Berufe: Wie wird man eigentlich Brauer und Mälzer?
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Karlsruhe (trs) - Brauer und Mälzer ist ein aussterbender Beruf - viele wissen gar nicht mehr, dass es ihn überhaupt gibt. Aber auch heute wird Bier noch mit viel Handarbeit hergestellt, und dazu braucht es Spezialisten. ka-news hat sich in der Privatbrauerei Hoepfner umgesehen und dort Auszubildende getroffen.

Mit Gummistiefeln, Schutzbrille und Arbeitskleidung bewaffnet, ist Sebastian Lampert gerade dabei, einen Bottich von innen zu schrubben. Seit Mitte August ist er Auszubildender bei Hopfner, lernt dort wie etwa 50 andere in Baden-Württemberg den Beruf des Brauers und Mälzers.
"Erst war es eine Schnapsidee"
"Als ich überlegt habe, was ich nach der Schule machen könnte, dachte ich: "Bier brauen wär doch was", erzählt er. Er habe einfach etwas anderes machen wollen als die meisten in seinem Jahrgang. Aber eigentlich sei Brauer zuerst mehr so eine Schnapsidee gewesen. Informiert habe er sich aber trotzdem im Internet - und bei Hoepfner beworben.
"Erst habe ich ein Praktikum gemacht und war begeistert, wie abwechslungsreich der Beruf ist", berichtet er. Das kann auch Christoph Tenschert bestätigen. Er ist gerade fertig geworden mit seiner Ausbildung und schaut einem Studium als Diplom-Braumeister in Freising entgegen.
Tenschert ist auf Umwegen zum Brauerberuf gekommen: "Ich habe nach dem Abitur zuerst ein Studium begonnen, dann aber abgebrochen", erklärt er - lieber wollte er etwas Praktisches lernen. Für Brauereien habe er sich schon lange interessiert, auf gemeinsamen Reisen mit seinem Vater auch stets eine Brauerei besichtigt. "Das hat mich eigentlich schon inspiriert", schmunzelt er.
Als Auszubildender in einer Brauerei durchläuft man den gesamten Herstellungsprozess vom Getreide zum Getränk: Begonnen in der Mälzerei, wo das Getreide gereinigt und eingeweicht wird, lernt man im Sudhaus, wie die verschiedenen Biertypen gebraut werden und wie die Brauprozesse mit Computern und Steuerungselektronik überwacht werden.
Offene Gärung und "glückliche Hefe"
Im Gärkeller fällt schließlich die meiste Hand- und Reinigungsarbeit an - wenn zum Beispiel die Bottiche geschrubbt werden müssen, um sie für die nächste Bierfüllung vorzubereiten. Dabei steigen die Brauer durch eine gerade mal schulterbreite runde Öffnung in das Gefäß hinein und reinigen die Bottiche im Schein einer Lampe. Schließlich stehen die Überwachung im Lagerkeller und die Abfüllung im Flaschenkeller auf dem Programm.
"Wir haben immer eine große Nachfrage bei den Ausbildungsplätzen", erklärt Klemens Berg, der für die Azubis zuständig ist. Er ist besonders stolz auf Hoepfners Verfahren der "offenen Gärung", das nur noch äußerst selten angewendet wird. "Das Bier wird dadurch bekömmlicher, weil sich weniger Gärungsnebenprodukte bilden", erläutert er. Man spreche dann von einer "glücklichen Hefe".
Traditionelles Handwerk und moderne Technik
Allerdings erfordere es penible und saubere Handarbeit, es sei außerdem aufwändiger und kostenintensiver. Dafür benutze Hoepfner sogar seinen eigenen patentierten Hefestamm. "Wir haben hier eine Mischung aus traditionellem Handwerk und moderner Technik", betont er.
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