Karlsruhe EHEC, Fukushima und Co.: Erhöhte Hygienekontrollen in Karlsruher Restaurants

Im Jahr 2011 beherrschten zwei Themen die Medien, die auch Auswirkungen auf die Arbeit des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung hatten: der EHEC-Erreger und die Atomkatastrophe von Fukushima. Wie das Amt in einer Pressemeldung mitteilt, wurden im Jahr 2011 im Rahmen der Lebensmittelüberwachung insgesamt 4.520 Kontrollen in 2.544 Betrieben durchgeführt. Das Amt ist mit den Ergebnissen der Kontrollen zufrieden.

Die 488 festgestellten Verstöße seien überwiegend Missstände in der Betriebs-, Arbeits-, und Personalhygiene gewesen, teilt das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung in der Pressemeldung weiter mit. Erhebliche Mängel wurden wiederum bei der Betrieblichen Eigenkontrolle in den Lebensmittelunternehmen, beispielsweise in Gaststätten, festgestellt.

1.881 Lebensmitteproben im Jahr 2011

Dazu zählen Wareneingangskontrolle, Temperaturüberwachung, Reinigungs- und Desinfektionsplan, Schädlingsbekämpfung und die Schulung des Personals. Zu den festgestellten Verstößen ergingen 236 Anordnungen, 67 Bußgelder und acht Verwarnungen, so die Pressemeldung weiter. In sechs Fällen seien Strafverfahren eingeleitet worden. Die Beanstandungsquote von 19 Prozent liege dennoch weiterhin auf einem relativ niedrigen Niveau, dieser Erfolg sei der stetigen Überwachungstätigkeit zuzuschreiben.

Daneben wurden insgesamt 1.881 Proben von Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Tabakerzeugnissen, Kosmetika und Bedarfsgegenständen genommen. 90 Proben wurden auf einen konkreten Verdacht hin erhoben, zum Beispiel wegen offensichtlich verdorbener Ware. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung, häufig bei Erkrankungen nach dem Verzehr von Lebensmitteln, wurden 19 Proben genommen. Der überwiegende Teil waren nach Angaben des Amtes Planproben.

Die Untersuchungen wurden von den Chemischen- und Veterinäruntersuchungsämtern durchgeführt, 315 Proben wurden beanstandet. Der Großteil bezog sich auf fehlende und/oder unvollständige Produktkennzeichnung, 31 Proben waren nicht zum Verzehr geeignet, in zehn Fällen musste das Amt Schnellwarnungen herausgeben.

Lebensmitteüberwachung: Regelmäßige Kontrollen notwendig

Von den für die Nahrungsmittelindustrie importierten Fischen aus pazifischen Gewässern wurden Sonderproben gezogen. Bei allen Proben wurde jedoch keine erhöhte Radioaktivität festgestellt, teilt das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung weiter mit. Um dem EHEC-Erreger auf die Spur zu kommen, der allein in Deutschland 53 Todesopfer forderte, führte das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung verstärkte Kontrollen durch und erhob Verdachtsproben. Die betroffenen Chargen der aus Ägypten importieren Bockshornkleesamen, die auch in einem Betrieb im Landkreis verwendet wurden, wurden aus dem Verkehr gezogen.

Nach Ansicht von Amtsleiter Joachim Thierer machen die genannten Fälle deutlich, dass eine regelmäßige Kontrolle von Lebensmitteln durch die Lebensmittelüberwachungsbehörde notwendig sei, um dem Ausbruch von Epidemien vorzubeugen und Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung möglichst gering zu halten. Dass dies mit einem großen Arbeitsaufwand für die sechs Tierärzte und acht Lebensmittelkontrolleure verbunden ist, zeigt der vorgelegte Tätigkeitsbericht, so die Pressemeldung abschließend.

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