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BUND und Grüne: "Die Bahnen passen nicht durch den Tunnel" [66]

Karlsruhe (ps) - "Kapazitätsprobleme des Karlsruher Stadtbahntunnels lassen sich weder wegdiskutieren noch totschweigen" - die Kritiker am Stadtbahntunnel melden sich in einer Pressemitteilung abermals zu Wort.

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Kombilösung
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Foto: ps

Seit Ende Januar zeige das von Grünen und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Auftrag gegebene und vollständig veröffentlichte Gutachten des renommierten Büros Vieregg-Rössler GmbH Kapazitätsprobleme des geplanten Stadtbahntunnels in Karlsruhe auf. "Nach nicht belegter Pauschalkritik seitens der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG) im Rahmen der Pressekonferenz zur Vergabe der Rohbauarbeiten folgte der Verweis auf KASIG-eigene Gutachten, die angeblich die Realisierbarkeit des Betriebskonzepts belegen", so Grüne und BUND. Im April sei ein Schreiben von Umweltministerin Tanja Gönner an die Landtagsabgeordneten Johannes Stober und Gisela Splett gefolgt, das dem Vieregg-Rössler-Gutachten unter Bezugnahme auf die KASIG "eine Reihe von Mängeln und Defiziten" vorgeworfen habe.

"Auf den wichtigen Kritikpunkt in der Vieregg-Rössler-Studie, nämlich die extreme Abhängigkeit sämtlicher den Tunnel befahrender Straßenbahn- und Stadtbahnlinien voneinander, wurde hierbei jedoch nicht eingegangen", heißt es in der Pressemitteilung. Trotz mehrfacher Anfragen verweigere die KASIG bis heute die Offenlegung der von ihr in Auftrag gegebenen und mit öffentlichen Mitteln finanzierten Gutachten.

Dem BUND liege nun die Stellungnahme der Vieregg-Rössler GmbH zu den von Ministerin Gönner genannten Kritikpunkten vor. Darin werde dargelegt, dass die Kritik in keinem Punkt inhaltlich zutreffend sei und das Büro die Kernaussagen seines Gutachtens bezüglich der mangelnden Kapazität des Stadtbahntunnels in vollem Umfang aufrecht erhalte. Der BUND-Regionalgeschäftsführer Hartmut Weinrebe und die grüne Landtagsabgeordnete Gisela Splett sehen weiterhin die KASIG in der Pflicht, die bestehenden und nun nochmals bekräftigen Zweifel an der Realisierbarkeit des Betriebskonzeptes auszuräumen - so dies denn möglich sei.

"Die Kapazitätsprobleme des Karlsruher Stadtbahntunnels lassen sich weder wegdiskutieren noch totschweigen. Statt sich mit unserer Kritik fundiert auseinander zu setzen werden bisher nur Nebelkerzen gezündet", so Hartmut Weinrebe, BUND-Regionalgeschäftsführer. Im Schreiben der Ministerin werde beispielsweise darauf verwiesen, dass das zukünftige Straßenbahnnetz zu 100 Prozent niederflurig sei. Bekanntlich würden jedoch mit den Zweisystem-Stadtbahnen auch zukünftig mittelflurige Bahnen verkehren, die einen Zustieg ohne Trittstufe nur über die vordersten beiden Türen im Bereich 15 Meter langer Bahnsteighöcker zulassen.

Splett: "Die Tatsache, dass drei Monate nach der Veröffentlichung des Vieregg-Rössler-Gutachtens außer den leicht widerlegbaren Kritikpunkten im Ministerschreiben von den U-Strab-Planern keine Argumente vorgebracht und kein Beleg für die Realisierbarkeit des Betriebskonzepts vorgelegt wurden, spricht für sich." Splett fordert die KASIG auf, die Gutachten, auf die immer wieder Bezug genommen wird, endlich öffentlich zu machen.

