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04.04.2012 02:46
 
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City-Maut in Karlsruhe? Absage aus Gemeinderatsfraktionen [47]

Karlsruhe (feb/dpa) - In Metropolen wie London, Singapur und Stockholm ist sie heute schon Realität. Nach den Vorstellungen des Landesministers für Verkehr, Winfried Hermann (Grüne), könnte auch bald in Karlsruhe eine City-Maut den Verkehr in der Innenstadt reduzieren. Die Stadtverwaltung um Bürgermeister Michael Obert sowie die Fraktionen des Gemeinderates erteilen dem Vorschlag des Verkehrsministers jedoch eine Absage.
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Keine City-Maut in Karlsruhe: Stadtverwaltung und Gemeinderatsfraktionen sprechen sich gegen den Vorschlag des Verkehrsministers Winfried Hermann aus.
Foto: Archiv

Ziel einer City-Maut sei, Staus und Umweltprobleme in Ballungsräumen zu verringern und Einnahmequellen für einen besseren Nahverkehr zu schaffen, sagte Hermann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bereits vergangene Woche.

Dafür müsse der Bund die entsprechende Regelung schaffen, so der Minister weiter. Vom Koalitionspartner SPD erntete Hermann umgehend eine Absage einer möglichen City-Maut in Städten wie Stuttgart, Karlsruhe oder Mannheim.

SPD: ÖPNV weiter ausbauen

Eine Absage, der sich auch die Fraktionen des Karlsruher Gemeinderates anschließen. "Ohne eine rechtliche Grundlage durch den Bund ist eine Diskussion über eine City-Maut eh rein theoretisch", bekräftigt Gabriele Luczak-Schwarz, Fraktionsvorsitzende der CDU, gegenüber ka-news die Kritik an den Plänen. Dem schließt sich sogar Johannes Honné von den Grünen an. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion ist der Meinung, dass es unklar sei, ob Karlsruhe groß genug für eine City-Maut sei und es einer rechtlichen Grundlage bedarf. Aber wenn es diese gebe, müsse man eine Diskussion über den "ur-grünen"-Vorschlag führen.

Doch selbst mit einer solchen rechtlichen Grundlage würde die CDU einer Maut nicht zustimmen. Die Belastung für den Handel, Pendler und Gewerbetreibende sei zu groß. Auch das Argument, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu optimieren, lässt die Christdemokratin Luczak-Schwarz nicht gelten: "Unser ÖPNV ist perfekt optimiert." Abgesehen davon sei die Struktur Karlsruhes nicht geeignet und die Stadt für eine City-Maut zu klein.

Bügermeister Obert: City-Maut ist kontraproduktiv

Für Doris Baitinger, Fraktionsvorsitzende der SPD, ist ein Ausbau des ÖPNV wichtiger als eine mögliche Gebühr, um in die Innenstadt einzufahren. "Positive Aspekte lassen die Leute eher auf Bus und Bahn umsteigen, als negative wie eine Maut", sagt Baitinger im Gespräch mit ka-news. Sie bezweifelt zudem, dass eine solche Maut in Karlsruhe angemessen wäre.

Bei Stadtrat Eberhard Fischer von der Karlsruher Liste (KAL) steht das Thema hingegen überhaupt nicht zur Diskussion. Weder heute, noch nach Beendigung der Bauarbeiten für die Kombilösung. Denn solange die ganze Stadt umgegraben werde, sei eine solche Maut überhaupt nicht umsetzbar. Eine Meinung, die auch Baubürgermeister Michael Obert gegenüber ka-news teilt: "Durch die Baustellen und die Streckenänderungen in der Innenstadt ist eine solche Maut kontraproduktiv."

FDP: City-Maut wie mittelalterlicher Wegezoll

Außerdem sei Karlsruhe zu klein und eine genaue Abgrenzung für ein Maut-Gebiet wäre schwer umsetzbar. Abgesehen davon herrschten in der Fächerstadt bei Weitem nicht so schlimme Verkehrsverhältnisse, dass eine solche Maut notwendig wäre. "Der ÖPNV und das Fahrrad haben einen großen Stellenwert in Karlsruhe. Mit den Autos wird in die Stadt gar nich so massenhaft hereingedrückt." Zudem belaste eine solche Maut den Bürger, der eventuell auf ein Auto in der Stadt angewiesen ist, so Obert weiter. Ein Punkt, den auch Grüne, SPD und CDU bekräftigen.

