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Bildungsstreik in Karlsruhe: "Das hat jeden anzugehen" [14]

Karlsruhe (tan) - Im Rahmen einer bundesweiten Schülerinitiative protestierten heute in Karlsruhe Schüler und Studenten gemeinsam gegen die Bildungspolitik. An der von der Aktion Bildungsprotest Karlsruhe initiierten Demonstration nahmen nach Polizeiangaben rund 8.000 junge Menschen teil.

/region/karlsruhe/Bildungsstreik-in-Karlsruhe-Das-hat-jeden-anzugehen;art6066,219555,B?bn=291813
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Foto: ka-news

Ursprünglich waren für den Protest 2.000 Teilnehmer angekündigt, wie Peter Westermann, Einsatzleiter der Karlsruher Polizei vor Ort, berichtet. "Tatsächlich sind es jetzt bereits mindestens doppelt so viele", so seine Einschätzung bei der ersten Kundgebung auf dem Festplatz. Hier trafen sich Schüler und Studenten ab 10 Uhr, um dann gegen 11 Uhr in einem Demonstrationszug die Ettlinger Straße hinunter zu ziehen.

"Wir erhoffen uns, möglichst viele Leute anzusprechen", erläutert der Schüler Kilian Freund die Motivation der Demonstrierenden, "um auf die Missstände aufmerksam zu machen." Als einen der zentralen Kritikpunkte der unzufriedenen Schüler nennt er die verkürzte Schulzeit "G8": "Den Unterrichtsstoff von 13 Schuljahren in zwölf zu packen, ist einfach nicht machbar." Von den Politikern erwartet er, dass sie sich des Problems annehmen und endlich "was tun". Die Proteste der Studenten richteten sich hauptsächlich gegen die Studiengebühren sowie die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge.

"Politiker sollen ein schlechtes Gewissen bekommen"

Am Rondellplatz bog der Demonstrationszug nach links Richtung Naturkundemuseum ab, und die Demonstranten sammelten sich auf dem Friedrichsplatz, wo eine Zwischenkundgebung stattfand. Auch hier verlief alles friedlich, die Stimmung war bei strahlendem Sonnenschein bei allen Beteiligten gut. "Wir sind mit dem Verlauf der Demo bislang sehr zufrieden", konstatiert Felix von Drigalski, stellvertetend für die Fachschaft Maschinenbau/Chemieingenieurwesen von der Universität Karlsruhe. Die Kritik von Bildungsministerin Annette Schavan an den Protesten ist für den Studenten "völlig unverständlich".

Dass Schüler und Studenten zusammen streiken, findet von Drigalski durchaus passend: "Immerhin sind es die Studenten von morgen." Auf die erhoffte Wirkung der bundesweiten Proteste angesprochen äußert sich ein dabei stehender Student. "Ich fände es gut, wenn wenigstens einige der Politiker, die für die Bildungspolitik verantwortlich sind, jetzt ein schlechtes Gewissen hätten." Von Drigalski ist zuversichtlich, dass auch die Öffentlichkeit Anteil nimmt und die Demonstrierenden unterstützt, denn seiner Meinung nach ist Bildung ein Thema, "das jeden anzugehen hat".

Mit einer Abschlusskundgebung auf dem Kronenplatz endete die Aktion nach ungefähr vier Stunden. Mit seinen insgesamt 8.000 Teilnehmern kann sich der Protest in Karlsruhe durchaus sehen lassen - im Vergleich wurden aus Freiburg 2.000 und aus Tübingen 1.000 Demonstranten bei Bildungsprotesten gemeldet (siehe: "Mehr als 2.000 Teilnehmer bei Freiburger Bildungsdemo"; "Studenten bringen Verkehr in Tübingen zum Erliegen").

