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14.02.2016 07:00
 
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Erfolg in Eigenregie: Karlsruher Jung-Autorin bringt Debüt-Roman heraus [19]

Die Karlsruher Jung-Autorin Stephanie Bräutigam im Interview mit ka-news.
Bild:mw

Karlsruhe (Marie Wehrhahn) - Das erste eigene Buch schreiben - das ist ein Traum von vielen, doch nur wenige bringen das nötige Durchhaltevermögen auf. Dass sich die Mühe lohnt, weiß die Karlsruher Jung-Autorin Stephanie Bräutigam. Die 26-Jährige hält in diesen Tagen ihren Debüt-Roman "Mein Herz und ich. Drei sind zwei zu viel." in den Händen. Zwei Jahre, viel Fleiß und Herzblut stecken in den 300 Seiten. Über ihre Erfahrungen als Jung-Autorin und "Self-Publisherin" haben wir mit ihr gesprochen.
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Stephanie, Du bist eine Karlsruher Jung-Autorin, die gerade ihren ersten Roman in Eigenregie herausgebracht hat. Respekt dafür. Aber von vorne: Wie kamst Du auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Ich habe schon mit 13 Jahren angefangen kleinere Stücke zu schreiben. Ich habe damals überlegt, was ich werden will. Mein Kindheitstraum war es eigentlich Schauspielerin zu werden, bis ich dann irgendwann aufs Schreiben kam. Was ja so viel einfacher ist (lacht).

Die meisten Mädels in dem Alter spielen eher mit dem Gedanken, Tierärztin zu werden. Der Traum vom Leben als Schriftstellerin ist da wohl eher unkonventionell. Hattest Du ein Vorbild oder ein Lieblingsgenre?

Fantasy! Als ich etwa 15 war, habe ich so gut wie nur Fantasy gelesen und mich schreibtechnisch damit befasst. Besonders fasziniert haben mich damals die "Harry Potter"-Romane von J.K. Rowling.

Spätestens vor zwei Jahren hast Du dann die Sparte gewechselt und angefangen, an deinem aktuellen Debütroman "Mein Herz und ich. Drei sind zwei zu viel" zu schreiben. Thema: Liebe. Damals warst Du Mitte 20. Braucht es einen Auslöser, um über Herzschmerz zu schreiben?

Bei mir war das damals die Zeit nach der Trennung von meinem Freund. Ich habe viel darüber nachgedacht, was man mit der ersten Liebe und dem ersten großen Schmerz danach verbindet.

Ich gebe Dir zwei Sätze. Wovon handelt "Mein Herz und ich. Drei sind zwei zu viel"? (Kein Spoiler...)

Oh Gott. Zwei Sätze. Schwierig. Ich versuch's mal: Samantha ist Mitte 20, lebt mit ihrem Freund in München und befindet sich gerade in einer Selbstfindungsphase - inklusive Zweifel an sich und ihrer aktuellen Beziehung. Dass sie auf der Hochzeit ihrer Schwester in Karlsruhe schließlich auf ihren Ex-Freund trifft und der Halbbruder ihres Noch-Freundes gerne mit ihr flirtet, macht die Sache nicht besser. Alles in allem: Liebesspektakel, Verwirrung, Herzschmerz!

Wie viel Karlsruhe steckt im Buch?

Die Hauptprotagonistin ist eine gebürtige Karlsruherin, die für die Arbeit und Liebe nach München gezogen ist. Im Verlauf des Buches heiratet dann ihre Schwester, die noch immer in Karlsruhe lebt. So gesehen spielt die Geschichte zur einen Hälfte in Bayern und zur anderen hier. Dass das so ist und Karlsruhe einer der Haupthandlungsorte ist, war mir sehr wichtig. Karlsruhe ist schließlich nicht nur die Heimatstadt der Protagonistin, sondern auch meine.

Wusstest Du schon von Anfang an, wovon und von welchen Figuren dein Roman handeln wird?

