Karlsruhe Ecke links
Karlsruhe Ecke rechts
26.04.2006 10:59
 
Schrift: 

Der Weg zum "Silicon Valley" [0]

Karlsruhe pbe -
Prof. Dr.-Ing. Detlef Löhe schildert die Perspektiven der Universität Karlsruhe im deutschlandweiten Wettbewerb.
(Foto: ka-news)
Die Universität Karlsruhe ist eine von zehn Unis, die sich um den Status der Elite-Universität bewerben. Aber nur drei bis fünf Hochschulen werden den Status, der zusätzliche staatliche Förderungsgelder und hohes, weltweites Ansehen verheißt, auch erhalten. "Wir sind eine der forschungsstärksten Universitäten in Deutschland und rechnen uns sehr gute Chancen aus", betonte Professor Dr. Horst Hippler, Rektor der Universität, auf einer Pressekonferenz am gestrigen Dienstag.

Den größten Trumpf, den die Universität Karlsruhe bei diesem Wettbewerb ausspielen kann, ist die sehr enge Zusammenarbeit mit dem international renommierten Forschungszentrum Karlsruhe. Ab 1. Juli 2006 steht diese Kooperation unter einem gemeinsamen Dach: "Karlsruhe Institute of Technology" (KIT). Durch die "Verlobung" der beiden werden ihre Programme in der Mikro- und Nanotechnologie, dem wissenschaftlichen Rechnen mit dem Schwerpunkt Grid-Computing einschließlich des gemeinsamen Rechenzentrums und die Materialforschung für den Energiebereich fusioniert.

Diese Zusammenarbeit soll in der Zukunft schrittweise noch auf weitere Programme ausgedehnt werden. Durch die strategische Bündelung der Forschungspotenziale wolle man in die absolute Spitze der Weltforschung vordringen, zumal die Entfernung zwischen beiden Einrichtungen mit dem Fahrrad oder mit der Straßenbahn schnell zu überbrücken sei.

Die Professoren haben einen beschwerlichen Weg vor sich (Foto: ka-news)

Um Elite-Uni zu werden, hat die Universität Karlsruhe in der vergangenen Woche in jeder der drei Auswahlkategorien (Förderlinien) einen Antrag eingereicht. Diese Anträge sind Projekte, die die Universität im Falle des Erwerbs des Status' "Elite-Universität" unverzüglich durchführen wird.

Die erste Förderlinie

In der ersten Förderungslinie "Exzellenzcluster" stellte das DFG-Centrum für "Funktionelle Nanostrukturen" (CFN) einen Antrag auf "Ausweitung zum Exzellenzcluster". Bei diesem Projekt werden nanoskalige Materialien und Strukturen (ein Nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter) für die Informationstechnologie, Datenverarbeitung, Werkstoffprokuktion oder Biomedizin entwickelt und analysiert.

Ausweitung zum Exzellenzcluster, das bedeutet: Diese Forschung wird künftig an Bedeutung gewinnen und somit für die Ausweitung der Forschung auf diesem Gebiet sorgen. Zu diesen Forschungen sollen auch andere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und gegebenfalls auch Fachhochschulen einbezogen werden. Finanziell gefördert werden sollen der Aufbau neuer Strukturen und der dazu notwendigen Infrastruktur wie zum Beispiel Professuren, Großgeräte und ähnliches.

Die zweite Förderlinie

In der Förderungslinie "Graduiertenschule" bewirbt sich das Projekt "Karlsruhe School of Optics and Photonics".Hier beschäftigt man sich mit den Produkten und wissenschaftlichen Zusammenhängen aus den Bereichen Optik und Photonik wie Laser, neuartige Leuchtstoffe oder optische Bauelemente und Mikroskopiesysteme. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 20 Prozent setzen diese Produkte laut VDI inzwischen über 100 Milliarden Euro um. Deutsche Unternehmen gehören auf diesem Gebiet zur Weltspitze.

Als eigenständige Studienfächer werden diese innovativen Forschungsfelder in der universitären Ausbildung hierzulande eher noch eher "stiefmütterlich" behandelt. Die "Karlsruhe School of Optics & Photonics" (KSOP), die die Universität Karlsruhe in Kooperation mit dem Forschungszentrum Karlsruhe, dem Forschungszentrum Informatik Karlsruhe (FZI) und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff- Forschung in Stuttgart einrichten will, soll diese Lücke schließen. Nach dem Konzept sollen zwölf Professoren der Fakultäten Physik, Chemie, Biologie sowie Elektrotechnik und Maschinenbau später insgesamt 48 Master-Studenten und 72 Doktoranden aus dem In- und Ausland dieses Projekt betreuen.

Während der auf zwei oder drei Jahre angelegten Ausbildung werden sich die handverlesenen angehenden Wissenschaftler aber nicht nur mit photonischen Materialien, neuartigen spektroskopischen Verfahren oder der biomedizinischen Photonik befassen: Das "International Department" der Universität und seine "HECTOR School of Engineering and Management" sind mit ihrem Angebot in die KSOP integriert. Spezielle Kurse über Projektmanagement und Mitarbeiterführung, verbunden mit einem Praktikum in einem einschlägigen Unternehmen sollen die Doktoranden auf eine erfolgreiche akademische oder industrielle Karriere vorbereiten.

