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08.07.2012 14:11
 
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Ballettprojekt am Badischen Staatstheater: Karlsruher Schüler tanzen mit Profis [1]

Karlsruhe (sas) - "Jeder kann tanzen", glaubt der Choreograf und Tanzpädagoge Philip Taylor. So ist es eigentlich nichts Außergewöhnliches, wenn Profi-Tänzer mit Schülern tanzen. Doch am Badischen Staatstheater geschieht das momentan zum ersten Mal. Unter Taylors Leitung proben Schüler der Sophie-Scholl-Realschule und das Ballett-Ensemble des Theaters gemeinsam für das Projekt "Ich heisse Ich", das am 11. Juli Premiere haben wird. ka-news hat mit dem Choreografen, Tänzern und Schülern über ihre Arbeit gesprochen.
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Florence Königsfeld (vorne, Sophie-Scholl-Realschule), Schülerinnen und Schüler der Sophie-Scholl-Realschule, Ballettensemble des Staatstheaters Karlsruhe.
Foto: Jochen Klenk/Badisches Staatstheater

Jan Synak und Vanessa Kalinowski begrüssen Philip Taylor freudig. Seit Anfang Mai proben die beiden gemeinsam mit anderen Schülern der Sophie-Scholl-Realschule mit dem Choreografen und dem Ballett-Ensemble des Badischen Staatstheaters für das Projekt "Ich heisse Ich". "Am Anfang konnten wir uns gar nicht vorstellen, was auf uns zukommen würde", erinnert sich Vanessa. Aus Neugier habe sie zugesagt, denn sie wollte nach ihrer Zeit in einer Tanzschule einfach wieder tanzen.

"Das Ziel ist nicht, aus den Schülern Tänzern zu machen"

Auch Jan Synak hatte bereits vor dem Projekt erste Erfahrung im Standardtanz gemacht. Den könne man aber keineswegs mit dem vergleichen, was die Schüler bei ihrem Projekt tanzten, sagt er. Ganz neue Tanzerfahrungen mache er. Außerdem schweiße das gemeinsame Projekt die Schüler, von denen sich viele zuvor nur vom Sehen kannten, eng zusammen.

Philip Taylor freut sich über die Freude, mit der seine Schützlinge bei der Sache sind. Nicht nur tänzerisch hätten sie dazugelernt: "Mental und physisch sind die Schüler lebendiger geworden", stellt er fest. In erster Linie gehe es bei dem Projekt für die Jugendlichen darum, eine bessere Körperkoordination und vor allem Selbstbewusstsein aufzubauen. "Das Ziel ist nicht, aus den Schülern Tänzern zu machen", betont der erfahrene Tanzpädagoge.

"Um erfolgreich zu sein, darf man auch Fehler machen"

Dreimal in der Woche nach der Schule jeweils drei Stunden proben die 20 Schüler zwischen 13 und 16 Jahren mit Taylor und seiner Assistentin Caroline Finn. Insgesamt haben sie 21 Tage, also drei Wochen, Zeit, sich auf die Premiere am 11. Juli vorzubereiten. "Das ist nicht viel Zeit", gibt der Choreograf zu. Jedoch erwarte er keine hundertprozentig fehlerfreie Vorführung. "Um erfolgreich zu sein, darf man auch Fehler machen."

Das Training der Schüler sei ähnlich wie das der Profis - allerdings eben auf die körperlichen Voraussetzungen der Jugendlichen abgestimmt. Das Stück selbst habe keine Handlung, wie sie ein Theaterstück oder ein Film habe. Vielmehr gehe es darum, dass die Schüler eigene Bewegungsformen kreieren, beispielsweise indem sie versuchen mit Bewegungen ihres Körpers ihren Namen zu schreiben. Sie sollen lernen, wie sie ihre Bewegungen und ihren Körper kontrollieren können und welche Möglichkeiten auch in den kleinsten Bewegungen stecken, erläutert Taylor.

"Ich war sehr begeistert, was die Schüler alles machen, obwohl sie vor dem Projekt ja noch nicht so viel mit Tanz zu tun hatten", sagt Larissa Mota, Mitglied des Ballett-Ensembles, begeistert. Auch ihre Kollegin Rafaelle Queiroz ist beeindruckt, was die Jugendlichen können, auch wenn sie nicht ein solches Körpergefühl wie die Balletttänzer haben. "Für sie sind die leichtesten Dinge schon schwer genug. Denn was für uns selbstverständlich ist, müssen sie erst lernen. Aber das haben sie schon echt gut gemacht", lobt Queiroz.

"Das Gefühl, beim Projekt dabei sein zu dürfen, ist toll"

Erst viermal hat das Ensemble mit den Schülern geprobt. Doch dass die Verbindung funktioniert, ist jetzt schon offensichtlich. "Es ist eine tolle Erfahrung, wenn man mit Leuten von außen arbeitet", freut sich Mota. "Man sieht, wie mutig und kreativ die Schüler sind, sich mit dem Körper auszudrücken." Manche seien sogar sehr begabt, fügt Queiroz hinzu.

Streng sei Philip Taylor nicht mit ihnen, sagen Vanessa und Jan. Von Strenge will Taylor selbst aber nicht sprechen. "Ich lasse nichts passieren, was nicht an diesen Platz gehört." Wenn die Schüler Selbstdisziplin haben, dann sei das Arbeiten auch kein Problem. Aus der Reihe tanzen wollten sie sowieso nicht, denn das Gefühl, bei einem solchen Projekt dabei sein zu dürfen, sei einfach toll, schwärmen die beiden Schüler.

"Das wird eine große Erinnerung für uns sein", lächelt Vanessa. Auf die Premiere am Mittwoch, 11. Juli, um 19 Uhr und den beiden anschließenden Aufführungen am Sonntag, 15. Juli, um 15 Uhr und am Montag, 16. Juli, um 11 Uhr, freue sie sich jedenfalls sehr. "Aufgeregt bin ich nicht", sagt die 13-Jährige. "Ich freue mich am meisten, auf meinen Papa, wenn er dann zuschaut." Karten für das Stück gibt es auf der Internetseite des Badischen Staatstheaters.

Mehr zu: Ticker "Badisches Staatstheater" Ballett Sophie-Scholl-Realschule Kooperation Kultur



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