Bibber-Winter: Kälte fordert Karlsruhe heraus
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Karlsruhe (mda) - Die Nacht hat in Deutschland zum Teil Temperaturen um die minus 25 Grad gebracht - Rekordwerte waren aber nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nicht dabei. In Karlsruhe rutschte das Thermometer auf zwölf Grad unter Null. Wie kommt Karlsruhe mit dem Bibber-Winter klar? Ist das Löschwasser für die Feuerwehr schon eingefroren und der Presslufthammer auf dem Friedhof im Einsatz? ka-news hat nachgefragt.
Feuerwehr: Löschwasser läuft noch
"Solange Wasser aus dem Wasserhahn kommt, bekommt auch die Feuerwehr Löschwasser aus der Leitung", fasst Florian Geldner von der Berufsfeuerwehr Karlsruhe zusammen. Das liege daran, dass die Löschwasserversorgung an die Trinkwasserversorgung gekoppelt sei. "Die Leitungen liegen in einer Tiefe, in der sie gut vom Frost geschützt sind."
Dennoch könnten Minusgrade Einsätze erschweren, vor allem dann, wenn Löschwasser gefriere und die Rettungswege zu spiegelglatten Eisflächen verwandelt würden. Auch könne es vorkommen, dass die von Löschwasser durchtränkte Schutzkleidung der Feuerwehrmänner durch die Kälte steif werde, erläutert Geldner. "Das ist aber nichts Dramatisches. Damit ist in jedem Winter zu rechnen", so Geldner. Die Feuerwehr gehe derzeit davon aus, dass es durch die eisigen Temperaturen vermehrt zu Wasserrohrbrüchen komme. Bisher sei alles aber relativ ruhig geblieben, so die Feuerwehr.
KVV: Bahnen am Limit?Der Betrieb bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) läuft weitgehend unbeeindruckt von den kalten Temperaturen. "Bis auf gelegentliche Türstörungen, die aber rasch wieder behoben werden können, gibt es derzeit nichts Nennenswertes zu berichten", so das Unternehmen auf ka-news-Anfrage.
Im Karlsruher Zoo befinden sich aufgrund der eisigen Temperaturen die meisten Tiere im Innengehege, so eine Sprecherin gegenüber ka-news. "Enten, Kraniche, Pinguine, die fühlen sich auch draußen noch wohl", erklärt sie. Andere Tierarten seien wesentlich kälteempfindlicher. Elefanten oder Affen etwa, diese würden sich daher auch nicht mehr im Freien aufhalten.
Rheinhafen: Eisbrecher im Einsatz
Eine geschlossene Eisdecke im Karlsruher Rheinhafen hatte am Montag das erste Mal in diesem Winter den Eisbrecher auf den Plan gerufen. Nachdem sich schon am Wochenende eine leichte Eisschicht in den beiden Hafenbecken gebildet hatte, musste das Hafenboot am Montagmorgen ausrücken, um die geschlossene Eisdecke für die ladenden Schiffe freizubrechen.
Bis einschließlich Mittwoch sagt der Wetterbericht Minustemperaturen voraus. Hafenmeister Bernd Ertel geht davon aus, dass der Eisbrecher bis dahin mindestens einmal am Tag zum Einsatz kommt. Genau vorhersagen könne er das aber nicht.
Eislaufen in der Günther-Klotz-Anlage
Der Dauerfrost macht es möglich: Am Montagmorgen hat das städtische Gartenbauamt große Teile des Ruderbootsees in der Günther-Klotz-Anlage für das Eislaufen freigegeben. Die Eisdicke ist in den letzten Tagen auf eine ausreichende Dicke angewachsen, wie die Stadt Karlsruhe mitteilt. Beim Betreten von nicht freigegebenen Eisflächen bestehe Unfallgefahr, warnt dabei die Wasserschutzpolizei.
Die Experten der Polizei geben Tipps für den Unglücksfall: So müsse eine Selbstrettung innerhalb kürzester Zeit erfolgen. Bereits wenige Minuten im eiskalten Wasser ließen alle Versuche einer Selbstrettung scheitern, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.
Rettung eines Menschen aus dem Eiswasser
Je nach Beschaffenheit des Eises böten sich hierfür zwei Möglichkeiten an: "Ist das Eis halbwegs tragfähig, versuchen Sie sich flach auf das Eis zu schieben und kriechen dann langsam über das Eis zum Ufer. Reicht die Stabilität des Eises dazu nicht aus, versuchen Sie das Eis mit den Fäusten oder den Ellbogen stückweise zu zerbrechen und bahnen Sie sich so einen Weg zum Ufer oder zu tragfähigerem Eis".