Bis zu 30 Prozent der Zugfahrten müssten oberirdisch geführt werden

"Nur so kann nachvollziehbar gemacht werden, von welchen Annahmen ausgegangen wurde und welche Ergebnisse belastbar sind." Für den BUND-Regionalverband Mittlerer Oberrhein ergänzt Weinrebe: "Nach unserem Gutachten müssten zur Realisierung der geplanten Zugzahlen 25 Prozent bis 30 Prozent der Zugfahrten aus dem Stadtbahntunnel herausgenommen werden und oberirdisch geführt werden.

Wenn die bisherigen Auftragnehmer der KASIG nicht in der Lage sind, dies in einem öffentlichen Gutachten zu widerlegen, so gebietet es die von Oberbürgermeister Fenrich geforderte Fairness und konstruktive Zusammenarbeit, dass hierfür nötigenfalls ein unabhängiger Gutachter eingeschaltet wird.“

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Kommentare [66]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (238 Beiträge) | 11.05.2010 12:32
    Erster
    Was - da gibt es was zur Kombilösung und noch kein Kommentar?

    Auf los jetzt.
  • (88 Beiträge) | 11.05.2010 12:44
    Was...
    ...soll man denn sagen? Die Situation ist klar - die versprochene Transparenz und Fairness seitens der Bauherren findet nicht statt.
  • (256 Beiträge) | 11.05.2010 13:04
    einfach mal Ruhe
    Liebe Tunnelgegner haltet doch einfach mal die Klappe. Durch ständiges Wiederholen werden Eure Argumente uch nicht besser. Schade, dass für solche Dinge noch Platz in den Medien ist.
  • (1131 Beiträge) | 11.05.2010 13:11
    Sollen die Medien...
    .. nur noch Sprachrohr der Partei sein? China?
  • (531 Beiträge) | 12.05.2010 08:21
    Ja genau,
    immer schön die Klappe halten und alles mitmachen und alles abnicken ... WOW! Das Leben könnte so einfach sein, nicht wahr?!
    Immerhin haben die Kombi-Kritiker Argumente und dass es offensichtlich nicht oft genug wiederholt werden kann/muss, liegt sicherlich nicht an denen .... ist wie bei kleinen Kindern ....
  • (531 Beiträge) | 12.05.2010 14:40
    das ist
    an tkfischer gerichtet ....
  • (706 Beiträge) | 11.05.2010 13:06
    langweilig ...
    das gelabere um die kombilösung geht mir so langsam mächtig auf den sack ! der eine beruft sich auf das eine gutachten, andere auf ein gegengutachten ... wer bezahlt eigentlich das alles ?
  • (1131 Beiträge) | 11.05.2010 13:10
    ganz einfach...
    Fenrich lässt seine Gutachten von Dir bezahlen,
    die aus meiner Sicht ergebnisofferen zahlen die Gegner aus eigener Kasse.
  • (1131 Beiträge) | 11.05.2010 13:06
    Richtig Quork
    Dass durch den Tunnel mit hohem Aufwand Transportkapazität vernichtet wird weiß inzwischen jeder.

    Würden nur die Bahnen durch die Kaiserstraße gedrückt, die auch durch den Hohlkörper passen würden, wäre die Situation schon heute sehr entspannt - für 0 EUR -> weiß inzwischen auch Jeder

    Sätze wie "Trotz mehrfacher Anfragen verweigere die KASIG bis heute die Offenlegung" ist auch nichts besonderes.
    Info/Gedächnistempel für bald eine Million hinstellen, von Werbefachleuten teuer durchdachte Hochglanzwerbung statt preiswerte, ehrliche Informationen: auch ein alter Hut -> schon tausendmal bemängelt und zigtausende für die F. Gedächtnisflyer bezahlt.

    Soll man wirlich noch darüber schreiben oder nur noch Kopfschütteln ?
  • (919 Beiträge) | 11.05.2010 15:25
    Und...
    ... wo willst du dann bei deiner oberirdischen Lösung die 30% der Bahnen umleiten, die du aus der FuZo rausnehmen willst? Über die Kriegsstraße? Ach... da ist ja gar keine Linie...

