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Karlsruhe "Ein alter Baum wird gefällt und es endet im Millionengrab"

"Unter Platanen - Gedenkfrühstück für einen gefällten Baum" - unter diesem Motto stand eine Protestaktion der Grünen, die am heutigen Mittwoch, 8. Juli, am Berliner Platz ihre Meinung zur geplanten U-Strab in Karlsruhe kundtaten.

"Es fängt damit an, dass ein alter Baum gefällt wird, und es endet im Millionengrab" - so Sylvia Kotting-Uhl, die umweltpolitische Sprecherin der Grünen und Abgeordnete für Karlsruhe. Zusammen mit Bärbel Höhn, der stellvertretenden Fraktionssprecherin der Grünen im Bundestag, und weiteren Aktiven von Grünen und Karlsruher Umweltverbänden, zeigte sie bei Brezeln und Kaffee die Probleme auf, die ihrer Meinung nach beim Thema U-Strab auftreten.

"Dieses Motto ist doch wohl ein Witz!", kommentierte ein ka-news-Leser die Ankündigung für die Aktion der Grünen (siehe auch: Opfer der U-Strab - Gedenkfrühstück für einen gefällten Baum). "Es ist ein Symbol, das ist klar", machte Höhn deutlich. Auch Kotting-Uhl stellt klar: "Natürlich geht es nicht um diesen einen Baum."

Kombilösung teurer als ursprünglich geplant

Vielmehr solle man grundsätzlich überdenken, ob die geplante U-Strab die Lebensqualität der Stadt erhöhe. Die Bürger der Stadt seien stolz darauf, dass man Karlsruhe auch die "grünste Stadt in Deutschland" nenne. Für die U-Strab müssten aber alle Bäume in der Kaiserstraße gefällt werden (siehe auch: Erste Opfer der Kombilösung: "Bäume wird es hier keine mehr geben").

Zudem sei die Finanzierung der Kombilösung ein Problem, so die Grünen. Man müsse die Frage klären, ob es vom Bund überhaupt Zuschüsse gebe, da das Projekt teurer werde als ursprünglich geplant. Auch auf die Stadt Karlsruhe käme eine höhere Belastung zu - und damit auch auf die Bürger. "Wir fordern, dass das nochmal sauber durchgerechnet wird", erklärt Kotting-Uhl. 

Auch Ladenbesitzer haben Bedenken

"Es könnte sein, dass die Kriegsstraße 'hinten runter fällt'", fuhr Kotting-Uhl fort. Dabei mache der Umbau in der Kriegsstraße "mehr Sinn" als die U-Strab in der Kaiserstraße. Dort "funktioniert doch alles". Das Geld, das in die Kaiserstraße gesteckt werde, fehle für andere Projekte.

Wie beurteilen die Grünen ihre Erfolgsaussichten? Sie seien nicht die einzigen, die das Projekt kritisch sehen. Auch viele Ladenbesitzer in der Kaiserstraße haben laut Höhn eher Bedenken. Und in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei "schon so mancher Unsinn auf der Strecke geblieben", so Kotting-Uhl.

Ihre Meinung ist gefragt!

Auch in unserer heutigen Umfrage geht es um das Gedenkfrühstück der Grünen. Was halten Sie von dieser Protestaktion? Sagen Sie es uns in unserer aktuellen Umfrage!

     
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  • unbekannt
    (25 Beiträge)

    13.07.2009 14:27 Uhr
    die Bürger wollen die U-Strab schon langer nicht...
    aber da gibt es ein paar Angestellte die dann ihren gut bezahlten Job verlieren würden. Und so wird das unvermeidbare Ende immer weiter rausgezögert. Man verdient ja gut daran. Und wir Steuerzahler sollen dafür aufkommen. Eine Schweinerei ist das.
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  •   kuba
    (874 Beiträge)

    09.07.2009 13:01 Uhr
    Bedenken - Träger
    Da wollen mutige Politiker endlich nach Jahren das Verkehrtchaos auf der Kaiserstraße beseitigen und da kommen die zur Partei gewordene Bedenkenträtgerei und will das verhindern. Das Schlimme ist, dass es eine Mehrheit gibt, die auch nichts verändern will, weil sie nichts verändern will. Und das nützen die Grünen aus. Sie haben keine Alternative aber die tragen sie mit aller Kraft vor. Ich frage mich manchmal, ob solche haltungen nicht dazu beitragen, dass es gesellschaftlich und wirtschaftlich nicht vorwärts geht. Aber die Grünen sind ja saturiert in der Regel im öffetlichen Dienst, Lehrer und so.
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  •   mueck
    (9042 Beiträge)