Die dritte Förderlinie

Die dritte Förderlinie schließlich umfasst das strategische Zukunftskonzept der Universität. Ein Schwerpunkt dieses Antrags betrifft die wachsende Integration mit dem Forschungszentrum unter dem Dach des "Karlsruhe Institute of Technology" (KIT).Ebenfalls zu dem Konzept zählt die Positionierung der Universität in bestimmten Forschungsbereichen.

Die Universität Karlsruhe will für ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein forschungsfreundliches Klima schaffen: "Wir möchten, dass unsere exzellenten Köpfe ungehindert Wissen und Innovationen entwickeln und verbreiten können", erklärt Professor Dr. Horst Hippler, Rektor der Universität. Ein wichtiges Ziel sei deshalb, den Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben "ihre ungeteilte Aufmerksamkeit der Forschungsarbeit zu widmen" und sie von anderen Aufgaben, wie etwa Lehrtätigkeiten und Bürokratie, zu entlasten.

Die Universität selbst soll neue Strukturen erhalten. So sollen "Graduate Schools" neue Elemente für die Betreuung von Nachwuchswissenschaftlern einbringen. Gleichzeitig möchte die Universität die Netzwerkbildung von jungen Wissenschaftlern unterstützen. Weiter soll die Forschung in Forschungsbereiche sowie Forschungsfelder gegliedert und der Technologie-Transfer gefördert werden. Ein "House of Competence" schließlich soll der Weiterbildung dienen und verschiedene Dienste, wie etwa Kinderbetreuung, anbieten.

Man gibt sich sehr optimistisch, denn selbst wenn Karlsruhe in diesem Jahr einen Korb bekommen sollte, kann die Universität auch nächstes Jahr ins Rennen um den Titel "Elite-Uni" gehen. Sollte man auch nächstes Jahr eine Abfuhr bekommen, dann werden einige Projekte aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt, andere wiederum werden langsam aber sicher aufgebaut. Eines aber wird auf jeden Fall zustande kommen: Die noch viel engere Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum.

Social Bookmarks

  • twitter melden
  • facebook melden
  • StudiVZ melden
  • Bei Google melden
  • Bei Webnews melden
  • Bei del.icio.us empfehlen
  • Bei Mister Wong melden
  • Bei Linkarena melden
  • Windows live melden
  • Yahoo melden
  • Yahoo melden
  • Kledy melden
Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Titel:
Kommentar:

Sie dürfen nur Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Für nicht registrierte Nutzer
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken
Benutzername  
Passwort  
     

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:
Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden:
Anrede:
Frau Herr  
Titel:
Vorname:
Nachname:
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:
Geburtstag:
 
 
Themenbereich HTML-
Newsletter
Nicht
abonnieren
ka-news.de-Newsletter: News aus Karlsruhe
Die neusten Artikel aus Karlsruhe täglich um 12 Uhr kostenlos in Ihrer Mailbox.
KSC-Newsletter: Montagsausgabe
Jeden Montag die wichtigsten Meldungen und Reaktionen zum Wochenende - frisch in Ihrem Postfach.
KSC-Newsletter: Freitagsausgabe
Freitags erhalten Sie die wichtigsten Meldungen der vergangenen Woche und die Vorberichte zum Wochenende direkt in Ihr Postfach.
ka-news Newsletter: Baden-Baden und Rastatt
Nachrichten aus Baden-Baden und Rastatt - Montags um 12 Uhr in Ihrer Mailbox
ka-news-Gewinnspiel-Newsletter
Kein ka-news-Gewinnspiel mehr verpassen - unsere neusten Verlosungen kostenlos in Ihrer Mailbox.
ka-news.de-Kultur-Newsletter
Veranstaltungstipps und alles weitere aus dem lokalen wie regionalen Kulturgeschehen kostenlos in Ihrer Mailbox.
ka-news.de-Newsletter: Meistgelesene Nachrichten
Wissen worüber in Karlsruhe gesprochen wird. Die meistgelesenen Artikel des Tages täglich um 16 Uhr in Ihrem Postfach.
Fußball-Tippspiel - Newsletter
Vor jedem Spieltag erhalten Sie die aktuelle Punktetabelle zum Hoepfner-Fußball-Tippspiel und werden über Neuigkeiten rund um unser Tippspiel informiert. Hinweis: Jeder Teilnehmer bekommt automatisch den Tippspiel-Newsletter
 
 


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 2: 
aktuelle Fotogalerien
Wetter in Karlsruhe
Tags
Abends
Nachts
Temperaturen von °C bis °C

Anzeigen
Strom ka-news
Der ka-news-Ökostrom-Rechner erklärt, bei welchem Ökostromanbieter der CO2-Ausstoß wie hoch ist. [Mehr..]

 
Benutzername:
Passwort:
 
close