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Karlsruhe/Stuttgart Drogentote: Zahl sinkt landesweit - aber Anstieg in Karlsruhe

Die Zahl der Drogentoten lag 2009 landesweit deutlich unter der des Vorjahres und auf dem niedrigsten Niveau seit 20 Jahren. Entgegen diesem Trend stieg die Zahl im Stadt- und Landkreis Karlsruhe jedoch an.

Laut vorläufiger Bilanz des Innenministeriums wurden landesweit 131 Drogentote registriert. Nach dem letztjährigen Anstieg (192 Drogentote) sind aktuell 61 Opfer weniger zu beklagen. 112 der Drogentoten waren nach Angaben des Innenministeriums männlich und 19 weiblich. Damit sind fünf Frauen und 56 Männer weniger als im Jahr 2008 aufgrund von Rauschgiftkonsum gestorben.

„Dies ist für uns allerdings keine Entwarnung. Solange Menschen ihre Drogensucht mit dem Leben bezahlen, müssen wir vorbeugende Aufklärungsarbeit leisten und den Drogenhandel eindämmen“, sagte Innenminister Heribert Rech heute in Stuttgart. Die Erfahrung zeige, dass die Entwicklung schwanke, allerdings zeichne sich seit dem Höchststand im Jahr 2000 mit 287 Toten eine deutlich rückläufige Tendenz ab.

Erstmals seit fünf Jahren wieder jugendliche unter den Drogentoten

Bedauerlicherweise seien zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder zwei Jugendliche unter den Drogentoten. Ein 16-Jähriger aus dem Raum Mannheim, der an Mischkonsum von einem morphinhaltigen Schmerzmittel und Alkohol gestorben sei und eine 17-Jährige aus dem Raum Ulm, die man nach der Einnahme von Heroin und weiteren Betäubungsmitteln tot aufgefunden habe.

Das Durchschnittsalter der Rauschgifttoten sei auch im Jahr 2009 wieder angestiegen auf nun 35,4 Jahre (2008: 34,6 Jahre). Vor zehn Jahren sei der Altersdurchschnitt noch bei 30 Jahren gelegen. Auffällig sei in der Langzeitbetrachtung zudem, dass immer weniger junge Menschen mit sogenannten Turbokarrieren unter den Rauschgifttoten seien.

Heroin sei nach wie vor die schlimmste Todesdroge. 93 der Todesfälle stünden in Zusammenhang mit dem Konsum von Heroin, häufig in Kombination mit anderen Rauschgiften, Medikamenten oder Alkohol. Auffallend hoch sei nach wie vor die Zahl der Spätaussiedler unter den Drogentoten mit 28 Opfern (2008: 29). Dagegen sei die Zahl der ausländischen Drogenopfer mit zwölf (2008: 38) deutlich gesunken.

In Baden-Baden keine Opfer zu beklagen

Die meisten Drogentoten im Jahr 2009 habe die Polizei mit zehn Opfern in Mannheim registriert (2008: elf), gefolgt von der Landeshauptstadt Stuttgart (2008: zwölf) und den Landkreisen Ludwigsburg und Ravensburg mit jeweils neun (2008: 16 beziehungsweise sieben). In Freiburg sei die Zahl von 23 auf neun Opfer und in Heilbronn auf einen Toten (2008: acht) zurückgegangen. Im Stadtkreis Karlsruhe stieg die Zahl von drei auf fünf, im Landkreis Karlsruhe von drei auf sechs. In Rastatt gab es 2009 zwei Drogentote, im Vorjahr einen. Im Stadtkreis Pforzheim sank die Zahl von drei auf ein Opfer.

In acht Stadt- und Landkreisen, unter anderem in Baden-Baden, gebe es wie auch im Vorjahr keine Drogenopfer zu beklagen. „Nicht nur die Schicksale von Schwerstabhängigen bestärken uns, durch wirksame Prävention zu verhindern, dass besonders Kinder und Jugendliche in die Drogensucht abgleiten. In der Prävention arbeitet die Polizei daher mit den Kommunen, Suchthilfeeinrichtungen, Schulen, Vereinen und Eltern Hand in Hand", so Rech.

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Kommentare (1)
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  •   Makamabesi
    (2937 Beiträge)

    !!Achtung Satire!!
    Vielleicht muss man sich Karlsruhe schön -trinken, -kiffen, -spritzen, -dopen?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
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