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Karlsruhe Aus alt mach neu: Karlsruher Grüne wollen Schrott-Immobilien aufmöbeln

In Karlsruhe wuchern hier und da Schrottimmobilien. So nennt die Grüne-Fraktion im Gemeinderat Wohnungen und Häuser, die aufgrund ihres heruntergekommenen Zustands nicht mehr an den Mann gebracht werden können. Die Stadträte schlagen vor, diese Objekte zu erfassen und sie für eine neue Anmietung zu sanieren. So soll mehr Wohnraum geschaffen werden. Die Verwaltung sieht das kritisch.

"Verwahrloste Immobilien, häufig auch Schrottimmobilien genannt, stellen auch in Karlsruhe ein Potential zur (Re-)Aktivierung von derzeit nicht genutztem Wohnraum dar", meint die Grüne-Fraktion in einer Anfrage an die Stadtverwaltung. Und weiter heißt es: "Heruntergekommene Häuser haben zudem eine negative Ausstrahlung auf Nachbargebäude und sie beeinträchtigen die Lebensqualität der Bewohner." Solche Problemwohnungen befinden sich laut den Grünen aktuell unter anderem in der Südweststadt, der Südstadt, der Innenstadt-West und Beiertheim.

Schrottwohnungen in Südstadt, Innenstadt und Beiertheim

Die Stadträte wünschen sich eine systematische Erfassung und eine Gesamtstrategie, um ungenutzten Wohnraum wieder "aufzumöbeln." Zwar sei die Anzahl von solchen Schrott- und Problemimmobilien in Karlsruhe im Vergleich zu anderen Kommunen überschaubar - jedoch sehen die Grünen den Bedarf an einer systematischen Mobilisierung von Wohnraum. Diese könnte ein weiteres Standbein darstellen, um mehr Wohnraum in Karlsruhe zu schaffen.

Ein konkreter Vorschlag der Stadträte: "Die Volkswohnung könnte unter Inanspruchnahme von Fördermitteln von Kommune und Land problematische Immobilien aufkaufen und sie nach Sanierung dem sozialen Wohnungsmarkt zur Verfügung stellen."

Erfassung wäre "sehr aufwändig"

In einer Stellungnahme auf die Anfrage der Grünen-Fraktion äußert sich die Stadtverwaltung wie folgt: Eine qualifizierte Erfassung der Schrott- und Problemimmobilien sei bisher nicht erfolgt. Wie viele Objekte in Karlsruhe also derzeit als "Schrott" gelten, könne man nicht sagen. Man ist skeptisch, ob eine solche Aufzählung sinnvoll sei. "Einer sehr aufwändigen Ermittlung steht die Frage gegenüber, ob auf diesem Weg auf dem speziellen Karlsruher Wohnungsmarkt mit einer sehr geringen Leerstandsquote überhaupt neuer Wohnraum in angemessener Zahl geschaffen werden kann", so heißt es vonseiten der Stadt.

Für eine systematische Erfassung aller betroffenen Immobilien wäre in der Regel die Mithilfe der Eigentümer erforderlich, da entsprechende Zustände im bewohnten Zustand oftmals nicht erkennbar sind, so heißt es weiter. Maßnahmen jeglicher Art seien darüber hinaus in der Entscheidungsbefugnis der Eigentümer - nicht der Stadt.

Stadt macht Anreize für Eigentümer

Letztere kann nur Anreize bieten, wie die Stadtverwaltung weiter anführt: "Durch das vom Gemeinderat beschlossene Programm 'Wohnraummobilisierung' wird ein finanzieller Anreiz zur Aktivierung entsprechernder Raumreserven geschaffen." Ziel hierbei sei es, durch die Gewährung eines Zuschusses insbesondere für Baumaßnahmen, Wohnungen wieder einer Vermietung zuzuführen. Gleichzeitig erfolge eine auf zehn Jahre festgelegte Mietpreis- und Belegungsbindung. "Darüber hinaus ist eine Kombination mit KaWoF und der entsprechenden Landesförderung möglich", so die Verwaltung.

Ist es sinnvoll, wenn die Volkswohnung solche Problemobjekte aufkauft? "Sollte der Volkswohnung von privater Seite eine Schrottimmobilie zum Kauf angeboten werden, wird ein Ankauf geprüft - auch in Hinblick auf eine Sanierung im Rahmen des Förderprogramms 'Wohnraum-Mobi'", erklärt die Verwaltung.

Den Vorschlag der Grünen nahm der Karlsruher Gemeinderat in seiner letzten öffentlichen Sitzung im Dezember zur Kenntnis - einer systematischen Erfassung von Schrottimmobilien, so wie die Stadträte es forderten, wurde jedoch vorerst nicht zugestimmt.

 

 

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