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Doppeljahrgang feiert "Abi kompakt": Karlsruher Abiturienten lassen's krachen [29]

Karlsruhe (kst) - Der Letzte trifft den Ersten: In diesem Jahr trifft in Karlsruhe der letzte neunjährige (G9) auf den ersten achtjährigen Abitursjahrgang (G8). Mehr als 2.000 Abiturienten machen in der Fächerstadt ihren Abschluss. Das bedeutet auch, dass es nicht nur doppelt so viele Abiturienten gibt wie in den voran gegangenen Jahren, sondern dass auch doppelte so viele Eltern und Verwandte den Abschluss feiern wollen. Da stellt sich die Frage: Wie feiert der doppelte Abiturjahrgang?

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(Symbolbild)
Foto: Diagentur/dpa/tmn

Laut dem Karlsruher Regierungspräsidium gab es im vergangenen Jahr 1.183 Abituierenten, in diesem Jahr gibt mehr als doppelt so viele. Insgesamt machen 2.371 Schüler ihren gymnasialen Abschluss in der Fächerstadt.

Abifeier mit über 1.200 Gästen muss organisiert werden

Alleine am Helmholtz-Gymnasium in Karlsruhe, eines der größten Gymnasien in der Stadt, gibt es 240 Schüler, die noch in diesem Jahr ihren Schulabschluss machen werden. "Im vorigen Schuljahr hatten wir nur etwa 120 Schüler in den Abschlussklassen", sagt Hugo Oettinger, Schulleiter des Helmholtz-Gymnasiums. Bisher habe das Gymnasium immer in der Badner Landhalle in Neureut oder in der Festhalle in Durlach gefeiert. Doch bei dieser großen Anzahl von Abituierenten und deren Verwandten, Angehörigen und Freunde, bieten diese Räumlichkeiten nicht ausreichend Platz.

"Pro Schüler muss man bis zu fünf Gäste einplanen. Meist kommen neben den Eltern auch noch Oma und Opa, Geschwister und Freunde mit zur Zeugnisübergabe und Abifeier. Da ist man dann schnell bei etwa 1.200 Gästen und dann muss man noch die Lehrer dazu rechnen", weiß der Schulleiter.

Auch Schulleiter Albrecht Aichelin vom Goethe Gymnasium Karlsruhe sagt, dass es in diesem Schuljahr doppelt so viele Abiturienten gibt: "In diesem Sommer machen bei uns 145 Schüler ihren Abschluss. Im Vorjahr waren es nur etwa 70 bis 80." Er erwartet rund 900 Gäste bei der Abifeier und hatte, wie viele andere Karlsruher Gymnasien auch, ein Problem eine Raum zu finden, der groß genug ist, dass alle darin feiern können.

Abiturienten feiern im Kongresszentrum

Damit aber alle Feierenden Platz finden und gemeinsam den Abschluss zelebrieren können, hat sich die Schulleitung des Helmholtz-Gymnasiums schon vor zwei Jahren mit dem Problem befasst. "Wir feiern in diesem Jahr im Karlsruher Messe- und Kongresszentrum", so Oettinger. Auch das Goethe Gymnasium veranstaltet die Zeugnisübergabe und Abifeier im Weinbrennersaal des Kongresszentrums.

Das Karlsruher Messe- und Kongresszentrum (KMK) mitten in der Stadt bietet im größten Saal bis 1.500 Menschen Platz und ist im Juni von Schulen gut gebucht. "Der Juni steht bei uns unter dem Motto 'Abi kompakt'. Von 20. bis zum 24. Juni haben wir fast rund um die Uhr Zeugnisübergaben, Abifeiern und -bälle", erzählt Martin Wacker, Pressepsrecher der KMK.

Keine Mehrkosten für den doppelten Abijahrgang

Vor etwa zwei Jahren kam Schulleiter Oettinger auf Wacker zu, der nicht nur Pressesprecher der KMK ist, sondern auch stellvertretender Elternbeirat am Helmholtz-Gymnasium. "Da ich persönlich mit dem Helmholtz-Gymnasium zu tun habe, war ich sofort Feuer und Flamme und bot meine Hilfe an", so Wacker. Und so war schnell klar, dass das Gymnasium im KMK feiern kann. Auch anderen Gymnasien war damit der Weg frei im Brahms-, Hans-Thoma oder im Weinbrennersaal zu feiern. Insgesamt wird es 18 Veranstaltungen im Rahmen der Abiturfeierlichkeiten geben.  "Darunter fallen reine Zeugnisübergaben bis zu pompösen Abibällen", so Wacker.

