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Karlsruhe "Ein Witz und nervig": OB Mentrup kritisiert neue "Kargida"-Kundgebung

"Kargida" feiert Geburtstag: Wie die Stadt Karlsruhe mitteilt hat der Veranstalter des Karlsruher Pegida-Ablegers für Samstag um 18 Uhr eine Kundgebung auf dem Stephanplatz mit anschließendem Demonstrationszug beim Ordnungs-und Bürgeramt (OA) angemeldet. Zwei Gegenveranstaltungen sind ebenfalls angekündigt. In einer Pressemitteilung verurteilt Karlsruhes Oberbürgermeister die "Kargida"-Kundgebung mit deutlichen Worten.

Seit rund einem Jahr ruft der Karlsruher Pegida-Ableger "Kargida" bereits zu Kundgebungen auf. Laut Veranstalter ist mit 100 "Kargida"-Teilnehmern und rund 200 Gegendemonstranten zu rechnen, erklärt die Stadt auf  Nachfrage von ka-news. Anwohner müssen sich dann wieder auf Sperrungen von Straßenabschnitten einstellen. Betroffen sind der Platz hinter der Postgalerie und das Areal zwischen Amalien-, Wald-, Sophien- und Leopoldstraße sowie der Kaiserplatz. 

Mit Verkehrsbeeinträchtigungen in den betroffenen Bereichen ist laut OA ab 19 Uhr zu rechnen. Hinweisschilder werden frühzeitig aufgestellt, so die Stadt weiter. Der Auto- und ÖPNV-Verkehr im Bereich Karlstraße wird planmäßig aufrechterhalten. Anwohner sowie Geschäftsleute sollten sich rechtzeitig auf Einschränkungen vorbereiten. OA und Polizei bitten dafür um Verständnis. Für spezielle Rückfragen steht das Servicecenter von Stadt- und Landkreis Karlsruhe telefonisch unter der Behördennummer 115 zur Verfügung.

OB: Karlsruher haben "Kargida" ins Leere laufen lassen

Zum Jahrestag verliert Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup in einer Pressemitteilung klare Worte: Die Kundgebung zu einem Jahr "Kargida" am Samstag habe den Charakter eines "nostalgischen Abgesangs". Vor dem Hintergrund der nur wenigen Dutzend  Teilnehmer, die zu den letzten Demonstrationen des Karlsruher Ablegers der Pegida-Bewegung gekommen waren, sieht Karlsruhes Oberbürgermeister die Bewegung als gescheitert an.

"Anfänglich sind einzelne Bürgerinnen und Bürger dem Aufruf noch gefolgt, doch dies ließ schnell nach und im Lauf des Jahres wurde aus den wiederholten Kundgebungen nach zweimaligem Wechsel von Veranstalter und Titel eine unappetitliche, provokative Zusammenrottung rechtsextremistischer Kader aus dem südwestdeutschen Raum ohne Bezug zu unserer Stadt", so das Stadtoberhaupt. Die Bürger hätten "Kargida" ins Leere laufen lassen oder sich in einem breiten gesellschaftlichen Bündnis gegen Ideologie und Hetze gestellt- und damit die richtige Antwort gegeben.

"Anlässlich dieser Entwicklung nun am Samstag ein Jahr Kargida als Erfolg zu feiern, ist geradezu ein Witz und nervt nur", betont Mentrup. In der Stadt der wichtigsten bundesdeutschen Gerichte und einer Tradition der Vielfalt und Liberalität von Gründung an, habe "rechtes Gedankengut keine Akzeptanz".

"Kargida"-Gegner rufen zu Mahnwache und Gegenkundgebung

Ähnlich sehen das auch die Aktivisten von "NoKargida". Auf ihrer Facebookseite kündigen sie für Samstag für 17 Uhr eine Veranstaltung mit Kundgebung auf dem Stephanplatz an. Das Motto: "Vielfalt willkommen heißen". In einer eigenen Pressemitteilung kündigt das Antifaschistische Aktionsbündnis Karlsruhe (AAKA) - das nach eigener Aussage Mitglied der Gruppe "Netzwerk Karlsruhe gegen rechts" ist - zudem eine Mahnwache ab 16.30 Uhr an.

"Aus der Schweiz konnten sie (Anm. d. Redaktion: "Kargida")  mit Ignaz Bearth einen europaweit aktiven Nationalisten gewinnen", so das AAKA. Das Aktionsbündnis befürchtet laut Pressemitteilung, dass am Samstag aufgrund des Schweizer Gastredners Rechte aus ganz Baden-Württemberg anreisen könnten.

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