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08.06.2007 03:00
 
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Ein paar Dollar genügen [0]

Karlsruhe twy -
Muhammad Yunus: eine Gallionsfigur der Globalisierungskritiker
(Foto: ka-news)
Während in Heiligendamm die Vertreter der G8 tagen, fand unter dem Motto "Initiative wecken - Zukunft unternehmen" im Audimax der Uni Karlsruhe am vergangenen Mittwoch eine Konferenz mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, Unternehmer Götz Werner und dem brasilianischen Senator Eduardo Suplicy statt (ka-news berichtete). Themen waren Grundeinkommen und Mikrokredite.
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Die Veranstaltung bildete den Auftakt zu einer fünfteiligen Vortragsreihe zum Thema "Globalisierung gestalten", deren Schirmherrin Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ist. Initiatoren sind die Karlsruher Hochschulgruppen der Organisationen Global Marshall Plan und AIESEC. Professor Franz Josef Radermacher, Initiator des Global Marshall Plan, ist zur Zeit auf dem G8-Gipfel vertreten.

Grundeinkommen soll Angleichung der Lebensverhältnisse herbeiführen

Initiative zeigen auch die Mitarbeiter der Hochschul-Mensa immer donnerstags mit ihrem "Solidaritäts-Essen". Das Projekt wurde von der evangelischen Studentengemeinde (ESG) und der katholischen Hochschulgemeinde (KHG) zusammen mit dem Karlsruher Studentenwerk ins Leben gerufen. Jeweils 25 Cent des Erlöses gehen an das Projekt NETZ, das arme Familien in Bangladesh und Frauen, die sich in Selbsthilfeorganisationen einbringen, unterstützt. 2006 wurden damit 12.800 Familien erreicht.

Wohl mit einiger Bewunderung dürfte Götz Werner nach Brasilien blicken (Foto: ka-news)
"Wir leben in einer Fremdversorgungsgesellschaft, in welcher keiner mehr für sich selbst arbeiten muss, wie der Generationenvertrag erkennen lässt." Mit diesen Worten umriss der Leiter der dm-Drogeriemarktkette und Inhaber des Lehrstuhls für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe, Götz Werner, zu Beginn der Veranstaltung seine Sicht der Dinge vom Zustand in Deutschland. Die Einführung eines Grundeinkommens solle die Menschen wieder dazu bringen, ihren Beruf nicht nur zum Gelderwerb, sondern aus Berufung zu wählen. Das Grundeinkommen solle durch eine Senkung der Lohnkosten, eine Verlagerung der Sozialabgaben in die durch das Grundeinkommen erhöhte Staatsquote und einen Ausgleich der Kaufkraft durch höhere Konsumbesteuerung erreicht werden. Im gleichem Zug soll die Lust an sozialem Engagement durch die so gewonnene neue Unabhängigkeit geweckt werden.

Yunus fordert ein Umdenken der westlichen Zivilisation

Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger des Jahres 2006, träumt gar von einer "sozialen Börse", an der soziale Unternehmen notiert seien und deren Gewinn zum Beispiel armen Frauen in Bangladesh zu Gute komme. Die Universitäten sollten überdies Kurse in sozialer Unternehmensführung anbieten. Einen wesentlichen Fehler sieht Yunus in den Grundsätzen des Kapitalismus. Der Fokus dürfe nicht allein auf Gewinnmaximierung gelegt werden. Vielmehr müsse das Ziel sein, Überschüsse beziehungsweise Dividenden an die Armen abzutreten und ihnen dadurch "Hilfe zur Selbsthilfe" in Form von Firmengründungen zu ermöglichen. Auf diese Weise sind die Nachfolgefirmen der von ihm gegründeten Grameen Bank (Dorf- oder Volksbank), Grameen Energy und Grameen Phone, entstanden. Ein weiteres Ziel Yunus' ist die Halbierung der Armut. Er träumt davon, dass die Menschen in Bangladesh eines Tages das Thema "Armut" nur noch aus dem Museum kennen.

Denselben Traum haben dürfte Eduardo Suplicy, Senator der Regierung von Brasiliens Präsident Lula da Silva und Ökonomie-Professor in Sao Paulo. 44 Millionen Brasilianer erhalten heute bereits ein fast vollständig aus einer Kapitaltransaktionssteuer finanziertes Grundeinkommen; die Initiative ging von Suplicy aus. Zusammen mit Präsident da Silva plant er nun die endgültige Einführung eines gesetzlichen Grundeinkommens in Brasilien bis zum Jahre 2010 mit dem Ziel, "Ungerechtigkeit zu beseitigen" und die Lebensverhältnisse anzugleichen. Wie die anschließende Diskussion zeigte, gehen die meisten der Studenten jedoch davon aus, dass diese Maßnahme die Arbeitslust des Einzelnen nicht gerade fördere.

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:

Spießer-Idylle 2.0: Braucht Karlsruhe mehr Kleingärten? [19]


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