Rita Fromm, Vorsitzende der FDP-Fraktion, sieht ebenfalls keinerlei Gründe für eine Maut. "Karlsruhe ist Oberzentrum und Kernstadt der Technologie-und Kulturregion. Die Stadt muss ohne Gebühr für alle offenstehen." Vielmehr seien Stadtumfahrungen dringender denn je, so Fromm gegenüber ka-news. Eine City-Maut vergleicht die Liberale mit einem Wegezoll am Stadttor im Mittelalter.

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Kommentare [47]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 03:28
    CityMaut
    >> In Metropolen wie London, Singapur und Stockholm ist sie heute schon Realität.

    Dann braucht es eine Metropole wie Karlsruhe auch...

    >> Nach den Vorstellungen des Landesministers für Verkehr, Winfried Hermann (Grüne),

    War ja sowas von klar...

    >> könnte auch bald in Karlsruhe eine City-Maut den Verkehr in der Innenstadt reduzieren

    Nicht nur den Verkehr, auch die Wirtschaft und Einwohnerzahl. Praktisch.

    >> Dafür müsse der Bund die entsprechende Regelung schaffen, so der Minister weiter.

    Gott bewahre...

    >> ob Karlsruhe groß genug für eine City-Maut sei

    Eine City wurde im Mittelalter in England vom König persönlich ernannt. Dieses Kriterium erfüllt Karlsruhe schonmal nicht. Aber vielleicht könnte man es Technologieregionenmaut nennen...

    >> FDP: City-Maut wie mittelalterlicher Wegezoll

    Dem ist nichts hinzuzufügen.
  • (1203 Beiträge) | 04.04.2012 11:24
    Da..
    ..diese unsägliche Person(Hermann) mittlerweile -teilweise selbst in der eigenen Partei- niemand mehr ernst nimmt(en kann), braucht man über dessen sozialistische "Öko-Diktatur-Ideen" nicht weiter nachzudenken...
  • (1599 Beiträge) | 04.04.2012 06:59
    gehts noch?
    Autofahrer werden schon genug zur kasse gebeten um den ÖPNV zu subventionieren... lieber mal den ÖPNV attraktiver machen (durch geringere Preise für Wenigfahrer). Wenn überhaupt Citymaut dann ÖPNV ganz umsonst (nach Piratenvorbild)... dann würde ich auch auf die Bahn umsteigen.... solang mal eben die Fahrt für 3km 4,20€ kostet fahr ich weiterhin auto (oder wenn möglich eben rad)... nur weil man millionen in der Erde verbuddelt muss man nicht jetzt schon überlegen wie man den Rest der das nicht will doch zwingen kann es zu nutzen.
  • (20148 Beiträge) | 04.04.2012 07:13
    Grüne
  • (126 Beiträge) | 04.04.2012 07:40
    Winnie, bitte durchsetzen
    und ihr gewinnt meine Stimme. Citymaut wäre ja endlich mal das erste sinnvolle Projekt der Grünene, das dann auch umgesetzt wird.
  • unbekannt
    (1820 Beiträge) | 04.04.2012 08:02
    Genau so ist
    es Elim Garak.Bawü hat Grün gewählt und sollte auch die "Quittung" dafür bekommen.Das ist Demokratie.Die Ökotaliban wurden genau dafür gewählt !Wan wird eigentlich das Tempolimit auf den Autobahnen eigeführt?
  • (291 Beiträge) | 04.04.2012 08:56
    Wann ??
    Werde Auto`s überhaupt abgeschafft und Kamele eingeführt???
  • (629 Beiträge) | 04.04.2012 09:36
    Tempolimit auf Autobahnen
    hoffentlich sehr bald. Überall 120 oder 130 dazu ein generelles Überholverbot für LKWs bei nur 2 Fahrspuren. Welch entspanntes fahren und nicht ständig wechselndes Tempolimit, dann wieder ein paar km freie Fahrt, um in den nächsten Blitzer zu rauschen. Sondern ein Tempo im ganzen Land und dieses dann auch stringend kontrolliert. Warum sollen wir mit das einzige Land sein in dem dass nicht funktioniert. Wer unbedingt 200 fahren will, soll dies gerne auf einer Rennstrecke tun und nicht mitten im fließenden Verkehr nur weils erlaubt ist. Der Fahrer gefährdet eben nicht nur sich sondern auch andere. Bei Unfällen ist das Tempo sowieso für eine gewisse Zeit limitiert - auf 0 wg. Stau.
  • (2671 Beiträge) | 04.04.2012 10:14
    Sinn?
    Wer gemütlich fahren will, fährt am Besten auf der Landstraße oder mit der Bahn.