Obwohl die Gymnasien das Privileg genießen in den großen Sälen des Kongresszentrums feiern zu können, seien die Karten für die Feiern nicht teurer als in den Jahren zuvor, so Aichelin. "Die Karten werden so zwischen 15 und 20 Euro kosten. Das ist nicht mehr als die anderen Jahrgänge gezahlt habt", sagt Aichelin. Das läge daran, dass die KMK den Schulen sehr entgegen kam. "Die Räumlichkeiten werden quasi zum Selbstkostenpreis angeboten", erklärt der Schulleiter des Goethe Gymnasiums. Außerdem steuere die Stadt auch etwas zu den Unkosten bei, so dass der Doppeljahrgang keine doppelten Kosten stemmen muss.

Mehr zu: "Doppelter Abiturjahrgang" Schule Bildung

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Kommentare [29]
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  • (1099 Beiträge) | 07.02.2012 08:28
    In dem Alter...
    ...glaubt man noch, dass man etwas im Leben geleistet hätte. Das ändert sich dann auf der Uni, wenn man zu einer Matrikelnummer degradiert wird und quasi jedes halbe Jahr Abitur macht. Lassen wir sie in diesem glauben.
  • (13748 Beiträge) | 07.02.2012 09:07
    Ich sass
    vor ein paar Jahren mal in einer Besprechung mit einem patriarchalischen Mittelständler, so knapp 70 war der. Man kommt dann immer auch so ein bisschen ins Private und er erzählte mir von seinem Enkel, der grad Abi gemacht hatte.
    'Stelle se sich mol vor, Herr hetfield, kommt der zu mir und sagt: So, das Abi hab ich gschafft I nemm mir jetzt mol e Auszeit. E Auszeit!
    Wie er sich das vorstelle? Ein halbes Jahr um die Welt reisen als Belohnung. Und als ich gfragt hab wer das bezahlen soll sagt der: Ha du.'

    Der war wirklich vollkommen entsetzt, was ich absolut nachvollziehen kann.
    grinsen
  • (2840 Beiträge) | 07.02.2012 09:28
    Siehste....
    ....ich kenne einen Fall, da war es andersrum: Papa bietet Tochter an, nach dem Abi ne Auszeit zu nehmen, Rucksack packen und ein Jahr durch die Welt zu reisen. Papa zahlt. Tochter allerdings meinte "nö, lieber gleich studieren." Na gut. Pech gehabt. Wenn sie jetzt um die Welt will muss sie selber zahlen.
  • (2996 Beiträge) | 07.02.2012 08:44
    und dann gibt es noch
    die doppelte Anzahl an Abiturienten, die auf den Arbeitsmarkt bzw. die Hochschule losgelassen wird.

    Hat sich schon mal jemand überlegt, welche Auswirkungen das dort zeitigt?

    Es wird wohl oder übel viele lange Gesichter geben und es ist nicht auszuschließen, dass die Abschlüsse und Zugangsberrechtigungen nicht allein aussschlaggebend sein werden...
  • (2996 Beiträge) | 07.02.2012 08:46
    oh! ein "s" zuviel
    wer's findet kann's behalten und nächsten Dienstag weiter verschenken.

    zwinkern
  • (4347 Beiträge) | 07.02.2012 20:07
    Das
    G8 hat sich keiner richtig überlegt. Totaler Murks, geht auf Kosten der Eltern und der Lehrer und natürlich zuerst - auf Kosten der Schüler.
  • (369 Beiträge) | 07.02.2012 09:07
    es dürfte auch einen weiteren
    Preisverfall geben, was die Bezahlung des Doppeljahrgangs angeht. Das "Angebot" fast verdoppelt - die Stellen nicht - da kann sich jeder selbst ausrechnen, was passiert...
    ... aber wir haben ja dann noch immer Fachkräftemangel traurig
  • (2840 Beiträge) | 07.02.2012 09:15
    Und dazu....
    .....gibt es immer mehr Eltern, die wollen dass ihre lieben Kleinen das Abi machen. Bald dürfen ja die Eltern alleine entscheiden, ob ihr Kind reif für das Gymnasium ist. Die landen alle auf der Uni, machen ihren BC oder sonst was und wundern sich dass sie danach nur schlecht oder un bezahlte "Praktikumsplätze" bekommen. Früher konnte man noch davon ausgehen das ein Hochschulabsolvent ohne Probleme einen gut bezahlten Arbeitsplatz bekommt. Und heute?
  • (2054 Beiträge) | 07.02.2012 10:09
    Heute glaube ich auch,
    dass man mit einem guten Studium einen gut bezahlten Arbeitsplatz bekommt.

    Wer zum Beispiel in Karlsruhe ein technisches Studium gut abschließt, sollte kein Problem bekommen.