    Bislang hab ich immer noch keine Alternative der Gegner gehört, die die heutige Kapazität bei gleichbleibender Erreichbarkeit der Innenstadt und Entlastung der Kaiserstraße mit geringeren Kosten verwirklichen könnte.
  • (741 Beiträge) | 12.05.2010 09:10
    Bis jetzt...
    habe ich auch von anderer Seite nur eine Variante mit gleichbleibender Erreichbarkeit der Innenstadt gehört: Nämlich die, die vom RP im Planfeststellungsbeschluß als 'sog. "Zwischenzustand" ' bezeichnet - und auch zum möglichen zulässigen Endzustand erklärt wird. Diese Variante kollidiert allerdings mit den (derzeitigen?) offiziellen politischen Verlautbarungen.
    Ich als Ingenieur habe es noch nie erlebt, daß eine Planfeststellungsbehörde 'vollkommen ungebeten' einen bestimmten Endzustand des Verfahrensgegenstands(!) genehmigt.
    Mir stellen sich daher folgende Fragen:

    Warum ist hier ein Dauerzustand genehmigt, der von der Stadt offiziell nur als Bauzustand verkauft wird?

    Hat die Kasig als 100%-Tochter der Stadt das so beantragt?

    Hat es das RP nach den vorgelegten Unterlagen für zwingend erforderlich gehalten?

    Und was sind die Gründe dafür?
    Diese Frage könnte man mit Standi und Kapazitätsgutachten vermutlich leicht beantworten - aber die sind ja Verschlußsache.
  • (919 Beiträge) | 12.05.2010 10:36
    Zur...
    ... Erreichbarkeit der Innenstadt zähle ich auch das Ettlinger Tor/ECE dazu. Die Laufdistanz zwischen den beiden Haltestellen ist gering und wird offensichtlich von vielen problemlos genutzt. Dann sollte die Erschließungsqualität der Innenstadt doch sogar leicht steigen...

    Bei den Alternativen sehe ich halt das Problem, daß die Linien in der Kaiserstraße deutlich reduziert werden sollen, aber gleichzeitig eben keine leistungsfähige Parallellinie gebaut wird. Oder ich hab das immer noch nicht verstanden.
  • (560 Beiträge) | 11.05.2010 13:09
    Ich bin Tunnelbefürworter...
    ...aber mir geht die (Nicht)Informationspoliik der Kasig so langsam gewaltig auf den Wecker. Wenn ich (nicht nur in diesem Fall) was wissen will, dann möchte ich harte Fakten und nicht irgendwelche Werbeblättchen und Klickibunti-Animationen.
  • (741 Beiträge) | 11.05.2010 13:57
    Verbindlich...
    ist u. a. was schwarz auf weiß im Planfeststellungsbeschluß steht - z. B. Seiten 157/158. Da steht im Klartext: Die schienenfreie Kaiserstraße kann und darf ohne weitere Begründung "hinten runterfallen". Und zwischen den Zeilen: der Versuch der Stadt Karlsruhe, genau das durch eine Rückbauverpflichtung zu verhindern, ist am Widerstand von Kasig und Regierungspräsidium gescheitert.

    Und es ist sicher nur Zufall, daß man dann ohne große Kosten zusätzliche Kapazität (und damit auch Nutzen für die Standi) hätte.

    Solange es aber keine offiziellen Anworten auf bestimmte Fragen (v. a. aus der Standi und dem Kapazitätsgutachten) gibt, wird (nicht nur hier) munter spekuliert werden zwinkern , z. B. warum hinter den Kulissen die Fachplaner und Politiker nicht einer Meinung sind...
  • (2882 Beiträge) | 11.05.2010 13:13
    Dreck am Stecken!
    Wäre die Kapazität des Tunnels gewährleistet, hätte die KASIG und besonders der Tunnel - Heini die Vorwürfe doch sofort ausgeräumt.

