne jedoch dieses "Wissen" abzusichern. Glaube ist frei von Epistemologie und deshalb komplett inhaltsleer.
    Dafür, dass jemandem mal ein "Licht" aufgeht, gibt es bereits seit Jahrzenten (wenn nicht gar Jahrhunderten) natürliche Erklärungen, weil die Funktionsweise des Gehirns besser bekannt ist, als dem Bildungspöbel bewusst ist. Religionen formulieren seit Jahrtausenden die selben Behauptungen, ohne sich jemals weiter zu entwickeln und echte Erkenntnisse zu ermöglichen.
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  • unbekannt
    (327 Beiträge)

    Spiritualität
    Donnerwetter Cush & d.d. ihr versteht es zu formulieren.

    Nun, bei mir gehts nicht ganz so flüssig.

    Hatte schon als Jugendlicher einiges zum Thema Religion Querbeet gelesen gelesen und irgendwann war mir das alles zu theoretisch. Also hatte ich mal ganz naiv mit Meditation nach Lehrbüchern probiert. Zweimal ist mir passiert, dass mir "ein Licht" aufging, d.h. ich hatte ein universelles Seinsgefühl, welches manchmal auch als "Nah-Tod-Erfahrung" oder "Erleuchtung" beschrieben wird. Andere brauchen (lt. Literatur) da Jahre dafür, bei mir gings schon nach kurzer Zeit. Meditieren tue ich schon lange nicht mehr, aber von diesen beiden "Augenblicken" werde ich den Rest meines Leben zehren. Ich bin daher überzeugt, es gibt einen Gott!
    Den aber für eine einzelne Religion zu vereinnahmen halte ich nicht für gerechtfertigt.
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  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    Hä?
    Dies ist eine Erwiderung worauf?
    Es gibt keine Götter und auch sonst nichts übernatürliches. Punkt.
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  • unbekannt
    (456 Beiträge)

    @Cush
    Bei Ihrer Betrachtungsweise liegt ein interessanter Trugschluss vor: Mit dem Supernaturalismus tauchen Sie in eine sprirituelle Sphäre ein, also in ein unbestimmtes Etwas, welches jenseits oder außerhalb der natürlichen Welt existiert. Gesetzt der Fall, die spritiuelle Welt existiert und nicht mit der natürlichen Welt interagiert, dann scheitert Ihr Denkmodell und kann keine Auswirkungen haben auf unser Leben. Was interagiert und nachweisbar ist, ist für uns die natürliche Welt. Gehen wir davon aus, dass in unserer Betrachtung Naturalismus und Supernaturalismus dasselbe ist, so könnten wir künstliche Unterschiede erfinden, sowie Einbildungen. Nur weil wir etwas denken können, muss es nicht existieren. Klar, beim Supernaturalismus handelt es sich um Scheinargumente, die der christlichen Position widersprechen und eine hinwegtäuschende Position einnehmen.
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  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    Kein Umsturz sondern allmähliche Veränderung.
    Es braucht keinen revolutionären Umsturz. Es muss lediglich der Trend fortgesetzt werden, in dem Supernaturalisten stetig größere Bedeutungslosigkeit zukommt, so wie er in Westeuropa bis zu den verschiedenen Veränderungen der 90er Jahre zu beobachten war. Und natürlich hat die Konfrontation der Religionen im Nachhall von 9/11 und den stetigen Bestrebungen der Evangelikalen sich in die Politik einzumischen zu einer Verstärkung und Verbreitung der religiös angetriebenen Individuen geführt. Diese Entwicklung gilt es zu revidieren, und das Werkzeug dazu ist Bildung. Die sekulare Gesellschaft ist das einzige Gesellschaftsmodell, das eine positive Zukunft bringen kann.
    Btw, ich weiss ziemlich genau, wer Cush ist. Eindimensionale Interpretationen über die Verwendung dieses Nick werden jedoch nicht zu einer akkuraten Bewertung meiner Positionen führen.
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  • unbekannt
    (456 Beiträge)

    @Cush
    Was für einen revolutionären Umsturz streben Sie an?
    Das passt eigentlich nicht zu dem persönlichen Profil von "Cush":
    "Biblical Cush" = ältester Sohn von Ham und dieser der Sohn von Noah.
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  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    Wozu die Unterscheidung?
    Abrahamische Religionen sind inhaltlich identisch (und es handelt sich stets um das selbe (!) Gott-Konzept), und die Geschichte zeigt, dass sobald Anhänger und Organisationen dieser Religionen eine Möglichkeit bekommen, sie diese dazu nutzen, sich in einen totalitäre Machtposition zu bringen. Das Christentum ist definitiv nicht weniger gefährlich als der Islam, insbesondere wenn es um die Vedummung der Bevölkerung geht. In westlichen Gesellschaften sind die Fundamentalisten auf dem Vormarsch, insbesondere weil ein großer Teil der Bevölkerung nicht mit den technologischen Fortschritt Schritt zu halten vermag. Wir werden hier bald die selben idiotischen Gerichtsverfahren wie in den USA haben, um z.B. Kreationismus in die Schulen zu bringen. Und natürlcih sollten alle religiösen Schulen sofort geschlossen werden. Koranschulen, Bibelschulen, Torahschulen sind eine ernstzunehmende Gefahr für den Bestand jeder freien Gesellschaft, denn diese Schulen erzeugen verdummte Menschen.
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  • unbekannt
    (456 Beiträge)

    @cush
    Aber eines ist doch nicht von der Hand zu weisen, daß eine der monoethnischen Religionen, der Islam, das Szenario aufzeigt, welches Sie im unteren Teil Ihres letzten Beitrages beschreiben:
    >>....1000 Jahre an technologischer und sozialer Entwicklung gekostet... <<
    Insbesondere gilt für diese Religion, sich aus der Politik herauszuhalten (siehe islamische geprägte Staatsformen).
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  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    Ideal?
    Das war nicht die ursprüngliche Frage. Die ursprüngliche Frage war kontextfrei. Daher mein Unverständnis.
    Es gibt keine ideale Staatsform oder ideale Partei. Es gibt jedoch praktikable Kompromisse, bei denen jeder das beste/meiste für sich herausbekommt, aber eben nicht alles. Dafür muss aber auch jeder den Arsch hoch bekommen und etwas beitragen. Demokratische Regierungsformen benötigen zum Funktionieren insbesondere eins: hochwertige allgemeine Bildung, und das erfordert freilich die Abwesenheit der größten Bedrohung für Bildung, nämlich der Religion, insbesondere der abrahamischen Religionen. Letztere haben die Menschheit bereits 1000 Jahre an technologischer und sozialer Entwicklung gekostet und die nativen Bevölkerungen ganzer Kontinente hingeschlachtet. Religionisten gilt es aus der Politik, wenn nicht sogar aus der Gesellschaft, herauszuhalten.
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  • unbekannt
    (456 Beiträge)

    wie, wo, was bitte?
    Frage wurde nicht beantwortet:
    Bekennen Sie nun, welche Staatsform unter welcher Partei
    Sie sich als ideal vorstellen?
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