    09.07.2009 00:04 Uhr
    @glx
    Die Kapazität wird mitnichten erhöht, da man die oberirdischen Gleise nach Fertigstellung der Kombilösung rausreißt. Unten kriegt man gerade so viel unter wie oben (praktisch wird sogar unten eine Linie weniger fahren als heute oben). Die Kriegsstraße wird die Kapazität auchnicht so wahnsinnig erhöhen, da es ja schon die nahe Parallelachse Baumeister-/Mathystr. gibt und nicht zu vergessen: Da will ja eigentlich niemand hin nach Aussagen der U-Strab-Befürworter. Entsprechend mau ist deren Belegung http://city2015.cousin.de/mitfall.png Dafür handelt man sich aber jede Menge betrieblicher Einschränkungen ein (wegfallende Abbiegemöglichkeiten) und erkauft sich die wenigen betrieblichen Beschleunigungen bei den Durchmesserlinien durch Umwegfahrten und potentiell unrentable Zusatzlinien, die aber die Nachteile ausgleichen müssen. Letztlich ist das ganze in Summe nicht viel weniger schlimm als S21...
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  •   udoh
    (1683 Beiträge)

    08.07.2009 22:27 Uhr
    Flachmob?
    Nicht notwendig... Die behindern auch so schon den ganzen Verkehr und sich selbst mit....
    Und das obwohl an der Uni Temo 30 für Autos und "frei"e Fahrt für Bahnen gilt.
    Nun ja das Blaulicht können sie sich fürs erste noch sparen - die Ampeln sind ja entsprechend geschaltet.
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  •   udoh
    (1683 Beiträge)

    08.07.2009 22:21 Uhr
    Gute Aktion gegen "weder Kombi noch Lösung"
    Kombi zwinkern wenn der 1.(Denkmal-) Teil nur unter Entbehrung sinnvollerem möglich ist - wer glaubt an den 2.???

    Lösung zwinkern halb unterirdisch, halb oberirdisch ist das eine Lösung? In der Durlacher Alle wirds dann 4-sprurig für den Abzweig, damits ober- und unterirdisch durchs Nadelöhr geht.
    Wenn zwischen GottesauerPlatz und Tullastr. die Strecke blockiert ist geht erstmal garnichts mehr - so etwas als "Lösung" zu bezeichnen ist frech. Woanders gäbs für so ein "Konzept" ein nett formuliertes Abschiedsschreiben der Personalabteilung.

    Komibi- oder Ideenpleite, Fenrichloch, Innenstadtloch, Pleiteröhre, HochglanzprospektprojektKombi - das alles fände ich da eher zutreffend...
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    08.07.2009 21:11 Uhr
    :)
    "och nööö, da ist so ein Loch im Boden und es gibt weniger Bäume, weil die Bahn unterirdisch fehlt".

    Den Städteführer kauf ich mir :D
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  •   nico-ka
    (301 Beiträge)

    08.07.2009 20:48 Uhr
    Flashmob-Aktion?
    Die Flashmobber sollten sich grün anziehen und auf den Straba-Gleisen der Kaiserstraße umfallen und liegen bleiben. Das wäre mal ein Statement. Nee im ernst. KA braucht mehr Bäume und wenn Knielingen dran glauben muss!
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  •   andi79
    (2507 Beiträge)

    08.07.2009 20:27 Uhr
    ustrab
    es ist klar daß die Kaiserstraße entlastet werden muß... frage ist nur das Mittel. Kriegsstraße tunneln, straba drauf, weitere Strecke um den Adenauer Ring für die überregionalen Züge die eh nur durch fahren (kleiner nebeneffekt->Das Wildparkstadion ist gleich angebunden), S1 z.B. direkt zum Euro ohne umweg Marktplatz. Ein kleiner Bruchteil der Kosten und genauso effektiv. Alles andere ist Denkmal.. sonst nichts.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    08.07.2009 19:54 Uhr
    In Düsseldorf...
    ...hat es nach - zugegeben nur erratener - Meinung zigtausender Altstadtbesucher die dortige U-Strab nicht geschafft die (Alt-)Stadt lebensunwert zu machen. Weder durch fehlende Bäume an manchen Stellen noch durch Einfahrtrampen noch durch Zugänge zu den Bahnhöfen.

    Und auch über die Lebensqualität praktisch jeder anderen Stadt wird viel geredet, nie habe ich gehört "och nööö, da ist so ein Loch im Boden und es gibt weniger Bäume, weil die Bahn unterirdisch fehlt". Immer wird nur davon gesprochen, ob das ÖV-System funktioniert oder nicht. Und speziell in Karlsruhe erwähnen auswärtige die vielen Bahnen in der Fußgängerzone, aber selten positiv.

    Grün muss nicht durch Bäume in die Stadt kommen, das geht auch durch anderes Gewächs. Und Karlsruhe ist mit dem unmittelbar an die Innenstadt angrenzenden Schlossgarten ohnehin in einer grün-privilegierten Situation.
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  • unbekannt
    (466 Beiträge)

    08.07.2009 19:36 Uhr
    Motzen und das Leben verteuern
    und erschweren,das können die Grünen Kriegs - Heuchler gut !
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