So lang der Verunglückte noch in der Lage ist sich selbst zu retten, kann ihm mit Hilfe von Brettern, Stangen, Leitern, Rettungsball oder Rettungsring mit Leine zu Hilfe gekommen werden. Gelingt es dem Verunglückten nicht sich selbst zu retten, so muss der Retter ihm auf dem Eis zu Hilfe kommen. Hierbei darf sich der Helfer der Einbruchstelle nie stehend nähern. Er schiebt sich vielmehr liegend, möglichst mit ausgebreiteten Armen, zum Eisloch vor. Dabei sollte er unbedingt angeleint sein. Wichtig: Gerettete flach lagern, nicht unnötig bewegen, Person dem Rettungsdienst übergeben.
Welle der Hilfsbereitschaft für Bahnhofsmission
Eine große Welle der Hilfsbereitschaft angesichts der eisigen Kältewelle erreichte die Banhofsmission Karlsruhe. "Viele Mitbürger haben spontane Unterstützung geleistet und Schlafsäcke, Decken, Mützen, Handschuhe, warme Unterwäsche, Kaffee, Tee, Zucker, Milch und Lebensmittel vorbei gebracht", sagt Susanne Daferner, Leiterin der Karlsruher Bahnhofsmission.
So habe ein alter Herr aus einem der Bergdörfer, selbst über 80 Jahre alt und gehbehindert, es sich nicht nehmen lassen, bei Minusgraden mit der Bahn zur Bahnhofsmission nach Karlsruhe zu fahren und warme Angoraunterwäsche vorbeizubringen, berichtet die Leiterin. Das seien Situationen, die zu Herzen gingen und zeigten, dass in Karlsruhe noch menschliche Werte zählen. Allein im Januar seien mehr als 400 Menschen mit sogenannten "sozialen Schwierigkeiten" in die Karlsruher Bahnhofsmission gekommen. Ein Viertel davon war wohnungslos.
So wird das Wetter in der Region Karlsruhe
Siehe auch:
ADAC gibt Tipps für den Winter: "Guckloch reicht nicht"
Günther-Klotz-Anlage: Pack' die Schlittschuhe aus!
Kältewelle lässt Autos stehen: ADAC Nordbaden hat Hochbetrieb

Mehr zu: Eis Wetter Kälte Winter Umfrage Umfragestart
- (2054 Beiträge) | 08.02.2012 07:49Zufall?Der Yeti - die Maus
- (6849 Beiträge) | 08.02.2012 08:13Pfffff....
- (6199 Beiträge) | 08.02.2012 09:43Wo bleibt der Schnee?Dann ist das Bitter-Kälte-Winter-Chaos perfekt und wir werden alle sterben.
- (6849 Beiträge) | 08.02.2012 09:52Sterben
- (6199 Beiträge) | 08.02.2012 09:56Wieso?
- (5863 Beiträge) | 08.02.2012 12:24Ich bin ein ein YetiLieber -20 Grad als im Sommer +40 Grad!
Außerdem dauert diese Kälte nur zwei Wochen, im Sommer hat man manchmal sechs Wochen unangenehmes Wetter (über 30 Grad, schwül, windstill etc.)
Das mit den -12 Grad Tiefstwert für Karlsruhe stimmt allerdings nicht, oder geht man da noch nach der Mannheimer Stunde?
Jedenfalls hatte ich nachts schon -17 Grad gemessen, in der Nähe von Rheinstetten... - (651 Beiträge) | 08.02.2012 13:08falsch-12 kann wirklich nicht sein. Hier im Süden gab's auch schon ca. -15°, aber ich glaub es war die letzte Nacht gemeint.
Gestern war ich am Epple, da sind am Ufer endlich Eisschichten entstanden, manche sind schon mehrere Meter breit... - (5863 Beiträge) | 08.02.2012 14:36Süden?Wir sind Südwesten, Süden ist Bayern und südlich der Donau - klimatisch ein großer Unterschied!
Dennoch wars kälter... Vielleicht mogelt man auch die Zahlen paar Grad hoch damit man dann wieder von einem "zu warmen Winter" sprechen kann
- (651 Beiträge) | 08.02.2012 15:04ich meinteden Süden von KA
- (7128 Beiträge) | 08.02.2012 15:00Lieber so ein Winter, saukalt aber Sonne, als ein Winter mit Matsch. So!
- (5863 Beiträge) | 08.02.2012 16:18So issesMatschwinter mit Schmuddelwetter hatten wir schließlich lange genug! Dürfte aber etwas mehr Schnee sein...
- (110 Beiträge) | 08.02.2012 18:26VBK - Gelegentliche Türstörung ???Also das kam am Dienstag sehr oft vor ! Aber das ist kein Vorwurf, denn die Kälte macht auch der Technik zu schaffen. Deswegen sollte aber die VBK bei der Wahrheit bleiben. Meine Bahn hatte mehrere defekte Türen und war einiges verspätet
und mein Anschlusszug ebenfalls
)))
- (529 Beiträge) | 09.02.2012 17:39Das sindDie winter unserer Zukunft.



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