Das Ende wusste ich von Anfang an, ja. Ich hatte auch einen roten Faden, an dem ich mich mit der Story entlang gehangelt habe. Einige Sachen haben sich aber auch während dem Schreiben ergeben. So beispielsweise bei der Entwicklung der Figuren. Die haben sozusagen ein Eigenleben entwickelt (lacht).

Hattest Du irgendwann während des Schreibens einen Tiefpunkt, an dem Du daran gezweifelt hast, das Buch zu Ende zu bringen?

Es hat mich schon viel Energie gekostet. Wenn Freunde im Sommer abends noch was trinken gehen oder an den Baggersee wollten, habe ich meistens zugunsten des Romans verzichtet und geschrieben. Auf dem Balkon und mit Laptop dann wenigstens (lacht). Besonders motiviert hat mich eine meiner Freundinnen, die schon von Beginn an mitgelesen hat. Wenn sie mit einem Kapitel fertig war, wollte sie sofort wissen, wie es weiter geht. Diese Neugier hat mich sehr animiert, weiter zu machen. Sonst hätte ich wahrscheinlich noch Jahre gebraucht.

Hattest Du eine Zielgruppe im Kopf?

Ja. Junge Menschen ab 19 Jahren, die sich mit den Problemen der Protagonisten identifizieren können.

Sind schon weitere Bände geplant?

Ja! Der zweite Band ist gerade noch in der Mache, soll aber schon im Frühling diesen Jahres erscheinen. Auch ein dritter, abschließender Band ist schon geplant. Ansonsten schreibe ich noch an anderen Romanen.

Wo, hast Du so viele Ideen?

Oh ja, sehr sehr viele. Meist inspirieren mich die Geschichten und Erlebnisse meiner Freundinnen.

Thema: "Self Publishing" - eine Möglichkeit, die heutzutage viele neue Autoren nutzen, ohne an einen Verlag gebunden zu sein. Auch Du hattest keine fremde Hilfe und alles selbst organisiert. Dabei ist eine Buchveröffentlichung in Eigenregie sicherlich nicht ohne...

Ja, ein Haufen Arbeit. Das Buch selbst war innerhalb von sechs Monaten geschrieben. Aber drum herum gab es so viel zu tun: Korrektur, Lektorat, Publikation. Meine Schwester hat mir sehr viel geholfen - unter anderem mit direkter Kritik. Wir saßen beispielsweise noch an Weihnachten da und haben den ganzen Schluss des Romans überarbeitet und neu verfasst - wenige Tage vor Publikation.

Ohne sie wäre ich den ganzen Prozess über aufgeschmissen gewesen. Die ersten zwei Wochen habe ich gedacht, ich breche zusammen. Self-Publishing und -Marketing ist super anstrengend und sich da von anderen Selfmade-Autoren absetzen zu wollen, steigert den Druck nur noch mehr. Nichtsdestotrotz ist Self-Publishing wohl das beste, was mir passieren konnte.

Du hast deine Publikation über ein Angebot vom Online-Riesen Amazon abgewickelt. Deine Erfahrungen?

Ich habe mich lange damit beschäftigt, zu welchem Anbieter ich gehen soll und auch einen Vorab-Online-Kurs gemacht, der die verschiedenen Angebote verglichen hat. Mit Amazon habe ich gute Erfahrungen gemacht. Viele junge Menschen, also eben die Zielgruppe, die ich ansprechen will, gehen fast ausschließlich nur noch über Amazon, wenn sie Bücher kaufen wollen. Mittlerweile ist die damit verbundene Online-Leihbücherei der lukrativste Weg, das Buch an den Mann zu bringen. Praktisch ist auch, dass es im Prinzip keine Auflage gibt. Das Buch wird gedruckt nach Bestellung und am nächsten Werktag via Amazon gesendet.

Stand heute: 13 Rezensionen. Alle fünf Sterne.