    Ansonsten sollte man eher das Tempo und die Anzahl der Autos in geschlossenen Ortschaften und gerade in Innenstädten senken und dies auch stärker kontrollieren. Sollen sich die Autofahrer lieber auf der Autobahn austoben.
  • (629 Beiträge) | 04.04.2012 10:22
    Austoben auf öffentl. Strassen?
    Der Begriff austoben mit öffentlichem Strassenverkehr finde ich deplatziert. Austoben kann man sich beim Sport oder wenns mit dem Fahrzeug sein muss auf der Rennstrecke.
    Der Sinn eines allg. Tempolimits ist:
    1. eine gleichbleibende ökonomische Fahrweise
    2. keine Unklarheiten bezgl. Tempobegrenzungen/Aufhebungen
    3. einen insgesamt ruhigeren Verkehrsfluss - entspannter für Fahrer.
    Im übrigen wurde es mehrfach in Tests nachgewiesen, dass dieses Strich 200 fahren wo es möglich ist einen deutlichen Mehrverbrauch + erhöhtem Stressfaktor für den Fahrer mit sich bringt und die Zeitersparnis im Verhältnis marginal ausfällt. Manchen Zeitgenossen scheinen aber bei dem Thema die Realität und Fakten schlicht egal zu sein.
  • (2673 Beiträge) | 04.04.2012 10:30
    das mit dem Mehrverbrauch
    kann ich bestätigen.

    Tempomat 130 = 11l/100km
    Vollgas 230 laufen schon mal 20l/100km durch, ist es aber Wert
  • (2388 Beiträge) | 04.04.2012 10:47
    aber immer gilt:
  • (2673 Beiträge) | 04.04.2012 11:07
    so schauts aus
    brauch den Lappen beruflich..
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 12:04
    Tempolimit
    Selbst wenn ma 130 macht (die Richtgeschwindigkeit gilt ja bereit, wer schnellerf ährt, auf eigene Gefahr), gäbe es immernoch stellen wo man aus Lärmschutzgründen etc. nur 100 fahren darf. Wäre ja dann auch "Streß"...

    Nur 3 % der Unfälle sind auf Autobahnen und nur 5 % der tödlichen Unfälle - Landstraßen sind viel unsicherer. Also sollte man lieber diese stärker kontrollieren bzw. besser aufbauen, Geschwindigkeitsbegrenzungen in Kurvenbereichen oder zuindest Hinweise auf gefährliche Stellen, wie es sie in Polen gibt!

    Generelles Tempolimit - Nein!
  • (629 Beiträge) | 04.04.2012 13:43
    Richtig
    auf Landstrassen sollte gerade auf Gefahrenstrecken häufiger kontrolliert werden. Nur da wird häufig dort kontrolliert, wo es am lukrativsten erscheint. Warum auf Landstrassen und innerorts mehr passiert ist auch irgendwie klar. Strassen sind nicht so ausgebaut und es auch andere Verkehrsteilnehmr mit involviert(Fussgänger, Rad, Straba). Weshalb auf der Autobahn ein generelles Tempolimit solch ein Tabubruch ist verstehe ich nicht. Ich meine mal gehört zu haben, dass es sowieso unter 10 % der Strecke sind, die unreglementiert sind. Die Gefahr zu schnell zu fahren bestünde auch nicht mehr, wenn plötzlich aus einer BAB mit 2 Fahrstreifen ohne Tempolimit eine mit drei Fahrstreifen wird und dafür dann mit 120 ein Tempolimit gilt.
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 14:05
    Also
    >> Weshalb auf der Autobahn ein generelles Tempolimit solch ein Tabubruch ist verstehe ich nicht. Ich meine mal gehört zu haben, dass es sowieso unter 10 % der Strecke sind, die unreglementiert sind.

