Die Säulen der Demokratie: Schülerprojekt soll zum Nachdenken anregen
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Karlsruhe (fbg) - Gleichberechtigung, Demokratie des Alltags, Rassismus - das waren die drei Stationen zum Thema "Ist Demokratie gerecht?", die man am 22. Mai in der Karlsruher Innenstadt finden konnte. Schüler hatten Karlsruher Bürger zu den Themen interviewt und präsentierten nun ihre Ergebnisse.
"micro-fiction", das sind Audio Collagen bei denen Orte, Personen und Geschichten zusammentreffen. Entstanden sind sie durch acht engagierte Schüler und ihre Betreuer, die bei Interviews, Tonaufnahmen von Karlsruhern sammelten (siehe auch "Karlsruher werden gefragt: Ist Demokratie gerecht?"). "Die Frage nach der Demokratie ist eine große und komplexe Frage", sagte Henrike Plegge vom ZKM. Deshalb haben sich die Freiwilligen des Windeck-Gymnasiums Bühl drei Teilbereiche überlegt: Rassismus, Demokratie im Alltag und Gleichberechtigung.
Von 11 Uhr an standen die Schüler in der Karlsruher Innenstadt und luden die Passanten ein, an ihrem Projekt teilzunehmen. Hören, Nachdenken und sich Äußern - das konnten die Karlsruher Bürger an den drei Säulen tun. "Die Litfaßsäule ist ein Medium der Öffentlichkeit an dem Dinge plakatiert werden", erklärt Henrike Plegge zum Design. Beim sogenannte "city blogging", der Präsentation der Audio-Stücke im Stadtraum, könne jeder interessierte Zuhörer seine eigene Meinung verewigen, auf einem orange-leuchtenden Punkt, welcher die Säule vervollständigen soll. Die "micro-fictions" könnten so weiter wachsen, hofften die Schüler.
"Wollen Sie uns eine Frage stellen?"
"Werte schon früh legen, anstatt später zu vermitteln", dies war eine der vielen Meinungen an der Station zum Thema Rassismus. Die Töne halten aus dem Inneren der Papp-Säule, über Kopfhörern konnten die Passanten ihnen lauschen. "Was kann man gegen Rassismus tun?" wollten Nina und Rahib wissen und möchten die Menschen "zum Nachdenken anregen". Wie Demokratie im Alltag aussieht, das haben Sebastian, Christoph und Timo sich und Karlsruher Bürger gefragt. "Jeder ist sich selbst der Nächste", musste einer der Befragten auf Band zugeben. Freiheit, Gleichberechtigung, Volksentscheide - die Demokratie mit einem Wort erklären sei gar nicht so einfach, hätten die Karlsruher erkannt. Dass in Deutschland die Gleichberechtigung nur "auf dem Papier steht" hätten fast alle Befragten an Martin und Hendriks Station gefunden, erzählten die beiden. Egal ob Mann und Frau, Professor und Student oder Menschen mit Migrationshintergrund, die Leute hätten erkannt: Irgendwo wird immer jemand benachteiligt. Mit kreativen Interview-Methoden hatten die Jungen ihr Gegenüber neugierig gemacht. "Wollen Sie uns eine Frage stellen? Oder sollen wir Sie etwas fragen?", damit konnten sie so manchen zu einem Statement überreden.
Das ganze Projekt steht unter der Schirmherrschaft des "Wissenschaftsjahres 2009 : Treffpunkt der Wissenschaft". Karlsruhe ist eine von zehn deutschen Städten, die sich daran beteiligt. Im Rahmen der Ausstellung "Wahlheimat" (siehe auch: "Kunst-Wahlkampf mit Teebeuteln und Tüten) werden die drei Litfaßsäulen erneut aufgebaut. Die Frage: Ist Demokratie gerecht? kann dort weiterhin von Interessierten mit persönlichen Erfahrungen und Kommentaren beantwortet werden.




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