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Kommentare [14]
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  • (1131 Beiträge) | 17.06.2009 16:12
    Wichtige Demo!
    Ich fand die Demo toll und beeindruckend, dass so viele dabei waren. Es ist schrecklich, dass unsere Politik vergisst was uns den Wohlstand brachte und erhielt:
    Nämlich Bildung und in Folge dessen Wissen.
    Ersteres wird dumm vernachlässigt, das zweite an andere Länder verschenkt und im eigenen Land lässt man es verkümmern.
    Danke an die Veranstallter und Teilnehmer!
  • (441 Beiträge) | 17.06.2009 16:16
    TeilnehmerInnen
    Ich freue mich, dass in Karlsruhe so viele Menschen auf die Straße gegangen sind um auf Probleme aufmerksam zu machen und für ihre Forderungen zu demonstrieren.
    Ich selbst war in Freiburg auf der Demo: Dort waren keineswegs 2000 TeilnehmerInnen sondern etwa 5000 Leute auf der Straße.
    (http://www.bildungsstreik.net/ticker/)
  • (1 Beiträge) | 17.06.2009 16:55
    Der Kongressplatz nach Demo - wie eine Müllhalde
    Toll, dass heute so viele Ihre Stimmen und Transparente für äußerst wichtige Verbesserungen und Reformen in der Bildungspolitik erhoben haben. Ja,es geht uns alle an. Aber die gute Stimmung nach so großer Solidarität hat bei mir schon einen Dämpfer bekommen - so viele haben einfach Papier und Müll liegen lassen. Der Platz sah hinterher wie eine Müllhalde aus. Soviel zur Solidarität zu anderen Bereichen, bzw. den Arbeitern, des das säubern müssen. Das muss doch nicht sein.
  • (91 Beiträge) | 17.06.2009 21:16
    Zu wenig Studenten
    Dafür, dass kein Student Spaß daran hat Studiengebühren zu zahlen und die meisten darüber meckern, waren viel zu wenig Studenten anwesend. Mich würde interessieren woran das liegt.
  • (91 Beiträge) | 17.06.2009 21:18
    ganz vergessen zu erwähnen
    dass ich absolut überrascht war, dass so viele Leute kamen. Alleine schon, dass die Bahnen bei der Hinfahrt vollgepackt mit Schülern und Schülerinnen waren, hat mich umgehauen.
  • (2847 Beiträge) | 17.06.2009 21:53
    Klar...
    die Schülerinnen und Schüler hatten ab der dritten Stunde einen freien Tag.
  • (827 Beiträge) | 17.06.2009 23:02
    Studenten
    Es wurde zumindest an meiner Hochschule kaum/keine Werbung für gemacht, alle die ich angesprochen habe wussten nichts davon. Insofern kein Wunder, dass kaum Studenten dabei waren. Zudem stehen die Prüfungen direkt bevor.
  • (54 Beiträge) | 17.06.2009 23:13
    In Karlsruhe...
    war es hauptsächlich ein Schülerstreik, für die, die es nicht gemerkt haben sollten. Es ging hier vordergründig um das bescheidene "12. Klasse-Abi".
    In Stuttgart bspw. sind hauptsächlich Studenten auf die Straße. Es war eben von vornherein anders aufgemacht, wie zum Beispiel auch in Mainz wo der Landtag von Studenten gestürmt wurde. Was Karlsruhe und die Studentenschaft angeht, hat diese sich ja traditionell schon immer von Heidelberg und Freiburg unterschieden. Ist das für euch im ernst etwas Neues, dass die Karlsruher Studenten eher verhaltener sind und wenn sie feiern wollen nach Mannheim oder Heidelberg fahren, um ihre Kollegen zu treffen?
  • (651 Beiträge) | 17.06.2009 23:47
    SWR1
    Hab gestern in SWR 1 eine Reportage über dieses Thema gehört. Da hat ein Forscher gesagt , dass es sich beim derzeitigen System um ein Bullemie-Lernen handelt.
    Man nimmt alles schnell in sich auf in dem man es schnell kurz vor der Klausur lernt um es dann während der Klausur zu "erbrechen" . Doch hängen bleibt nichts davon.
    Dem kann ich nur zustimmen.
  • (1 Beiträge) | 18.06.2009 00:09
    bin gespannt auf die folgen
    mehr bilder unter
    http://www.flickr.com/photos/zingh/sets/72157619875061430/
  • (7 Beiträge) | 18.06.2009 01:37
    Studentenbeteiligung
    Hier die Erklärung warum zumindest an der Uni nicht richtig für den Bildungsstreik geworben wurde:

    Die offizielle Studierendenvertretung (UStA) wurde bis vorgestern vom Ring Christlich Demokratischer Studenten (CDU-Ableger) und der Liberalen Hochschulgruppe (FDP) durch einen Verfahrenstrick im Studierendenparlament daran gehindert sich am Bildungsstreik zu beteiligen.


    Alle Aktionen (z.b. Bildungsfriedhof) gingen letztendlich von der Grünen Hochschulgruppe, den Jusos, der Linken Hochschulgruppe und der Alternativen Liste aus.
  • (91 Beiträge) | 18.06.2009 02:01
    @dakine
    Nur weil der UStA (wieso weinen die eher linksgerichteten Leute im UStA ständig dem AStA nach, obwohl im UStA meistens reaktionäre Kräfte (Burschis, "Christ""demokraten", etc) sitzen und es damit schonmal nicht allzu übel ist, dass diese Einrichtung nicht allzu viel Macht besitzt?) sich gegen eine Aktion ausspricht, heißt das noch längst nicht, dass man keine Plakate aufhängen, Flyer verteilen, etc. kann. Die Mobilisierung war einfach grottig. Bei der KVV-Demo waren ja auch immerhin viele Leute beteiligt, da haben soweit ich das weiß die Jusos und Grüne, super mobilisiert. Warum dieses Mal nicht? Auf die Biertrinker der UStA zu schieben, ist mir zu einfach.
  • (13748 Beiträge) | 18.06.2009 02:08
    @blaumann
    Da bleibt trotzdem was hängen. Ist wie Spickzettel schreiben. Du machst dir einen Haufen Arbeit, denkst dir die aberwitzigsten Versteckmethoden aus und weisst trotzdem was draufsteht. In der Schule und auf der Uni lernst du viel. Du kannst es nur vielleicht nicht gleich anwenden. Das kommt aufs Fach an. Wenn du so ein Werbefuzzi wirst brauchst du eh nichts zu können. In naturwissenschaftlichen Fächern wirst du dich auch nach 20 Jahren an die abartigsten Formeln und Zusammenhänge erinnern. Gerade weil sie dir damals so verdammt auf den Sack gegangen sind. An der Allgemeinbildung muss jeder selbst arbeiten und so einfach wie es die jetzige Generation hat hatte es keine zuvor.
  • (57 Beiträge) | 18.06.2009 08:21
    @redlicherbuerger
    Beschweren darf sich in so einem Zusammenhang meiner Meinung nach nur, wers besser macht oder einen sehr guten Grund hat, warum er es nciht besser machen kann. Also was ist deine Entschuldigung? Warum bist du nicht in einer gruppierung tätig? Warum hast du dich nciht informiert über die Vorbereitungen, die nun wirklich schon lange liefen, auf bundesweiter Ebene?

    Ich selbst war im Februar in Heidelberg auf einem der Vernetzungstreffen; Hab mein ganzes Wochenende damit verbracht. Im Endeffekt ist auch an unserer Hochschule nicht sehr viel passiert. Aber das lag vor allem daran, dass wir niemanden gefunden haben, der uns helfen kann...
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