    Ich denke es ist schon mehr, gibt schon noch einige Strecken die man frei fahren kann - schätze so 30 - 40 %...
    Tabubruch? Es ergibt einfach nicht viel Sinn, da Geschwindigkeit nicht die Hauptunfallursache ist (außer unangepaßte, z.B. im Winter können 60 zu schnell sein, im Sommer bei freier Fahrt - 150 Sachen kein Problem...)

    >> Die Gefahr zu schnell zu fahren bestünde auch nicht mehr, wenn plötzlich aus einer BAB mit 2 Fahrstreifen ohne Tempolimit eine mit drei Fahrstreifen wird und dafür dann mit 120 ein Tempolimit gilt.

    Diese Strecke wäre unterm Strich unsicherer. Denn eines der wichtigsten Einrichtungen auf der Autobahn sind eben die Standstreifen! Gerade das ist auch der Grund, warum Autobahnen so sicher sind. Autobahnen ohne Standstreifen haben 40 % höhrere Unfallzahlen!
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 14:09
    Fortsetzung
    Man weiß ja recht genau wodurch Unfälle passieren, wo sie passieren und warum sie passieren. Geschwindigkeit an sich spielt da eher eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die angepaßte Geschwindigkeit - z.B. auch mal langsamer als erlaubt fahren wenn es die Zustände abverlangen. Tempolimits führen aber eher zu dem Phänomen, daß die Geschwindigkeit ausgenutzt wird.

    Kontrollen sollten da sein, wo sie notwendig sind. Dort, wo auch wirklich Gefahr besteht. Die Vogesenbrücke oder B36 höhe Messe sind eher keine Unfallschwerpunte, spülen aber Geld in die Kommune. Wünschenswerter wäre es, z.B. Kurvenbereiche zu überwachen, drängler aus dem Verkehr zu ziehen usw. Aber: Es braucht auch keiner mit 100 auf der linken Spur schleichen, wenn rechts zwei Spuren frei sind - gibt's leider auch. Was ich sinnvoll fände wäre ein Rechtsfahrgebot für LKW-zumindest auf zweispurigen BAB! Dieses Geschleiche (LKW überholt mit 85 Sachen einen der 82 fährt) muß nicht sein!
  • (105 Beiträge) | 04.04.2012 21:19
    Doch für ein Tempolimit
    Also ich wäre für ein Temolimit, aber lassen wir es z.B. 200 km/h auf Autobahnen sein. Wer mehr fährt, sollte erhebliche Strafen zahlen, weil man bei diesem (grosser 200) sich und andere in Gefahr begibt
  • (105 Beiträge) | 04.04.2012 21:22
    Citymaut
    Du meinst die reichen Grünenwähler können sich ohne Probleme die Maut leisten, die anderen dürfen schauen, was sie machen. Wer in der Stadt oder in dem Bereich wohnt wird noch mal zur Kasse gebeten. Also Citymaut in Karlsruhe ist für mich das sinnloseste Projekt, das ich jemals gehört habe.
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 21:38
    Sinnlose Projekte
    Ach, als ich gestern (?) las, daß die Lameystraße um eine Spur verengt werden soll und man nun eine Haltestelle "Entenfang Nord" dort noch einfädeln will, weiß ich mittlerweile nicht mehr was in dieser Stadt überhaupt noch SINNVOLLES umgebaut wird. Die Innenstadt wird künftig mit grauen Natursteinplatten ausgelegt, juhu... Wer diesen Truppenaufmarschplatz besuchen will soll gefälligst Wegezoll abtreten... Tja, gewisse Verschlechterungen nehmen die Leute in Kauf, aber noch mehr so Ferz und die Leute ziehen dann eben einfach woanders hin - und KAUFEN woanders ein, wo sie nicht neben haufen Parkgebühren auch noch eine Citymaut bezahlen sollen, um drittklassige Ramschläden in der FuZo anzuschauen... Und nen Kaffee für 4,50 Euro zu trinken...

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