Das ist so ein tolles Gefühl. Dieses positive Feedback -vor allem von fremden Lesern- ist es auch, was mich weiter antreibt.

Du bist jetzt fast 27 Jahre alt, hast am KIT Germanistik und Kulturwissenschaften studiert. Wie geht's für Dich weiter - möchtest Du weiter an deiner Autorenkarriere feilen oder langfristig eine ganz andere Richtung einschlagen?

Derzeit arbeite ich nebenberuflich in einer Karlsruher Buchhandlung und in der Kunsthalle. Ich habe mir grob als Ziel gesetzt, während dem Masterstudium -mit dem Bachelor werde ich demnächst fertig- weiter Fuß zu fassen in der Schriftstellerbranche. Wenn sich daraus aber nichts lukratives ergeben sollte, möchte ich in die Mediävistik-Studie gehen - sprich Mittelalterforschung. Ich würde mich freuen, irgendwann hauptberuflich und von dem Geld als Autorin leben zu können. Dennoch: Ein Plan B ist wichtig.

Die Fragen stelle Marie Wehrhahn.

Homepage von S.P. Bräutigam: http://www.stephanie-braeutigam.de/

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Kommentare [19]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (283 Beiträge) | 14.02.2016 20:15
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    Einfach mal reinlesen
    Vielleicht hilft es beim aufhören, falls man denn will

    http://www.sozial-pr.net/hor-auf-zu-meckern-ein-10-punkte-plan-gegen-notorische-norgler-und-schwarzseher/
  • (1139 Beiträge) | 14.02.2016 17:47
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    Mecker, Motz
    Gibt es eigentlich bei KA-News noch Kommentatoren die nicht alles negativ sehen, nicht über alles motzen? Langsam wird der Kommentarbereich unerträglich, vielleicht sollten einige Leute mal darüber nachdenken warum sie so frustriert sind.
  • (3307 Beiträge) | 15.02.2016 09:44
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    Jo...
    "Karlsruhe - wir finden immer ein Haar in der Suppe" wäre doch mal ein passendes Stadtmotto...
  • (1402 Beiträge) | 14.02.2016 18:27
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    Ja, die gibt es noch!
    Wenngleich sie sich etwas zurückhalten angesichts des Niveaulimbo, der zur Zeit unter den Kommentatoren in ist.
  • (220 Beiträge) | 14.02.2016 19:09
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    Wobei es ebenfalls wegen des linken Spektrums
    nicht außer Acht zu lassen sei.
  • (220 Beiträge) | 14.02.2016 19:11
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    Wobei "Speck drum"
  • (910 Beiträge) | 14.02.2016 13:50
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    Herrje
    Fast 27, noch nicht mal einen Bachelor, Studium in einem Fach, in dem es keine Arbeit gibt, und dann als Plan B ein Studium in einem Fach, in dem es noch weniger Arbeit gibt.

    "Wenn sich daraus nichts lukratives (sic) ergeben sollte" - Man sollte selbst nach einem halben Studium schon wissen, dass sich nichts ergeben wird. Wie kann man mit fast 27 noch so nativ sein?

    Ein Buch im Selbstverlag ist kein Buch, das ist ein glorifizierter Schüleraufsatz. Beim "Blick ins Buch" tränen mir die Augen, aber nicht vor Rührung. Ein vernünftiges Lektorat wäre da Gold wert gewesen. Immerhin hat der Online-Kurs gelehrt, dass man einige Gefälligkeitsrezensionen braucht.

    Ich sags mal so: Wenn der Partner ordentlich Geld verdient, kommt sie mit zwei, drei Kindern und einem Minijob in der Buchhandlung rum. Von der Schriftstellerei oder dem Studium wird sie nicht leben können. Ein Weckruf wäre dringend angebracht.
  • (8554 Beiträge) | 14.02.2016 14:39
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    Was sie davor machte
    ist dem Interview aber nicht zu entnehmen. Es ist auch nicht zu entnehmen, wie lange sie im Bachelorstudium bereits studiert.
    Ist es nicht eher lobenswert, dass sie Abschlüsse anstrebt und Prüfungen macht?