    Etwas anderes mag es mit anderen Studien sein. man wundert sich ja manchmal doch schon, was man heute alles als Studium machen kann.
  • (2840 Beiträge) | 07.02.2012 10:34
    Das ist.....
    ....schon richtig. Nur muss man ein technisches Studium auch erstmal erfolgreich abschließen. Nicht jeder der mit 3,2 sein Abi gemacht hat, wird es schaffen erfolgreich Maschinenbau zu studieren. Ich denke mal das die Anforderungen auf einer Uni ungleich höher sind als auf dem Gymnasium.
  • (175 Beiträge) | 07.02.2012 14:27
    Heute weiß ich ...
    ... das ein Studium in einem MINT-Fach keine Garantie für ein Leben in gesicherten Verhältnissen ist. Die Wahrscheinlichkeit in gesicherte Armut abzurutschen ist kaum besser als die eines Facharbeiters, eher sogar schlechter. Man sollte sich nicht von den extrem manipulierten Zahlen der BA täuschen lassen. Die Verweildauer im Kernarbeitsmarkt beträgt bei den meisten MINT-Fächern nur wenige Jahre. Bei Physikern, Mathematikern, Informatikern und Elektrotechnikern sind das nur noch rund 6 Jahre bis zum Eintritt in das Leben des Subprekariats. Und gerade an einer Quelle für MINT-Menschenmaterial, wie Karlsruhe, sind die lokalen Bedingungen durch ein massives Überangebot geprägt.
  • (2996 Beiträge) | 08.02.2012 00:08
    es gibt Menschen,
    die haben technisch nichts drauf. Das sollten dann in KA alles Versager werden, bzw. Leute ohne Zukunftschance?
    Kann ich mir nicht vorstellen!
  • (2996 Beiträge) | 07.02.2012 10:08
    Fachkräftemangel?
  • (175 Beiträge) | 07.02.2012 14:43
    Dort gibt es genug Fachkräfte ...
    ... aber leider auf der falschen Seite vom Schreibtisch.
  • (32 Beiträge) | 07.02.2012 09:42
    Nun ja.....
    ...hatte letztlich eine Praktikumsbewerbung vorliegen: 17 Jahre, macht Abi, Notendurchschnitt 1,8, will natürlich studieren. In einem 10-zeiligen Anschreiben sage und schreibe 17(i. W. siebzehn)!!! Schreibfehler. Von Interpunktion und Kommata will ich noch gar nicht reden. So etwas wäre zu meiner Schulzeit schon in der 3. Klasse sitzen geblieben. Von wegen Abi, das ist leider kein Einzelfall. Jetzt wollen noch 2 Jahrgänge gleichzeitig an die Universitäten. Wie das funktionieren soll, weiss ich echt nicht.
  • (2727 Beiträge) | 07.02.2012 13:17
    oh
    womöglich ein Legastheniker.
    Aber Sie lassen sicherlich auch Leute nicht rein, weil sie mit ner Querschnittslähmung nicht am Firmenfussballturnier teilnehmen können.
  • (1366 Beiträge) | 07.02.2012 14:19
    ?
    Dümmlicher Einwurf, tut mir leid. Wenn ein Abiturient selbst in einem kurzen Bewerbungsschreiben 17 Rächtschreipfeller produziert, dann zeugt dies von absolut mangelnder Motivation oder gar Desinteresse und/oder von einer lausigen Schulbildung. Kann sich jeder aussuchen, was schlimmer ist. In meinen Laden käme so jemand jedenfalls auch nicht 'rein, da nicht zu erwarten ist, dass er sich dann mehr Mühe gibt als bei seiner Bewerbung.
  • (13748 Beiträge) | 07.02.2012 15:17
    Beissreflex, oder?
    Wenn einer Legastheniker ist, wird er sich seine Bewerbung schreiben lassen. Auf seine Legasthenie kann er dann immer noch im Gespräch hinweisen. Kann ja sein, dass die für den angestrebten Beruf gar nicht ausschlaggebend ist.
  • (2054 Beiträge) | 07.02.2012 15:30
    Spellchecker
    funktionieren auch für Legastheniker.

    Ich kenne einen, der ist promovierter doppelter Diplom-Ingenieur. Aber wenn man zu nachlässig oder vielleicht doch zu dumm ist, Hilfsmittel einzusetzen, dann eben ab in die Warteschleife.
  • (7128 Beiträge) | 07.02.2012 15:53
    Es gibt ja auch noch die automatische Rechtschreibprüfung. Das sollte eigentlich kein Problem sein eine Bewerbung fehlerfrei zu schreiben. oder schreibt man die inzwischen wieder per Hand?

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