    DIE KAISERSTRAßE WIRD NIEMALS BAHNFREI SEIN!
  • (3621 Beiträge) | 11.05.2010 13:48
    !

    Zitat:



    DIE KAISERSTRAßE WIRD NIEMALS BAHNFREI SEIN!



    Das könnte so kommen, ja ...
    Wäre *verkehrlich* gar nicht mal das schlechteste ...

    Die Frage ist aber, wie der Zuschussgeber reagiert, der jetzt einen Tunnel der Kapazität x versprochen bekommt aber nur einen der Kapazität x-1 (wenn's gut geht ...) bekommt ... Das hieße, der jetzt schon knappe Nutzen von 1,186 (auf der Basis 496 Mio. bzw. glaub 1,11 nach Abzug von schon aufgeflogener Reisezeit-Tricks), der mit noch immer ausstehender Nachbeantragung der 121 Mio. Mehrkosten noch weiter sinken dürfte, wäre mit x-1 vermutlich unter 1 gelandet, d.h. es stünde evtl. die Rückforderung der Bundes- und Landeszuschüsse im Raum. Solche Probleme hatten bspw. die Kölner, als sie den unterird. Teil des 2. Bauabschnitts verlängern wollten, weil damit dort der Faktor unter 1 käme ...
  • (741 Beiträge) | 11.05.2010 14:22
    Das muß man nur verkaufen können...
    Die schienenfreie Kaiserstraße ist ja ausdrücklich nicht Teil der Untertunnelung. Gemäß dem Planfeststellungsbeschluß dürfte ja der "sogenannte 'Zwischenzustand'" sogar Endzustand werden, ohne daß ein zusätzliches Genehmigungsverfahren erforderlich wird. Damit wäre die Maßnahme auch ohne schienenfreie Kaiserstraße 'bau- und verkehrstechnisch einwandfrei geplant' im Sinne § 3 GVFG. Wenn man dann noch für das 'Gesamtprojekt Kaiserstraße' im Endzustand mit dem neuen Nutzen ein NKV > 1 nachweisen kann (in der Kaiserstraße liegen ja in weiser Voraussicht schon Schienen zwinkern ), gilt der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit als erfüllt - und mit beidem zusammen wäre die Maßnahme nach dem Buchstaben des GVFG weiterhin förderungswürdig. Da dürfte sich schon was machen lassen zwinkern
  • (919 Beiträge) | 11.05.2010 15:28
    Die Stadt...
    ... will aber halt die schienenfreie FuZo, und ich kann mir nicht vorstellen, daß das dann nicht auch noch umgesetzt werden würde. Oder glaubst du im Ernst, die KASIG geht her und sagt ihrem 100%igen Besitzer "nä, sorry, machemer nich"?
  • (3621 Beiträge) | 11.05.2010 16:52
    !
    Nicht "machen wir nicht", sondern "können wir nicht", auch als "Sachzwänge" bekannt und 2019+x erinnert sich doch eh niemand mehr an ein 20 Jahre altes Versprechen, "die Zeiten ändern sich halt" ... Wenn die Fuzo erstmal 2016+x mit nur noch zwei Linien bestens funktioniert, während die Bahnen unten drunter unter Volllast stöhnen ... dann wird sich ein SInneswandel einstellen und "so schlimm sind die ja gar nicht mehr" ...
  • (741 Beiträge) | 11.05.2010 17:11
    Und wenn...
    die Kasig sagt: Hallo Herr OB, das funktioniert so nicht wirklich. Aber wenn wir noch eine Linie aus der Kaiserstraße nehmen, müssen Sie das der Öffentlichkeit (und dem Einzelhandel in der Kaiserstraße) erklären. Und mit einem Rückforderungsbescheid nach § 49 VwVfG müssen wir auch noch rechnen. Glaubst du, die Stadt sagt dann: "Näh, das machemer trotzdem?" :-D

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