    Was die schriftsellerischen Qualitäten angeht: es gab auch schon immer Leute, die z.B. Arztromane schrieben.
    Rosamunde Pilcher hat zuerst auch nur Liebesgeschichten für Frauenmagazine geschrieben.

    Es gibt für alles einen Markt.

    Was arbeitet denn todi01? Verwaltungsfachangestellter?
  • (910 Beiträge) | 14.02.2016 16:43
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    :)
    Ein Abschluss - noch dazu ein Bachelor - in Germanistik ist, wenn man nicht beim Staat unterkommt, normalerweise das Papier nicht wert, auf das er gedruckt ist. Der Stundenlohn liegt bei 8,50 EUR, mit oder ohne.

    Zu meiner Zeit wäre man mit Sätzen wie "Während ihrer akademischen Ausbildung begann sie mit dem Roman, der ihr Debüt darstellen sollte." selbst im Deutsch-Grundkurs negativ aufgefallen.

    todi01 ist selbst Unternehmer und weiß deshalb, wie aussichtslos viele der hier vorgestellten Konzepte sind. Er kann errechnen, wie viele zehntausend Bücher man Jahr für Jahr zum Stückpreis von 2,99 EUR verkaufen müsste, um davon leben zu können und im Alter nicht der Gesellschaft zur Last zu fallen. Außerdem weiß er, dass Autoren für Frauenmagazine ungefähr einen Roman in der Woche rausrotzen, nicht einen alle 1-2 Jahre, und dass auch das kommerziell erfolgreiche Selbstverlegen von E-Books mehr mit Fließbandfertigung als mit Kunst zu tun hat.
  • (8554 Beiträge) | 14.02.2016 17:51
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    Zu meiner Zeit
    hätte man "während des Masterstudiums" gesagt. Aber heute ist sowieso alles anders.
    Es gibt Leute die machen Videos auf youtube mit Backvorführungen und haben Millionen Klicks pro Monat.
    Sallys Welt - YouTube Sally wird in ihrer Lehrertätigkeit pausieren, wie man dem Video entnehmen kann.
    Backbuch aus Waghäusel - das Ding vor Ort. zwinkern
  • (215 Beiträge) | 14.02.2016 17:06
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    Romane
    für Frauenmagazine sind ja auch nicht wirklich im Bereich der Schriftstellerei anzusiedeln.

    Krawil, krawil! Hurz! grinsen
  • (910 Beiträge) | 14.02.2016 13:52
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    ups
  • (3521 Beiträge) | 14.02.2016 14:25
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    Was hast du denn gegen Germanistik?
    Mit dem Abschluss erhälst du gleichzeitig den Taxischein und damit kann man dann seinen Lebensunterhalt bestreiten.
  • (215 Beiträge) | 14.02.2016 14:34
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    Damit
    kann man aber auch pleite gehen.

    Aber solange man es im Lebenslauf nicht weglässt... grinsen
  • (220 Beiträge) | 14.02.2016 18:36
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    Auch Du, merke Dir - lernresistent oder was auch immer - ;-)
    ein Lebenslauf ist keine Vita!
  • (416 Beiträge) | 14.02.2016 12:54
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    Ja, geht...
    ... " Self-Publishing und -Marketing ist super anstrengend..."

    Hätt se was gscheits glernt!
  • (215 Beiträge) | 14.02.2016 13:04
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    ZB
    was mit Medien oder Mode...
  • (215 Beiträge) | 14.02.2016 12:21
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    Omg
    Mein Herz und ich, Frau, Selbstfindungsphase.

    Gehts noch schlimmer?
  • (416 Beiträge) | 14.02.2016 09:59
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    Wer- kennt- wen?
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